Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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309ccliijſachen/ Das ſiebend bůch. für ein fabel gehalten. wie ich aber von Calles in Flanderen reiſſet/ weiß ich
nit/ ob mir ein wunderzeichẽ oder etwz an{der}s begegnet.
dañ es iſt ein groſſer
adler neben mir hin geflogen/ welchem gleich ſechs oder acht ander vögel/
weyß nit ob es kreyen oder rappen geweſen/ nochgeuolget.
Es war ein zier-
licher vnd erſchrockenlicher vogel.
Er flog ſenfftiglich/ als wann er ſich nit
bewegt/ do har/ doch gar ſchnel.
ich hab vyl eingeſchloſſen/ aber nie keinẽ le
dig/ dann diſen einigen geſechen.
Ich hab auch etliche überbleibende theil von einem Onacrotalo/ der ei-
11Onocrotalus nem ſchwanẽ geleichet/ zů Zürich vff dem hoff angehefftet/ geſehẽ.
Er hatt
ein gälen ſchnabel eines ellẽbogen lang/ wol geſpitzet/ zů nidereſt war er in
der breitte einer zwerch hand groß/ vnd an der höche auch faſt alſo.
dann er
hatt ſchier ein ſchnabel wie ein diſtel vogel/ dann das er gar lãg/ wie geſagt
iſt.
Ich acht auch das kein vogel ein größeren ſchnabel habe. Dann ob wol
diſer vogel etwas größer dann ein ſchwan iſt/ hatt er doch vyl ein mechti-
geren ſchnabel/ dañ ſeiner größe gezim̃et/ iſt auch vyl lenger dann der ſtor
cken ſchnabel/ auch gleicher geſtalt zimlich dick vnd breit.
Am vorderen leib
iſt er den hüneren gleich/ doch gar weit/ alſo das man eines mẽſchen kopff
mit bedecken möchte.
die füß ſeind den ſchwanen geleich/ vnd gar ſchwartz.
Man hatt diſen in dem Züricher ſee getödtet/ ſo an der ſtatt ligt/ auß wel-
chem die Limmat lauffet.
Man weißt wol dz diſes ein waſſeruogel iſt/ der vyl fiſch frißt/ auch der
großen.
demnach ſpeüwet er diſe wider hinauß/ vnnd liſet zůſammen was
gůt iſt/ die bein aber laßt er ligen.
dann die natur hatt nicht vergebens ge-
macht.
der nam zeiget an/ dz er wie ein eſel ſchreyet/ oder alſo ein getöß ma-
chet.
Man vermeinet diſe ſeyend in dem meer faſt gemein/ vnd kommend
etwan in die ſee/ vnd diſes nitt on vrſach.
Diſes iſt gantz vngereimbt/ daß man Theophraſto zů legt/ namlich/ es
ſeyend in Paphlagonia rebhüner/ die zwey hertz haben.
dañ diſes mag vyl
minder ſein/ dañ das ettliche zwey häupter habẽ.
Doch mag diſes vff zwen
weg beſchehen/ eintweder es wirt an beiden orthẽ geſpitzet ſein/ oder etwas
anders haben/ ſo dem hertzen geleichet/ auß wölichem dann ein ſollicher
22Reb hůn. whon enſtandẽ.
Das aber dz rebhůn ein geyler vogel ſeye/ alſo dz er auch
dem vogler auff dz haubt fliege/ dem iſt alſo.
es iſt auch waar/ daß er liſtig/
vnd thůt der gleichen als were er kranck/ damit er die nachuolgendẽ abwen
de.
Es zeigt auch Ariſtoteles an/ dz diſes entpfahe/ wañ das meñlin allein
ob jm här fleügt/ oder wañ es allein deſſen ſtim̃ höret/ o{der} allein deſſen athẽ
entpfindet.
Solliches iſt faſt ein wunderzeichen/ dann ſo dem alſo/ můß in
dem weiblin ein meñliche krafft zům theil ſein/ wie auch in den ſaamen.
Die Nachtgallen vnd andere ſingende vögel/ die vnderſthond auch mit
jrer ſtim̃ den inſtrumẽten nach zůuolgen.
ſie kempffen ſich auch in dem ge-
ſang miteinãder/ vnd vorab die nachtgall/ etwan alſo halßſtarriglich/ daß
ſie von einander brechen.
Es ſingẽ allein die vögel/ vñ keine vierfüſſige thier/ vyl minder die fiſch
33Vogel geſãg. wir wellen dann die fablen für hiſtorien halten.
auch nit alle vögel/ ſonder
allein die kleinen.
dann die ſchwanen ſingen nit/ das ein groſſer woluſt dar-
hinder ſeye.
doch ſagt man das er ein lieblich geſang füre/ wann er ſterben
welle.
Darumb ſinget allein der menſch vnd die vögel. dar zů nit alle vögel.
dann etlich ſeind faſt ſtumm/ die andere laßend wüſte geſchrey von jnen/

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