Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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Von mancherley wunderbaren
Nereiden vnnd meer göttin geſehen/ ſo biß zů der ſcham einer frauwen ge-
ſtalt/ vnnd hindenauß einer Meerlocuſten oder heüwſchrecken gleich/ wöl
liche geſchüpet geweſen.
wie diſe auch geſeüfftzet vnd geweinet/ habe ſie Ga-
za wider in das meer gelaſſen.
es mag wol beſchehẽ ſein/ dañ ich wolt ſo tref-
fenliche leüth nitt bald heiſſen liegen.
Dergeleichen daß biſchoffen/ Mön-
chen/ vnnd leüwen geſtalt/ vnder ſo mancherley wunderwerck deß meers
erſchinen/ ſo veerr vnd die weſenliche ſubſtantz vorhanden/ mag ich wol zů-
laſſen.
Es iſt aber gar ſchwerlich zů glauben/ daß die beinechtige fiſch nitt
ſolten geſchüpet ſein/ als der Delphin/ Meerſchwein/ vnd Phyſeter.
Orcas oder Meerſchwein iſt ein grauſam meetthier/ wölliches die Bale-
Fiſchſtreyt.nen veruolget/ vnnd eintweders ertödet/ oder auff das land treibt/ wann
ſich diſe nitt vorhin zů obereſt inn das meer entporthůt.
Es iſt ein feiner
kampff/ weil die Meerſchwein durch ein rören große waſſergüß vonn jnen
ſchieſſend/ vnd die Balenẽ lüegend.
Der Phyſeter iſt hundert ſchritt lang/
wie man jn lenger geſehen.
Diſes iſt ein grauſam thier/ vnd den ſchiffen faſt
gefahrlich.
man ſagt es trieffe jm ein feißte auß dem hirne/ ſo ſubteyler dañ
kein öl ſoll ſein.
doch lebet dern keins auſſer thalben dem waſſer. Es iſt auch
bekanndt daß man in der inſeln Lerinenn/ in einem cloſter/ ein meerkalb
aufferzogen/ vnnd nach ein anders in Schotten/ drey iar lang/ doch alſo
daß diſen nitt verbotten in das waſſer zů ghen.
dann wann ſie zam̃ worden/
ghand ſie die ſtegen auff.
wann diſe in einem ſchweren ſch laff ligen/ ſchnarch
lend ſie wie die ſchlaffen den men ſchen/ ſo ein kurtzen oder dicken hals/ oder
denen das zepfflin entpfallen/ wann ſie ein ſchweren fluß haben.
diſe ziehen
hauffechtig dahar/ weil ſie auch nach klein/ ſchreyen ſie wie die gitzlin.
wann
ſie aber groß worden/ brülend ſie wie die leüwen.
Man ſagtes ſoll jr feißte den waſſerſüchtigen vnnd geſchwullenen gůts
ſein/ wann man das angeſicht mitt ſalbet.
es iſt auch genůgſam bekanndt
wie ſich die haar an dem fäl auffrichten.
wie aber diſes beſchehe/ weißt man
nitt.
Plinius zeiget an daß diſe niderſitzen/ wann das meer zůlauffet/ vnd
wann es ablauffet ſich wider auffrichtend.
Rondelletius vermeinet daß di
ſe niderſitzen wann die mitnacht wind wäyend/ vnnd ſich auffrichten wann
die mittag wind vorhanden.
Ander ſagen ſie richtend ſich auff wann ein vn-
gewitter vorhanden/ vnnd ſetzend ſich nider wann das meer ſtill iſt.
Man
vermeinet auch daß deren fäl zů der Podagriſchen ſchmertzenn gůtt ſeye/
wann man ſie über die füß leget.
Man ſagt daß der fiſch Morß auch auß deren arth ſeye/ dann er iſt faſt
fchlefferig.
Deß Manaten oder Meerkalbs gelernigkeit vnnd freüntlich-
keit (von wölchem etwan vor meldung beſchehen) wirt auch vnder diſe art
gerechnet.
dann es iſt offen bar durch vyler gezeügnuß/ dz er bey den xxvj.
iaren in dem ſee Guayanabo von dem Carametexiſchen fürſten aufferzo-
gen/ wöllicher wann die waſſer angangen/ in das meer geflohen/ oder auß
einem anderen anlaß/ oder wann jm ein ſchmach bewiſen.
wie er auch zam
geweſen/ hatt er den Indiſchen kinden (dann man zoch diſen in der inſeln
Hiſpaniola) von dem ſee biß zů jrer wonung nachgeuolget.
Er hatt etlich
haar auff dem rucken/ vnnd iſt nitt gar harechtig wie das meerkalb.
ſeine
händ mitt ſampt den klauwen ſeind geſpalten/ wie deß Helffands/ darumb
mag er wol ghen.
Er lebt ongefahr/ wie auß diſem handel zůuerm ůtten/ bey de n lx. @ a r e
Fiſch alter.

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