Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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192 cxxxvi
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Von mancherlei wunderbaren
war vñ/ ſich allgemach hinauff etwas außſpitzet/ faſt wie ein tañenkernẽ/
ſchwartz/ an welchem ettliche figuren natürlichen vorhandẽ.
darumb ſagt
man es were der Sonnen ſtein/ habe auch deren warhaffte bildnuß/ vnnd
deßhalben nitt allein bey den ſelbigen völckerẽ in hochen ehrẽ/ ſonder auch
bey den vm̃ligenden herrſchafften.
Sy rümeten ſich auch es were diſer ſtein
von himmel gefallen/ do mit ſie ſolliche verehrung mehren köndten.
Diſes ſoll niemands verwunderen/ warumb ich deß ſteins hyſtorien an-
zeige/ wölchen ich bey Wilhelmen Caſanaten dem artzet zů Byſantz geſehẽ
hab.
Diſer war mit läderfarb vnnd duncklen ſpreüwerfarb gemiſchet/ als
groß wie ein degenknopff.
an dem orth do die ſpreüwerfarb geweſen/ hatt
er mancherleyen bildnuſſen eigentlichen geſtellet.
Vnder anderẽ hatt er die
bůchſtaben G.
vnnd C. mit welchem deß ſelbigen nammen vnnd zůnam-
men bedeütet.
demnach ein ſägen/ ein breitſchwert/ ein delphin/ vnnd ein
ſchwanen/ alles wol außgemachet/ wölche durch den gãtzen ſtein giengen.
Wañ diſer etwas herter geweſen/ were billich daß man in lobet/ weil er ſich
aber leichtlich hauwen ließ/ vnnd nit leüchtet/ was er nit gar köſtlich.
Wir haben ein anderen bey ihm geſehen/ der Carneolẽ gattung als groß
wie ein ärpſen/ welches eigentlich ein edelgeſtein gewäſen.
in der mitten a-
ber war ein weyſſer vnnd gemeiner ſtein/ als groß wie ein linſſen/ ſie gaben
diſen für ein Alecktorien auß.
aber ich achten es ſeye in der mitte der wüſte
vnnd vnreinikeit gewäſen.
dann ich mag nitt dohin gebracht werden/ daß
ich das vngeſeüber für gůt halte.
Vnd wie allwegen beſchicht/ wachſen die
edlẽ geſtein in den weicheren vnnd vnreineren ſteinen/ dañenhar beſchicht
daß ſie aneinanderen wachſen.
Boethius zeigt an/ daß zů Faſt in einem Schottlendiſchẽ ſchloß ein ho-
ler ſtein ſeye/ ſo außwendig einẽ ſchwum geleichet/ durch wölchen das meer
waſſer/ wañ es geſächtet/ ſüß wirt.
Er můß zim̃lich dick on geſchmack ſein/
dann weil es ſich do verzeücht/ wirt das verbreñet theil abgezogẽ/ welches
wir auch angezeigt/ mit dem wachs vnd leim zůghen.
Er ſagt es ſeye auch in Atholien ein Cronen auß groſſen ſteinen/ welche
wañ man ſie ſchlecht ein thon gend/ wie das ertz (es iſt Atholien ein land in
Schotten) dz ertz erſchallet/ dann es iſt iñwendig hol.
dorumb ſchallet das
bley vnnd das gold nit.
Es hatt aber auch der bintzſtein kein thon/ wie wol
er hol iſt.
Wie ghet es dann zů daß ettlichs widerſchallet/ vnd ettliches nit?
vnnd ettliche metall mehr dañ die ſtein? vnnd der kaat gar nicht? vnnd die
ſtein der mehrteil allſammen/ doch mehr dann die metall?
vnnd vnder dem
metall das kupffer?
Es iſt offenbar daß ein ſchall vnd gethön wirt/ wañ der lufft mechtig ge-
Thons vnder
ſcheid.
ſchlagen.
Wañ nun der ſubteil iſt/ gibt es einen hälen thõ/ wañ er aber trüb
iſt.
einen ſchweren thon. Darumb mag alles das ſo weich iſt kein mächtigen
thon haben/ als der kaat iſt.
dar zů nit/ wañ allein der ein theil hert iſt/ dañ
der lufft wirt nit zůſam̃en geſchlagen.
auß dem einẽ aber/ wie in den kuglẽ/
ſo auß den büchſen geſchoſſen werden/ ein ſchnelles pfüßen.
Wañ die ſtuck
hert vnd aber lär ſeind/ ſo wider thönen ſie/ aber der bintzſtein widerthönet
nit/ dann er iſt zart.
Was aber hol vnd hert iſt/ das gibt einẽ ſchall. wañ die
höle klein iſt vnd die ſubſtãtz hert/ als in dem kupffer/ ſo thönet es lenger/
vnd das ſo vyl mehr/ wann ſie ein figur habend daß der lufft ſich zůſam̃en
ſamlet/ vnd zů dẽ offterenmalen widergeſchlagen wirt/ als in den ſchällen.

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