Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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931 dccclxxv
932 dccclxxvi
933 dccclxxvii
934 dccclxxviii
935 dccclxxix
936 dccclxxx
937 dccclxxxi
938 dccclxxxii
939 dccclxxxiii
940 dccclxxxiiii
941 dccclxxxv
942 dccclxxxvi
943 dccclxxxvii
944 dccclxxxviii
945 dcccclxxxix
946 dcccxc
947 dcccxci
948 dcccxcii
949 dcccxciii
950 dcccxciiii
951 dccxcv
952 dcccxcvi
953 dcccxcvii
954 dcccxcviii
955 dcccxcix
956 dcccc
957 dcccci
958 dccccii
959 dcccciii
960 dcccciiii
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956dccccAußzug von allen ben in ein ſchedlich feber gefallen/ vnnd in kurtzer zeyt geſtorben. wölchem
deren nichts widerfart/ der wirt doch gewüßlich grauwe haar überkom̃en.
Darũb iſt gůt dz man weine/ ſeüfftze vñ faſte. Wañ es dir ein wenig vergan
gẽ iſt/ ſolt du dich ſelbs mit der Philoſophy vnd anderen dingen tröſtẽ.
Es
iſt aber nit leichtlich von ſtundan ſolches on ſchmertzen zů thůnd.
Dieweil aber die menſchen gemeine ſatzungen habend/ warumb habend
11Mancherley
ſpraachen.
ſie dann nitt auch gemeine ſpraachen:
Das geſchicht von wegen deß landts
natur vnnd eigenſchafft/ dann die Italiener könnend nit auß dem hertzen
reden/ die Hebreer aber vnnd Iuden könnend es leichtlich/ alſo daß man
allein ein gethöß höret.
Dahar kommet es daß die verendereten ſpraachen/
wann ſie jr rechte pronuntiation vnd außſprechung verlieren/ von jrer rech
ten art kommen.
Vnd wann ſie das gemein volck vnfleiſſig außſpricht/ wer
den ſie geſchwecheret vnnd verenderet/ darumb kom̃en ſo vyl ſpraachen al-
lein von dem gemeinen volck har/ dann die vyle nimmet überhand/ gleich
wie in den großen marckten vnnd mäſſen allzeyt ſeltzamme wörter vnd ſpra
chen entſpringen.
diſe beleibend vnnd werdend alſo an der forderigen ſtatt
gebrauchet.
Die ſeltzammen vnd vylerley ſpraachen bringen vns diſen nutz/ daß wir
alle begirden deß gemüts darmit anzeigen könnend.
Darumb kan deß herr
lichen Poeten Homeri meinung weder Lateiniſch noch Ceütſch recht auß-
geſprochen werden/ deßgleichẽ auch Vergilü we{der} Griechiſch noch Ceütſch.
noch vyl minder mögend die Carmina vnnd verß franciſci Petrarche/ ſo
in Welſch geſtellet weder Griechiſch noch Lateiniſch recht gemacht werdẽ.
Die Römer (als Cicero bezeüget) habẽ ſich zweyerley ſpraachẽ gebraucht.
Eine was dem gemeinen volck breüchlich. Die ander brauchtend allein die
fürnembſten geſchlechter.
Darauß man leichtlich vermercken kan/ ob cice
ro/ Liuius vnnd Saluſtius/ ſich der müetterlichen vnd gemeinen ſpraach
gebraucht haben oder nit.
Es iſt gewüß daß ſie ein herrlichere ſpraach/ weder die gemein/ gehebt ha
bend.
wölliches du leichtlich ſehen kanſt/ ſo du die oration vnnd red Vitru-
uij/ wöllicher ein ſchlechter vnnd gemeiner mann war/ mitt deß Ciceronis/
eines radtsherren red vergleicheſt vnd zůſammen hebſt.
Alſo haben jetzun-
der auch die Griechen ein gemeine vnnd tribne ſpraach/ ſo vyl andeteſt we-
der die/ in wölcher ſo vyl herrlicher bücher ſeind geſchriben worden.
Das ge-
mein volck bey den Cürcken redẽ jr gemeine ſpraach/ die geſchlechter aber re
den Illiriſch o{der} Sclauoniſch.
die gelehrten bey jnen ſchreiben vnd brauchen
ſich der Arabiſchẽ ſpraach.
Die Iudẽ könnẽ auch zweyerley ſpraachẽ/ als nä-
lich diſe bey wölchen ſie wonen/ vnd dañethin die Hebreiſch.
die Italiener ha
ben auch die Italieniſche anderſt weder dz Latein/ darnoch ein herrlichere/
welche ſie Cuſcam oder Hetruſcam nennen.
Wie auch die Italiener jetz die
Lateiniſche für jr ſchöneſte ſpraach achten/ alſo hatten die Römer die Grie
chiſche ſpraach bey jnen.
Die altẽ Griechen habẽ auch ein gemeine vñ herrliche ſpraach gehabt. die
außlendiſche was andereſt/ als man in jren verßen vnd gedichten ſehẽ kan.
Die Africaner habẽ auch dreyerley ſpraachẽ. dañ on die herrliche vnd dem
noch die gemeine/ habẽ ſie auch ein eigne Africaniſche ſpraach/ in welcher vyl
bücher verdolmetſchet ſeind worden/ wölche man in dem Lateiniſchen gar
nit mehr hat/ vnd doch bey jnẽ noch vorhandẽ ſeind/ als Ioañes Leo ſagt.

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