Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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200 (cxliiij)
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ſachen/ Das ſechßt bůch.
kraut vnder des knabẽ kraut arth zellend. Dieweil ich aber von diſer geredt
hab/ gedenck ich auch was Dioſcorides von der erſten art des tauſentguldẽ
kraut geſchriben hatt/ daß nam̃lich die wurtzel ſo man gemeinlich Rhapon
ticẽ nennet/ das flẽiſch im hafen/ welches man ſeüdet/ zůſammen fügt/ wel
ches auch ettlich andere von der Heide bezeügend.
Diſes iſt wol gläublich/
als von vorgemeldeter Ragwurtz/ die man kümmerlich ſchneiden ſoll/ es
verwunde ſich dann der menſch.
welches ich ſelbs an einem kraut/ das faſt
dünne/ lange/ herte/ vnd dreyeckechtige bletter hatt/ offt erfaren hab.
dañ
deſſen ſeitten ſchneiden wie ein ſchermeſſer.
diſes beſchicht auch denen/ wel-
che die dünnen rießror anrürend.
Es zeiget auch Varro an/ das auß dem alten rübſaame köl wachſe/ vnd
auß dem kölſaamen rüben.
alſo iſt auch verwächßlung vnder den rübẽ vnd
ſteckrüben/ vnnd diſes nit von wegen des alters/ ſonder auß enderung der
Sonnen/ welches auch gläublicher.
Dieweil aber bekannt daß auch köl
in den rübſtilen/ iſt es kein wunder/ dann ſie habend ein weyche ſubſtantz/
vnd verenderen ſich wenig an ihren theilen/ darumb mag eines leichtlich
auß dem anderen werden/ dieweil ſie auch leichtlich entpfahen vñ vffgond.
dañ was leichtlich vffgath/ das kommet von einem verletzten ſaamen/ da-
rumb mögẽnd ſie auch ihr natur verenderen.
ſie entpfahend aber bald/ dañ
ſie haben vyl vermiſcheter feüchte in jnen.
diſes laßt ſich gar bald bereitten.
Alſo hatt die Baſilien mancherley blůmen/ weiß/ rot/ vnd blaw. es ver-
Baſilien.keret ſich auch etwan diſes gewächs in quendel/ etwan in fiſchmüntz.
Weil
dann dem alſo/ müſſend ſie einanderen etwas verwandt ſein/ vnd ſich hal-
ten wie ein vollkom̃enes vnd vnuolkom̃ens.
Die Ruten iſt alſo ſtarck/ das ich noch wol eingedenck/ ſie habe einẽ men-
ſchen in Schottland geſund gemachet.
weil der ſelbig ſein garten bauwet/
vnd die Ruten ſeüberet/ derẽgar vyl geweſen/ dañ er hatt das heilig feüwr
an den henden vnd der ſtirnen.
Solliches ſagt er/ were jm von dem geruch
begegnet.
alſo das kein wunder ſoll nemmen/ daß ſie ſchlangen vertreibt/
wo man deren vyl an ein orth pflantzet.
Es iſt ein wunder das wir an den Türckiſchen bonen vermercket/ welche
etwas größer dañ die vnſeren/ vnd einer wunderbaren natur/ alſo das ſie
einen menſchen geleich iſt mit der ſtirnen/ augen/ naſen/ vnd mund (doch
ſoll man ein theil von dem ſtil daran laßen) darzů mit zweyen zeügen ver-
waret/ vnd mit einem küne.
Zwar die natur hatt nicht gleicher eines men-
ſchen angeſicht gemachet.
Es ſeind auch bey ettlichen gewächſen ein vnderſcheid in menlinen vnd
weiblinẽ/ als an der Ilice vnd quercu/ ſo eichbäum ſeind.
deßhalben wañ
diſe beyeinanderen ſtond/ flechten ſich die wurtzeln alſo ineinanderen/ daß
man zů allen theilen vermeinet/ es ſeye nur ein ſtam̃en/ vnnd habend diſe
bäum nur ein wurtzel.
ein ſolliche große begird haben das mennlin vnnd
weyblin zůſammen/ daß ſie ſich in einanderen flechten.
Doch eſſen die Per-
ſier ſolliche frucht/ vnd pflantzend ſie auch.
deßhalben haben vyl glaubt/
daß in den thieren vyl ding auß den eyeren harfür kommend on meñlein/
Eyer frucht-
bar on menn-
lin.
ob wol inn der ſelbigen art mennlin vorhanden.
dann domit ich von den fi
ſchen red/ do in einer art kein mennlin/ iſt nit vnglänblich/ ja es iſt von nö
ten/ daß die eyer on die meñlin fruchthar ſeyend.
wo aber die meñlin vor-
handen/ mag es ſelten/ oder gar nimmer beſchehen/ daß die eyer on die

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