Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen
page |< < (dclxxij) of 997 > >|
728dclxxijVon mancherlei wunderbaren ſchlechte menſchen in ein hohen ſtath. Deßhalben bedau cht mich/ daß diſe
jr glück recht gebraucht/ welche gnůgſam freuelich auß vorwüſſen deß ge-
müt von wichtigen vnd glücklichen hendlen etwas außgeſprochẽ/ aber doch
nit offt.
wan man aber diſes forchtſam vnd verzuglich thůt/ iſt es nit gůt.
Darumb ſoll man von großenn vnglücklichen ſachen ſelten/ vnnd gantz ſi-
cher weyßagen.
Deßhalben fälend wir auff zwen weg. wañ wir eintweders
forchtſam vnd zweyfelhafftig etwas weyſſagen/ oder wañ wir fräuelich on
alle fürwort handlen/ vnnd ſo eine auß den dreyen conditionen manglet.

es můß aber auch die vierdte condition darbey ſein/ nammlich daß man es
diſem weyſſage den es antrifft.
Es ſeind aber dreyerley weg auß dem gemüt weyßzůſagen. Der traum/
11Drey weg
weyſs zůſagẽ
auſs dem ge-
müt.
das looß/ vnd die nieſſung.
Ich will aber beweyſen daß diſe ſeyend/ vnd nit
mehr/ wie ſie auch ſeyend.
dann wachende ſagen wir auß einem trib der na-
tur weyß/ vnnd ſolliches auß der nießung.
Dann es zeiget Ariſtoteles inn
dem bůch von der Thierẽ natur an/ daß die nieſſung ein weyßaglich zeichẽ
ſeye/ vnd darzů auß allen geyſteren vnd bleſtẽ/ allein heilig.
Es vermeinet
auch eben der ſelbig/ daß ſie beſſer nach mittag ſeyend.
diſes iſt ein zeichen
der warheit/ vnd der erledigung von aller gefahr.
Man nennet diſes ein glücklich zeichen der weyſſagung/ wann man ein
22Neſſung be-
deütnuſs.
ſchlacht thůn ſoll/ weil die natur begert alle böſe bläſt hinauß zůtreibẽ.
aber
in anderen geſchefften iſt die nieſſung allein nit glücklich.
alſo daß die alten
wann ſie genoſſen/ weil ſie die hoſen angethon/ wider zů bett gangen ſemd.
wann aber diſes zweymalen beſchicht/ iſt es glücklicher. Man ſoll aber nit
allein in nieſſungen/ ſonder inn allen weyſſagungen (von welchem wir jetz
reden werden) drey ding mercken.
Zů erſt daß es kein nateürlicher handel/
ſonder etwas von der natur abgeſundert/ als mit dem ohrenſauſen/ durch
welches ich vyl jar har der red vnd des geſchrey halbẽ erinnert ward/ ſo von
mir außgangen.
dann es was gar keiner kranckheit geleich/ wie ich dañ jetz-
und entpfind.
dann diſes ſauſen iſt inwendig/ als wañ es angehefftet/ vnd
gantz ſchwer.
der erſt aber was leicht als wann er von auſſen har keme/ vnd
abgeſündert were/ ja es erſchüttet mir das gantz haubt/ als wolte es mich
zwingen auffzůmercken.
diſes aber/ als wann es ein nießung were/ welches
man des Socratis geyſt nennet.
gantz ein wunderbarer vnd faſt vngläub-
licher handel.
Man erkennet diſen am mehrſten/ daß er gantz geheim/ vnd
faſt allwegen in geſchefften har kommet.
vnd ſonſt nit/ wie aber in kranck-
heiten beſchicht.
Zů dem anderen daß diſe auffmerckung von frommen leü
ten beſchehen/ dann weil ſie waarhafftig ſein ſollend/ wie mögen ſie on gött
liche eingebung ſein?
darumb wie möchtend ſie in ein ſeel kommen ſo mit la
ſter beflecket/ vnd allem ſchaden verunreiniget iſt.
Es iſt aber ein yede ſeel rein/ welche diſe vier ding krefftig bey jr ſelbs b@
33Ein reine ſeel haltet.
nammlich ein liebe zů der gerechtigkeit/ ein erkanntnuß aller gůt-
that die man von Gott empfangen/ alſo daß man ihm ſelbs nicht zůmeſſe.
reüw vnnd leid vergangner boßheit/ mitt alles vnbillichen ſchaden erſetz-
ung ſo man einem anderen zůgefügt/ vnnd daß man verzeichung võ Gott
begere.
Darzů iſt offenbar daß man meßig vnd nüchter ſein ſoll. Es begeg-
net auch etwan den bößen weyßagung/ aber zů gůtem dem gemeinen nutz.

doch iſt ſolliches bey den boßhafftigen vnbeſtendig vnd gar ſeltzam.
Sie ha
bend auch in vollbringung der boßheit kein vertreüwen.
dann diſer ſo ein

Text layer

  • Dictionary

Text normalization

  • Original
  • Regularized
  • Normalized

Search


  • Exact
  • All forms
  • Fulltext index
  • Morphological index