Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen
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Von mancherlei wunderbaren
auff einẽ ſtein oder holtz beyeinanderen bleibt. wañ man diſe ſtarcke artzney
mit ſüßholtz ſeüdet/ gibt es mer ſafft/ dieweil vyl ſafft in dem ſüßholtz ſelbs
iſt.
doch on zweifel vyl milter/ dann es ligt nit vyl daran/ ob deſſen vyl ſeie.
Der anderen allen krafft entpfach ich von ſtũd an alſo in brentem wein/
wie man al-
ler dingen
krafft entpfa
he.
vorab wañ es wolriechẽde ding ſeind.
Ich leg die gůte vñ trockne artzney in
drey oder vier vntz gůten breñten weins/ der in einer gleßnen gutteren iſt/
mit einem engen bundtloch/ ich ſchneid ſie klein/ vnnd laß alſo darinnen
beyßen/ demnach beſchleüß ich die gutteren wol mit einer blateren/ vnnd
gůten weyßen wachs/ vnnd ſtell ſie in ein klein tröglin voll warmer eſchen/
in welcher doch kein feüwr iſt.
demnach ſtell ich das tröglin an ein warm
orth/ vnnd am nachgenden tag zů der ſelbigen ſtund/ zeüch ich die krefft
harauß.
diſes mag auch beſchehen/ wañ man das geſchirr in miſt vergrabt/
oder in ein warm waſſer hencket/ oder was der geleichen krafft hatt/ welcht
vorhin in bücheren von den Subtiliteten angezeigt ſeind.
Diſe krafft hatt
auch die artzney/ welche Elyſir geneñet wirt.
doch wirt daßelbig vollendet/
wann die feülung vollbracht.
diſes aber/ wann es noch gantz iſt.
Es iſt aber die feülung gar nit gůt/ in denen dingen ſo balb verderben.
darumb ſollen wir weder kreüter/ frücht/ noch anders inn warme beyung
vergraben/ wañ wir deren gantze krefft wöllen außziehen.
Welche nun ra-
then/ daß man das außgezogen waſſer inn die trůſen/ oder ſonſt etwan ein
kraut/ ſo geleicher art iſt/ vermiſchen oder vergraben ſolle/ die felen auff
zwen weg.
dann ſie verderbend die artzney/ vnd ſcherpffen diſe zů vyl durch
des feüwrs würckung.
Deßhalben ſoll man allein die wideräferung zůhanden nemmen/ wann
die ding ſollend ſubteyl/ warm vnd trocken werden.
Die feülung aber/ wañ
die ding ſo man zůſammen thůt/ nit recht mögen faul/ ſonder mehr vermi-
ſchet werden/ als die gewürtz vnd gummen.
Wann aber die ſubſtantz zwi
fach oder dreyfach iſt/ vnder wölchen wir eine verderben wöllẽ/ vnd die an
dere behalten/ vnd man diſe nit mag von einanderen ſünderen/ vñ aber es
feüchte/ dann wir begeren züzerſtörẽ/ ſollen wir die artzney vmb ſo vyl ver
graben/ biß das theil verdirbt.
Es wirt aber auch alſo kein lautere artzney
ſein/ mir thüend dañ das verdorben theil hinweg.
dann man můß von einer
yeder gefauleten artzney/ alles das ſo ſcharpff/ der menſchlichen natur zů
wider/ feißt/ vnnd etwas anderſt.
dann diſes ſo gefaulet/ diſtillieren vnd
abſünderẽ.
doch machet diſe enderung der ſubſtantz/ daß etwan das waſſer
ein anderen geruch vnnd geſchmack bekommet/ dann diſes ſo gediſtilliert
wirt.
Der wermůt iſt gar bitter/ vnnd iſt doch das waſſer ſo darauß gezogẽ
etwas ſüß/ vnnd hatt deß wermůth geruch nit.
dann die dickere ſubſtantz
ſo bey der bitterkeit iſt/ ſteigt von der ſchwere nit hinauff/ was aber in dem
marck o{der} ſonſt iſt/ dz iſt feüchter/ ſüßer vñ leichter/ darũb ſteigt es hinauff.
dañ die rund iſt bitter/ dz aber vn{der} der rindẽ im ſtengel oder äſtlinen/ dz iſt
ſüß.
doch nit von des willẽ/ ſon{der} weil es feüchter vnd ſubtyler iſt. Dañ wañ
ein theil des kraut hinauff füre/ darzů allein nach dẽ orth vnderſcheiden/
wurde es ettlicher geſtalt dz waſſer faſt bitter machẽ.
Es iſt aber an keinem
orth bitter/ vnd wirt diſe bitterkeit nit gar võ der ſtatt abgeſündert/ darũb
můß diſes von der ſubſtantz enderung wegẽ zůghen.
Alſo werdẽ vnd müßen
die reinen von den reinen vnnd beſten harkommen.
Deßhalbẽ mögẽ wir faſt gůtẽ brentẽ wein durch ein diſtillierung machẽ.

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