Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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ſachen/ Das acht bůch.
ſer natur ſich ſelbs/ vnd beſchehẽ wunderzeichen. Man ſicht dz auß forcht-
ſamen mannlich/ auß arbeitſeligen glückſelige/ auß vnwüſſendẽ weiſe/ auß
ſchwachen ſtarck werden.
dann das menſchlich gemüt faret hinauß/ vñ ver
pflichtet ſich mit einem höherẽ/ erhebt auch den leib darmit.
diſer cinbrũſt
machet/ daß man vergiſſet aller armůt/ arbeit/ vnnd des todts.
darumb
ſtreittend ſie allwegen frölich in Gott.
Doch mag man nit bald durch diſes
liecht angezündet werden/ ſonder es wirt von Gott geben.
Man můß aber
zů erſten der reichthummen vnd aller wollüſten vergeſſen/ demnach auch
ſeiner verwãdten vnd freünden/ die zeitlich ehr haſſen/ vnd alle auſſerliche
güter.
Demnach auch ſeiner geſundtheit vnd des lebẽs/ darnach ſein eigen
vnwüſſenheit vnd boßheit erkennẽ/ vnd ſeine werck haſſen.
die andere men
ſchen aber alleſammen inn Gott/ als ſich ſelbs lieben/ außgenom̃en diſe/ ſo
in dem böſen halßſtarrig ſeind.
Der from̃en werck ſolle er mehr dann ſeine
halten/ nicht zůuil witzig ſein/ nicht gedencken noch lieben dañ Gott/ vnd
in ſelbigen allein hoffen.
Durch diſe neün ſtafflen wirt dem gemüt der weg
bereitet/ daß es ein liecht Gottes werde/ mag auch dann durch keinen zů-
faal oder hindernuß von jm abgeſündert werden.
Solliches hatt Chriſtus
die eylff Apoſtel vnd wenig andere gelernet.
Wann es aber inn Gott ein-
brünſtig/ erkennet es alles was es thůn mag/ vñ zů wölcher zeit.
es iſt auch
nimmer traurig/ iſt nimmer kranck/ thůt wunderzeichẽ/ weißt von keiner
ſund noch hoffart.
Wann ſie aber alſo geſinnet/ darzů vorhin/ (dann diſes
gehört zů beyden zeitten) faſten vnd betten ſie on vnderlaß.
nach der arbeit
verhindert es auch die ſpeiß nit/ wann es angefangen einbrünſtig zůſein/
wie auch das waſſer kein großen brunſt.
Wann aber das gemüt dem teüffel ergeben/ beſchicht in allen dingẽ das
widerſpil.
ſie ſeind vnrüwig/ traurig/ begirig/ krãck/ neydig/ zwitzeren mit
den augen/ daß man ſie allein am geſicht erkennet.
Der Göttlich einbrunſt
bringet allwegen etwas herrliches zůwegen.
Diſe beyd kom̃en in dem über-
ein/ daß der menſch nit mehr wol bey ihm ſelbs iſt.
es kommen auch die bö-
ſen geyſter etwan darzů/ vnd meinet man doch ſelten das die ongefar hin-
ein geſchlichen.
Wann deren eine nit von ſtatt gangen/ endet ſie ſich inn ein
vnſinnigkeit.
dañ ſo das gemüt auß ſeiner rechten ſtatt kom̃en/ ſchwancket
es/ vnd hat ſonſt nicht ſteiffes bey jm.
Es iſt auch noch ein anders hie zůbedencken/ daß mancherley leüt inn
warumb ein
menſch den
anderen über
treffe.
mancherley dingen andere übertreffen.
Die Occidentaliſchen Indier ſo
in Peru wonen/ in den wercken jrer handẽ.
die im neüwen Hiſpaniẽ ſeind/
an ringferigkeit des leibs/ die gegen vffgang an verſtand/ die Türcken an
ſtercke/ die Europeer an behendigkeit/ die Aegyptier vor zeiten in der Ma
thematica/ vnnd die Griechen in Philoſophia.
Solliches beſchicht auß des
gemüts natur/ theil/ vnd gewonheit.
Welchen nun ihr gemüt inn dem leib
gantz verborgen/ daß deſſen kein anzeigung vorhanden/ legend ſich allein
vff die ſtercke/ als die Tartaren vnnd Türcken.
Wölchen aber das gemüt
vergraben/ vnd doch ſtarck bey dem leib iſt/ wañ der leib krefftig/ ſeind ſie
rinferig.
wañ der leib ſchwach/ übertreffen ſie in künſten. als die Indier in
Peru/ welche mit kleinẽ in ſtrumentẽ gar ſubtyl webẽ/ bauwen/ vñ geſchirr
machend.
Wañ dz gemüt nit ſtarck zů dem leib gefaßet/ ſeind ſie zů hãdwer-
cken vngeſchickt/ aber zů ſtudieren gar gůt.
dañ wañ diſes ſchwach/ gibt es
Mathematicos.
wañ es ſtarck/ gibt es Phyſicos. Wañ es aber gar faſt ab-

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