Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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356cccVon mancherley wunderbaren natur/ habend ſie vyl wäſſeriges geblüt/ vnd alſo das blůt auch. es werden
auch
weder gefider nach ſchüpen darauß/ darumb můß es nothalben ſonſt
von
jhnen/ darzů bedarff man aber der nieren vnd blaſen.
die nieren ſeind
in
den fiſchen zertheilet/ wie auch in kinden/ dann die ſchwache werme mag
ſonſt
die weſſerige feüchte weder verteüwen/ nach von einanderen ſünde-
ren
.
Es hatt aber kein gefidereter nach ſchüpechtiger/ nach die ſo mit ſcha-
len
bedecket/ nieren/ dañ die ſchnecken/ wiewol man an etlichen ſolches nitt
wol
vermercken mag.
dañ weil die vögel wenig trincken/ wenden ſie alle weſ
ſerige
feüchtigkeit/ ſo verteüwet/ den federen/ darumb ſcheinen die fede
ren
an vöglen/ die haar aber an den vierfüſſigen thieren nit.
Die vögel trin
cken
aber darumb wenig/ weil ſie kein blaſen haben.
dann die eingeſchloſſene
feüchtigkeit
/ wurde ſie etwas an dem flug ghinderet haben.
was aber {der} nie-
ren
manglet/ hat auch kein blaſen.
ob aber wol die vögel kein blaſen/ haben
ſie
doch etwas ſo den nieren gleichförmig iſt/ bekommẽ.
Doch verſthet man
durch
ein blaſen nit nur ein ding.
dañ alle fiſch/ vorab die in flieſſenden waſ
ſeren
lauffend/ weil ſie in einem ſchwecheren waſſer wonen/ habend ein bla
ſen
/ ſo vollen lufft iſt/ vnd nach deß leibs proportz größer dañ die meerfiſch.
Die Loliginen haben dinten bey jhnẽ/ vnd ein maul/ ſo an dem einem orth
einer
federen/ am anderen einem ſchreibmeſſer gleich iſt.
darũb wirt er von
den
Venedigeren ein Calamarien oder ſchreibfiſch genennet.
dañ alſo heiſ-
ſen
ſie in jhrer ſprach ein ſchreibzeüg.
es haben die Sepien auch dinten.
Sonſt haben die Polypen vnd vylfüſſige blachfiſche in wunderbare ge-
11Polypen. ſtalt/ lebẽ/ ſitten an jhnẽ.
es ſeind diſe alſamẽ blůtloſe thier eines kur-
tzen
leben/ vnd wirt doch {der} Polypus zimlich groß/ vnd faſt ſtarck.
Sein ge
ſtalt
iſt wie der Araneen vnnd meerſpinnen/ wañ ſie am gröſten/ mag man
ſie
mit den kleinẽ vergleichen.
jhr leib iſt den meerkürpſen nit vngeleich/ mit
acht
füſſen/ ſo faſt alle weich/ vnnd manglet jhnen doch kein entpfindtlich-
keit
.
ſein hürnen maul iſt deß Pſittachen ſchnabel nit vngleich/ in wölchem
ein
große ſtercke/ vnnd iſt das orth/ da er den wůſt von jhm thůt/ nitt weit
von
dem maul.
Die füß ſeind mit einem doppleten haar/ ſo ordenlich an ein
anderen
wie die geſchirr ſthond/ wol verwaret/ vnd werden mitt mancher-
ley
haut bedecket.
darumb meinet man ſie verenderen jhr farb/ wann ſie die
zůſamen
zeühen oder von jhnen laſſen.
die augen ſthand bey den cirren vnd
krum̃en
haar.
wann man diſen ſchon in bundert ſtuck zertheilet/ behaltet er
doch
ſein ſchlechtes leben gar lang.
das meñlin wirt nach dem beyſchlaff
der
vermiſchung alſo ſchwach/ daß er harnach auff dem ſand ligt/ vnnd der
fiſchen
raub wirt.
ſolliches beſchicht dem weiblin nach der geburt/ wann ſie
jhre
eyer/ wie der kammen beer hatt/ von jhren legt/ vnnd werdend alſo die
beid
nit über zweyiar alt.
wann ſie diſe alle wol beſchlecket/ tregt ſie die
ſamen
.
Sy hatt an dem ölbaum vnd feigenbaum große beluſtigung/ doch
deſſen
von der frucht wegen.
Es iſt nach ein dritte art ſo einer dickerẽ ſubſtãtz wolgeſchmacktẽ/ wöl
che
man gedörret in die trög behaltet/ Oſmichen neñet/ ſo {der} vnküſch-
heit
reitzen ſoll.
deßhalbẽ werdẽ diſe etwas geiler/ ſo mit dẽ geſalbet werden.
alle Polypen habend ein hert fleiſch/ domit ſie nit von den wällen zerthei-
let
wurdend/ wann ſie ein weiche haut hettend.
ſie hangend alſo hert an der
ſpeiß
/ daß ſie ſich ehe lieſſen töden/ dann daruon reiſſen.

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