Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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ſachen/ Das ſiebend bůch.
diſen ſeind die/ welche rot oder rotlechtig flecken vnd ſtrich habend. Solli-
cher aller vrſach iſt der natur krafft vnd ſtercke/ vnnd ein kommeliche ver-
miſchung/ darzů die verbrennte feüchte/ on welche nitt allein an roßen/
ſonder auch menſchen nicht herrltches beſchehen mag/ wie dann ihren vyl
beredt ſeind.
Wir habend auch vnder anderen liederlichen zeichen diſes vermercket/
daß ich keiner verbrennten feüchte/ dann an der haut/ hab acht genom̃en/
in vns aber übertrifft die pituita vnd kalte feüchte/ das nateürlich geblüt
vnd melancholey/ alſo/ daß ich vyl mehr halte/ daß auß vnderweiſung o-
der zucht/ auß des himmels lauff/ oder ſonſt einer verborgnen krafft/ al-
ler dingen kunſt vnd wiſſenheit harkom̃en.
doch wil ich nit darwider ſein/
daß auch die ſtercke/ behendigkeit/ vnd dap fferkeit in allen thaten/ darzů
die krafft der wirckung/ von der verbrenten gall große hilff habe.
deßhal-
ben beſchicht daß ich nitt ſtarck bin/ ob wol keine diſer qualiteten vnd eigen
ſchafften an mir iſt.
Diſes ſag ich nitt vmb ſonſt/ dann ich weiß/ waß ich hie meinen auffſetze
ren für ein anlaß gib/ als wann ich mich auch etwar für hielte.
doch bin ich
darzů erboren/ daß ich vnerſchrocken die welt von allen irſalen erledigen.
wann ich ſo wol wider den mangel der natur/ als wider böſer leüten nachre
den gerüſtet were/ wolt ich die warheit nit anzeigen.
Deßhalben bedeüten diſe maaſer vnd ſtrich ein herrlich/ weidlich vnnd
adelich gemüt an den roßen/ durch welches auch der leib geregiert vnnd
dapfferer wirt/ doch mehr an geſtalt dann mit der thaat ſelbs.
Es ſeind auch flecken/ welches mehr der thaten dann des temperaments
Der pferden
eigenſchafft
vonihren tha
ten.
anzeigungen ſeind/ als die ſo in mitten des leibs bey der weiche entſthand.
diſe wachſen wañ ein roß in denen monaten geboren wirt/ ſo die Sonn im
leüwen iſt/ dañ zů der ſelbẽ zeit iſt es ſchwach vnd klein/ vnd mag mit dem
maul die mitlen orth des leibs/ da die eingeweid ligen/ nit anrürẽ/ mag ſich
auch nit vor den weſpen beſchirmen.
Alſo beſchicht wann die haut verwun-
det iſt/ daß ſie weiß flecken bey den weichenen bekommen/ diſes ſeind ſchwa
che röſſer vmb dreyerley vrſach willẽ.
Zum erſten weil ſie zů der ſelbigen zeyt
von den weſpen verwundt/ entpfinden ſie ein vnleidliche beſchwerd/ geth
ihnen an den krefftẽ vnd am leib ab/ werdẽ auch alſo mãgelhafft.
demnach
überkom̃en auch die ſtůten zů nach gehnden zeiten/ ſo das fůter vnnd graß
abgeth/ wenig vnd böſe milch/ alſo daß das fülle nit wol mag erneeret wer-
den.
wann nun der winter auch herzů kommet/ habend ſie noch nitt ſo vyl
krefften/ das ſie ſich vor des winters kelte vnd vngemach erweeren mögen.

deßhalben überkommen ſie an dem bauch oder bey den ſchulteren weiße
vnnd kleine flecken/ auß den entpfangenen maſen/ ſo ſie auß den ſtarcken
vnd vylfaltigen weſpen biſſen überkom̃en hand.
Man hatt aber gar gern
die weiſſen vnd kleinen flecken an dem gantzen leib/ vnd die ſchwartze farb
zů auſſereſt an den gliderẽ.
die auſſereſte glider neñet man die füß/ ſchwãtz
vnnd ohren.
wann diſe zů ſchwertze geneigt/ zeigend ſie ein adeliche natur
an.
wann aber vmb die eingeweid ettwas rotes iſt/ vnnd ſonſt das gantz
roß braunſchwartz/ nennet man es roſeyen roth/ vnd nitt ſchwartz.
es iſt
aber auch die ſchwartze farb nitt einerley/ ſonder es ſeind recht braun-
ſchwartz/ ſchwartz/ vnnd etwas heyterer dann braunſchwartz/ welche/ ſo
ſie einer farb ſeind/ morellen oder maulbeer farb genennet werdenn.

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