Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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[131. Außzug vom ſibenzehendẽ bůch der Subtiliteten/ Hieronymi Cardani Doctors der Artzney zů Meyland/ etc. Von rechten künſten/ vnd künſtlichen dingen.]
[132. Außzug von dem achtzehenden bůch der Subtiliteten/ Hieronymi Cardani DoC tors der Artzney zů Meyland/ etc. Von wunderbarlichen dingen/ vnnd vngläublichen ſachen.]
[133. Außzug vom neünzehendẽ bůch der Subtiliteten/ Hieronymi Cardani Doctors der Artzney zů Meyland/ etc. Von dem Teüfel vnnd ſei/ nem geſpenſt.]
[134. Außzug vom zwenzigeſten bůch der Subtiliteten/ Hieronymi Cardani Doctors der Artzney zů Meyland/ etc. Von den höchſten verſtendtnuſſen vnd Englen.]
[135. Außzug vom ein vndzwentzige ſten bůch der Subtiliteten/ Hieron. Cardani Doc/ tors der Artzney zů Meyland/ etc. Von Gott vnd der gantzen welt.]
[136. Getruckt zů Baſel durch Heinrich Petri im Mertzen Anno Domini M. D. Lix.]
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Von mancherlei wunderbaren
richtet etliche wenig frömbde dohin. diſer aber die ſeinen vnd jren vyl. Das
ſey verr võ vns/ das wir Gott einerley boßheit anklagen wölten.
einẽ yeden
ſchadet ſein thorheit.
Dañ gleich wie nach dẽ gemeinẽ lauff deß geſtirns/ die
leib kranck werden vnd ſterben/ alſo werden auch die gemüter beſchediget
vnd verletzet.
wañ nũ ſolliche anſchickung deßgeſtirns ſtarck ſeind/ vorauß
in denen ſo in der philoſophia nit wol geübet/ machẽd ſie vngerümpte vnd
ſteyffe opinionẽ vnd meinungen.
welche harnoch durch etliche boßhafftigẽ
vnd geyttigen werden zůſam̃en gebracht/ vnd rechgeſtellet.
Alſo ſicht man
daß vyl ſecten ſeind/ ſo gantz ein anderẽ zů wider/ vnd ſchem̃et mã ſich doch
nit zů ſagẽ/ es gefalle alſo Gott.
Gott kan nit böß oder gottloß ſein. Welche
die liebe vnd gůte werck verachten/ vnd grauſam̃e ding rathend/ auch den
laſteren/ vnd zeyttlicher vnrůw anlaß gebẽd/ die ſeind Gott zů wider.
dañ
Gott iſt der beſt/ vnd liebet die beſten.
Du wirſt aber noch zweyflen/ ſagen-
Käzeren hert
neckig keit.
de/ du haſt mir noch nit angezeigt/ wie doch durch die influentz diſe vnſinni
geleüt ſo ſtãdthafftig ſölliche marter leiden.
Ettliche thůnd dergleichẽ als
die übelthäter die man zům galgẽ fürt/ vñ lachen dz man meine ſie ſeiẽ eine@
ſtãdhafftigen gemüts.
Etlichẽ verwãdlet die melãcholey jre ſm̃/ vñ macht
ſie gar doll.
Etlich ſeind ſo gar erſchrockẽ/ das ſie es nit entpfindẽ. dañ ſolli-
ches hatt Hippocrates gelernet.
Etliche denckẽ an an{der}e ding vnd entpfin-
den es alſo nit.
Ich weiß wol dz ich etwã ſo fleiſſig geſtudiert hab/ dz ich den
ſchmertzẽ des grauſamẽ Podagra nit entpfundẽ hab.
Wie vil mehr erſt die/
ſo ſch on in jrẽ ſiñ erſtaunet vñ doll/ auch eines beſtendigẽ gemüts/ vnd der
leiblichẽ marter gewonet/ vñ ſo gar voll melãcholey ſeind?
Die Frantzoſen
lernen jre nackendẽ kin{der} dapffer der ſtreychẽ gewonẽ/ domit ſie in den krie-
gen auch deſter mañlicher mögẽ die wundẽ erleidẽ.
doch hatt võ diſen dingẽ
gnůgſam der Cicero in den Tuſculanis gehãdlet.
Damit wir nun võ diſen
ſachẽ laſſen/ ſo bedencht mich die Soñ die herrſche am aller meiſtẽ über alle
ding von wegẽ der größe vñ mechtigẽ liechts/ demnach der Mon/ ebẽ auch
von der ſelbigẽ vrſach wegẽ/ dañ eriſt vns nach der Soñen {der} gröſſeſt/ aber
doch für ſich ſelbs nit.
Er herrſchet aber am mehrſtẽ über die feüchte ding/
als über die fiſch vnd waſſer/ auch über dz marck vnd hirn der thierẽ/ vnd
vn{der} den wurtzlẽ/ über dẽ knobloch vñ zibelẽ/ dz die vyl feüchtigkeit in jnen
haben.
darũb ſagt Palladius/ wañ man den knobloch ſäyet dieweil {der} Mon
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vn{der} der erdẽ iſt/ vnd den widerũb auß reißt wañ der Mon vn{der} der erdẽ ver
borgen/ werde er keinẽ böſen geſchmack habẽ.
Vnd in gemeyn werden die ſa
men ſo geſäiet werdẽ im vffgang des Mons/ ſtercker vñ vngeſchmackter ge
wächs bringen.
wie auch hergegẽ/ wañ der Mon ab nim̃et/ dz iſt im wädel/
etwas ſchwacher vñ ſcherpffer.
dannenhar achtich/ kom̃e dz große frücht/
Des M@s her
ſchung.
wurtzel/ o{der} kreüter/ ſeltẽ am geruch vñ geſch mack übertreffen.
Ia mã ſagt
auch dz die Baſilien blůmen/ wañ man ſie im erſten Mon ſtoßt/ vnd in ei-
nen neüwen hafen thůt/ werdẽ ſie vmb den Volmon/ an dem anderẽ theil
blůmẽ tragẽ/ wañ man ſie aber noch als lang in der erdẽ vergrabt/ ſo wach
ſen Strifionẽ o{der} Scorpionẽ.
Dem ſeye wie jm wölle/ des geſtirns krafft iſt
größer/ dañ man glaubẽ mag.
Der Sauonarola hatt geſchribẽ/ das in dem
Schalt jar/ die thier vnd die weiber vnfruchtbar ſeyẽ/ ſo aber etlich gebä-
ren/ die gebärend mit ſchmertzẽ.
vnd dz nach mehr vnd einẽ wun{der} zeichẽ ge-
leich iſt/ der ſpitz an dem ſaamẽ vnd die kernẽ in der frucht/ vorauß an dem
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öpfel ſo man Epich nẽnet/ die kerẽ ſich nit obſich zů dẽ blůmen des öpfels/

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