Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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ſachen/ Das acht bůch.
vnnd nitt wie andere thier obenanhin. bedenck doch was der menſch für ein
gedechtnuß habe?
alſo daß man achtet andere thier habend faſt keine. dem-
nach auch ſein wunderbar ſchöne geſtalt.
er hatt treffenlichen vyl haar auff
dem haupt/ vyl muſculen oder meüß hin vnd har an dem gantzen leib/ dar
umb er ſich leichtlich an alle orth wenden mag/ ein große bruſt/ breitt füß/
hoche dutten an der bruſt/ vyl reines vnnd ſchönes geblüts/ vyl hirne/ ein
große blaſen/ ein breitte/ weiche/ vnnd allenthalben auffgelößte zungen/
ein gantz hitzig hertz vnd lungen.
Er hatt ſo vyl vnd wunderbar treüm/ dz
man wol ſagen möcht/ jm traumet allein.
doch hat in dinſen dignẽ der mañ
ein großen vnderſcheid von dem weib.
Wie er aber treffenlich vyl gůter ding allein an jm hat/ alſo wirt er auch
Menſchen ia-
mer.
durch vyl trübſal mehr dann andere thier geplaget.
dann jm klopffet allein
dz hertz/ er entpfindet allein deß kützels/ er weinet auch faſt allein/ wiewol
etlich vermeinend/ es weinen die roß/ phaſianen vnnd Thinnen auch/ doch
gieſſen ſie allein threnen auß.
er wirt allein ein ſtumm vnnd lamm geboren.
er entpfindet allein deß reiſenden ſteins/ vnnd hatt faſt allein ein grindige
ſchebige haut.
Wann den roſſen das blůt zů der naſen außlauffet/ kommet
es von der lungen/ darumb iſt es tö dtlich/ dem menſchen kommet es allein
zů der naſen harfür auß dem haupt.
Er ſtam̃let allein mit der zungen/ vnd
wachſet jm allein an den ſtreymen kein haar.
Er redet gar langſam/ neüſſet
zům offcerenmalen/ vnnd wendet die augen offt hin vnnd wider.
Er wirt vyl mehr breſthafft geboren dann andere thier/ vnnd ghet lang-
ſammer dahar.
wann er geboren/ hatt er der mehrtheil grauwblauw augen/
vnd verenderet am aller mehrſten die zeytt ſeiner geburt.
wölliches dann al
les zů ſeiner ſchwach heit dienet.
Hargegen ſpüret man daß allein der menſch aller anderen thieren eigen-
ſchafft an ſich nimmet.
dann etlich ſeind grimmig als die Tigerthier/ etlich
reübiſch als die wölff/ etliche vnmenſchlich als die ſchlangenn/ etlich ſtarck
vnnd grauſam/ als die leüwẽ/ etlich forchtſam wie die haſen/ etlich verbün
ſtig wie die hünd/ etlich vnfletig wie die ſeüw/ etlich ſchwim̃en wie die fiſch/
etlich ſeind gifftig wie die nateren/ etlich früntlich wie die ſchaff.
Alſo auch
anderer geſtalt.
Es ſeind auch etlich ſo jr geſtalt enderend/ als wann ſie mit
jren langen zehen überſich ſteigend/ wie die meüß vnnd affen.
Etlich ha-
bend bewegliche ohren/ wie dann Veſalius anzeigt/ er habe zü Patauien ei
nen Doctor deß rechten alſo geſehenn/ mitt namen Claudium Symionem
von Foroiulien/ einen gar ſchimpfflichen mañ/ demnach auch einen Genue
ſer/ mit nam̃en Petrus Rauaſcherius/ einen dapfferẽ vnd weidlichẽ mañ/
Die vnderſcheid der geberden kommen faſt von der früntlichkeit/ köſt-
Mancherley
arten im men
ſchen.
lichkeit/ ſchöne/ gezierden deß leibs/ wonung/ ſcham in den weyberen.
alſo
vnderweyſung in kinderẽ/ vnd von ſpeyß vnd tranck.
Demnach ſeind auch
ſcharpffe vnd dolle verſtand/ o{der} nach mehr dergleichen.
als liebe zů der re-
ligion vnd wahren Gottes dienſt/ glaub/ weyßheit/ ſtercke/ zucht/ ſtandt-
hafftigkeit/ vnnd anders dergleichen.
Es ligt aber vyl an deß orths natur
vnd gelegenheit/ an gewonheiten/ geſatzen/ vnd notwendigkeiten.
Die In
dier ſeind zam vnnd milt/ hargegenn die Scythier vnnd Parther/ ſo wir
nun gemeinlich Tartarẽ neñen/ wild vnnd grauſam.
Es werdend auch ſol
liche mangel nitt allein bey den landtſchafften/ ſon{der} auch bey dẽ welten ge-
fundenn.
Vor alten zeytten warend die leüth grauſam/ vonn wegen deß

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