Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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413ccclvijſachen/ Das acht bůch.
Wie ghet es dann zů/ daß diſe bey etlichen herlicher/ bey anderen dünckler?
demnach auch in enderungen der zeyt/ bey einẽ/ wölches Socrates gewon-
lich ein demoniũ oder teüffel genennet.
Wie mag auch diſes in allen ein na-
tur haben/ wañ es nit in allen ein ding iſt?
Vnd ob es wol in allen ein ding
vnd geleich iſt/ hat es aber nit ſeine theil?
wie dann/ wie groß iſt es/ o{der} mag
man es gar nit abtheilen.
es iſt aber diſes gar vngeſchickt in beiden theilen
zůſagen/ wie etwan ſonſt gemeldet.
Darumb iſt dz gemüt vnd der verſtand
außgeſpreitet vnd treffenlich groß/ doch mit keinen ziele@@ begriffen.
War-
umb iſt es aber in den leib geſchloſſen.
etwan ſchweiget es auch/ wie vor ge-
ſagt.
Darumb hat das end kein ziel/ vnd ſtrecket ſich mitt allen dingen auß.
es zeücht ſich zůſamen vnd ſtrecket ſich auß/ es ſcheinet/ vnd wirt dunckel/
es růwet vnnd würcket.
vnnd diſes fürnemlich/ weil der anfang ſeiner wür
ckung von einem leiblichen entſthet.
wann ſollicher verderbt/ wirt auch deß
verſtands würckung zů nicht.
Das gemüt iſt auch in etlichen gar fein vnd vollkom̃en/ als in den geleer
ten/ in anderen aber vnuollkom̃en.
dann die vnuollkom̃enheit iſt auch in e-
wigen dingen/ als wann ein finſternuß deß Mons wirt.
darumb iſt das ge-
müt etwan vnuollkommen/ aber es kommet zů der vollkommenheit.
Weil
aber die hinderen den vorderen nit geleich/ nach der him̃el dem roß oder och
ſen/ wie möcht das gemüt nur ein ding/ vnnd jm ſelbs allwegen gleich ſein/
weil das roß vnnd ochs nit ein ding iſt.
Es iſt aber offenbar daß eben diſes
in einem menſchen beſchicht/ vnnd ſich abſünderet.
Dann es fahret das ge-
müt von dem menſchen/ alſo daß etlich verfaren vnnd verzucket werdend/
wie dann mir beſchicht.
Was iſt aber diſes für ein wunder/ daß das tödtlich bey dem gemüt ſein
tödtlichkeit hinlegt/ ſo auch die ding/ wölliche man in dem ſpiegel beſicht/
jr rechte größe verlierend.
Iſt diſes wunderbar/ daß das gemüt mancher-
ley geſtalt an ſich nim̃et/ weil auch der ſpiegel die geſtaltẽ verenderet ſo man
gegen jm haltet.
Darum̃ ſoll der verſtand das liecht/ ſchein/ menſchlich ge-
müt/ ſpiegel/ vnd einbildung der entp findtlichen ſeel (wölche die Griechen
ein fantaſey nennend) etwas höchers/ dañ ein fruchtbarlich ding/ auch ein
rechte geſtalt deß verſtands ſein.
Darumb ſoll man zům fünfften fragen/ wölchem doch das gemüt möge
verglichet werden.
dañ es iſt von nöten dz diſes on vnderlaß alſo ſeye. Wañ
nun diſes ein ſpiegel were/ wurde es für vnnd für ewige einbildung haben/
nitt daß es diſe an ſich nemmen/ ſonder ſo verr es diſe verſthet.
Es ſeye diſes
nur ein oder mehr ding/ můß es ewig ſein.
Sein würckung aber höret auff/
wann die einbildung oder das liecht/ oder der würckend verſtand auff hö-
ret.
Es iſt aber gar bald bey den vollkommen bildnuſſen. darumb habend
vyl glaubt/ das gemüt ſeye ein einbildende krafft.
ſolliche einbildung aber
iſt andereſt in thieren dann menſchen/ aber das gemüt nittt.
Es hatt auch
das gemüt vnnd vollkommene einbildung/ faſt kein vnderſcheid in auſſer
lichen vmbſtenden/ aber ein gantz offenbaren in der ſubſtantz.
dann die ein
bildung oder andere krafft nimbt die ſubſtantz nit von dem gemüt.
vyl we-
niger erſt die ander/ ſo wir ein allgemeine nennen.
Alſo iſt das gemüt auch
von der vernunfft vnderſcheiden/ daß die vernunfft nitt in gemein vonn
den ſachen handlet/ ſonder von beſonderẽ allein.
Darũb můß man fragen/
wie das gemüt die beſondere ding verſtãde/ die doch nit ewig ſeind?
oder ob

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