Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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ſachen/ Das ſechßt bůch.
zoll von diſem wüſten tranck in denen landen/ ſo kein wein haben/ wachſe.
Nun möchteſt du ſagen/ wann das geleütert waſſer nit mehr faulet/ war
umb faulet dann der bier?
diſes beſchicht darumb daß er nach nitt geleüte-
ret iſt/ demnach weil daß ſaamen wäſſerige füchte widerũb vermiſchet wirt.
Damitt wir aber wider auff den wein kommen/ weil die erpſelen mitt der
zeytt verderben/ verdirbt auch {der} wein.
doch pfligt man öl darauff zů thůn.
wañ man ſie ſeüdet/ beleiben ſie lenger. es werden aber deren weniger/ man
behaltet ſie auch an den kalten vnd trocknen orthen.
dañ es iſt faſt kein füch
te aller dingen ſo kalt.
Man hatt auch in dem brauch wein auß erd beeren/
rocellen/ myrten vnnd wilden kriechen zů machen/ aber nitt aus den pfer-
ſingen oder Pomerantzen von gemeldeter vrſachen/ doch bleibt vß den erd
beeren der wein nitt lang.
Man mag keinen baß haben dann auß den reck-
holder beeren/ doch auß vil beeren allein wenig/ wölcher auch gſund für ein
artzney iſt.
Weil auch der brent wein eines yeden natur bald an ſich zücht/ iſt er auch
weins erhal-
tung.
dem wein auß wölchem er kommet/ etwas geleich.
darũb thůt man den vier
zehenden theil in wein/ wölcher im einen geruch/ aber kein gſchmack gibt/
dann er verleürt ſich inn dem brentnen wein.
der gſchmack iſt auch nit mehr
vorhanden/ weil das ander übertriffet.
darumb nim̃et es auch dem wein ſei
nen eſſigen geſchmack/ wann man rauwen honig in einẽ wächſenen geſchirr
darein hencket.
Es macht aber die räben ründe/ daß der wein nit verdirbt/
von wegen ſeiner gleich förmigkeit/ vñ weil ſie etwas außtröcknet.
alſo thůt
im auch der alaun/ wañ der wein nach neüw vnd nitt veriäſen iſt/ ſo man in
darunder thůt.
Dergleichen ſeind auch die ſchwertelwurtzen nutzlich. Wañ
aber der wein treffenlich eſſelet/ ſoll man weyßen ſo leng inn waſſer ſieden/
biß er zeſerechtig wirt/ demnach wann er kalt worden/ in wein thůn/ vnnd
das faß wol vermachen.
Mein vatter Facius Cardanus bekennet er hab es
erfaren/ doch werde {der} wein faſt ſchwartz/ man můß den hunderteſten theil
nemmen.
Ich acht auch es ſeye waar/ was Cato geſchriben/ deß weins ge-
ruchs zů verbeſſern/ namlich der geſtalt/ man ſoll ein dick vnd ſauber zie-
gel ſtuck in dem feüwr wermen/ demnach verbichen/ an ein hocken binden
vnd in das faß laſſen/ darnach das faß wol zů thůn/ alſo wirt man in zwey-
en tagen vernemmen/ ob ſich der wein gebeſſert habe/ wo nitt můß man im
wider alſo thůn/ ſo lãg als man ſein bedarff.
Es iſt auch kein wunder daß er
von diſem geruch vnnd zwifachen werme/ vorab wañ man es zů mehrmalẽ
thůt/ verbeſſeret wirt.
Vnder denen dingen ſo den wein angenem machen/
werdend auch der Myrtus vnnd roſen gezellet/ man leget die myrten beer
dürr vnd zerſtoſſen zehen tag lang darein/ wölche nitt allein den wein wol-
geſchmacket/ ſonder auch der geſundtheit dienende/ machend.
Man macht
auch den roſwein on roſen/ mitt den grünen pomerantzen bletteren/ wölli-
che in einem palmenen körblin inn den wein gelaſſen werden/ ehe dann der
moſt gißt vnnd ſeüdet.
wann man auch diſe nach vierzehen tagen harauß
nimmet (dann alſo lang ſoll man ſie darinnen ligen laſſen) thůt man honig
darzů.
dann es iſt billich daß er nit allein am geruch/ ſonder auch gſchmack
probiert werde.
Wann du wilt verſůchen ob der wein beſtendig oder nitt ſeye/ ſo behalt
Beſtendigenn
wein zů erken
nen.
deß Cato lehr/ wölcher alſo ſpricht.
Nim ein ſextarium o{der} große halb maß
wein/ wölche faſt bey xx.
vntzen haltet/ dann es iſt mancherley gewicht/

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