Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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Außzug von allen
groſſen fiſchs/ welches haupt ſo hert iſt als ein ſtein. Diſer laßt ſich finden
in dem Oceano bey Affrica/ vnnd heißt Ambar.
Es ſeind dreyerley/ weyß/
ſchwartz/ vnnd äſchfarb.
das weyß iſt das beſt. Der Sultan in Aegypten
thet Ambram in die wächſenen kertzen/ domit er dem wolluſt/ vnnd der ge-
ſundtheit gnůg thet.
Dieweil aber die ambra theür bey vns/ möchten wir
Laſer/ oder weyrach darunder thůn.
Der ſchwebel ſtinckt allwegen/ iſt aber zů vyl dingen nutzlich. Wann er
über geſtrichen/ vnd ein rauch darauß wirt/ vertreibt er die ſchlangen/ die
omeiſſen/ vnd die ſchnecken.
Wann man ſich mit ſalbet vnd getrunckẽ wirt/
heilet er die raud/ malatzei/ vnd die frantzoſen.
vyl mehr thůt ſolliches das
öl von dem ſchwebel.
er widerſtath auch dem waſſer.
Das Saltz der erden hatt mehr ſchwebel/ darum̃ es ein ſafftig erdemöcht
Das ſaltz hart
öl.
genennet werden.
wann es mit ſchwebelkreiden vermiſchet wirt/ ſo haltet
es öl in jm.
Darumb ſagt Arrianus in der Indiſchen hiſtori/ daß die Ich-
thyophagi auß ſaltz öl überkommen.
Darumb wachſen auch die ölbäum ſo
gern bey dem meer/ dann daß geſaltzẽ erdtrich iſt auch feißt.
Daß aber das
ſaltz in dem feüwr krache/ iſt die vrſach/ daß dz waſſer vnd erdẽ in dem ſaltz
vermiſchet iſt/ vnd ſo es breñt/ můß das jrrdiſch zerſtöret werden/ dann ſo
krachtes.
Zů gleicher weyß die kertzẽ die von geſaltzenem vnſchlit o{der} wachs
gemacht ſeind/ krachend auch/ ſie ſeind aber werhafftiger.
Auripigment/ Arſenicum/ Spießglaß/ vnd der gleichen ſeind alle gegen
wirtig gifft/ vnd nit allein dem menſchen/ ſonder auch den thieren.
Es ſter
bent auch nitt allein die meüß darab/ ſonder auch die wölff/ wo ſie daruon
eſſend/ vnd nit von ſtund an darauff zůtrincken bekommen könnend.
ſie
werden auch daruon ſo taub/ daß ſie jres gleichen thier anfallend/ vnd wel
che ſie beiſſent/ werden auch alſo vnſinnig/ daß ſie inn kürtzer zeit ſterben.
Inn den wölffen iſt es nitt wol müglich/ darumb daß ſie geſchwind waſſer
findend.
Vnder den metallen iſt kein fürtreffenlichers/ dann das queckſilber/ dz
ſůcht man mit großem fleiß.
In dem Aprellen vnd Meyẽ/ am morgen frü/
an einem ſchönen tag/ ſicht man in dem gebirg die auffſteigenden dämpff/
als ein näbel/ der ſich nit hoch auff treibt/ ſonder niderträchtig vnnd auff
der erden ligt.
Es iſt an jm ſelbs ſchwer/ vnd einer düñen ſubſtantz/ gleich
wie das gold/ darumb haben etlich gemeint es möge eins auß dem anderen
gemachet werden/ dann es iſt kein metall welches in dem queckſilber zůbo-
den falle dañ das gold/ die anderẽ ſchwim̃en alle darauff.
Wañ es mitt gold
vermiſchet iſt/ oder auch allein/ ſo durchtringt es ein hirtzen leder/ dz doch
dick iſt.
Alſo ſöndert man das gold. Wann das queckſilber heiß iſt/ ſo legt
man die vergüldten kleider als ſtuck darauff/ oder anders das gold hatt/
vnd wie ich geſagt/ in kurtzẽ wirt das gold von dem queckſilber verſchluckt.
darnach truckt man dz queckſilber auß mit leder/ es bleibt aber zůunderſt/
Goldt zůſchei
den.
vnd als es von einem ſtetigen feüwr weich wirt/ laufft es zůſammen.
Man
mag es auch auff andere weiß ſcheiden/ aber nit on ſcharpffe ſcheidwaſſer/
oder ſchwebel/ vnd mit groſſer arbeit.
Das öl durchtringt ein leder nit ſo
geſchwind/ darumb wirt das queckſilber dünner ſein dañ das öl.
Es durch-
frißt alle metalliſche geſchirr/ kupffer/ ſilber/ vnd pley durchtringet es.
Da
rumb thůt man es beſſer in höltzene/ dann in metalliſche geſchirr.
Es iſt vn
glaublich/ doch mags ein yeder erfaren.

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