Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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441 (ccclxxxv)
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442 (ccclxxxvi)
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443 (ccclxxxvij)
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444 (ccclxxxviij)
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445 (ccclxxxix)
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446 (cccxc)
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447 (cccxci)
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446cccxcVon mancherlei wunderbaren bilſamkraut vnder das küße legt. oder von der bintzen frucht deß feiſteren
köl trincket.
demnach wañ man das öl in wölchem das linck aug von einem
igel geſotten/ in die ohren treüffet.
oder wann man ein äglen an die eck der
augen ſetzet/ vnd demnach ſo man diſe herab thůt/ magſaamen ſafft hinein
tropffet.
dann diſes iſt faſt krefftig. Doch iſt noch krefftiger wañ man ſtůl-
zepfflin darauß machet/ vnd wann der ſchlaaff angefangen/ wider dañen
thůt.
oder ſchmir die füß ſolẽ mit ratten feißte/ o{der} mit der ſalbe/ ſo auß roß
waſſer/ roß öl vnnd weichem lät gemachet.
Man ſagt auch/ welches doch
ſchwerlich zůglauben/ wann man die zän mit hunds ohrenſchmaltz ſalbet/
ſoll es ein tieffenn ſchlaaff bringen.
ſolliches ſoll Mundinus erfunden ha-
ben.
Wie auch diſes/ Malchus/ Malchinianus/ Maximianus/ Conſtan-
1414[Handwritten note 14] tinus/ Dionyſius/ Ioannes/ vnd Seraphinus/ wie diſe ſieben ſchlaaffen
de růwen inn dem berg Celior nach dem willen Gottes/ alſo vollbring diſer
ſein diener ein vollkommenen ſchlaaff/ zů wölchem helffe jm der Gott der
da lebt vnd regiert von ewigkeit zů ewigkeit.
Alſo wirt die einbildung diſes
handels/ ob ſie wol nit waar/ zů ſollicher ſach gantz dienſtlich ſein.
dann ich
hab daſſelbig fabel bůch/ vnd wann ich darinnẽ liß/ entſchlaff ich võ ſtund
an.
Alſo geth es auch faſt zů/ doch iſt mehr aberglauben darhinder/ wann
man auff das verhertet miltz ein leinen thůch creützweyß legt.
vnd auff di
ſes ein achs/ welche man mit einem hültzenen hammer ſchlecht/ ſo ſoll das
hert verſch wullen miltz zů nachghenden tagen wider zůrecht kommen.
In diſem aber iſt kein aberglauben/ wann man das menlin der Peonien
11Podagra mil
ren.
wurtzel in dem Meyen ſamlet/ ſo der Mon wachſet/ vnd es für ein artzney
anhencket/ dienet gar wol denen ſo mitt dem Podagra oder grien beladen
ſeind.
Wann einem die naſen blůtet/ ſoll er mit dem finger die ſelbe ſeytten
zů heben/ ſo geſteth es offt.
Etliche ſchreiben auch des Patienten ſtirnẽ mit
ſeinẽ blůt/ Es iſt alles volbracht.
Was hatt aber der göttlich gewalt mit di
ſem aberglauben zůſchaffen?
darumb ſoll man es für ein gebett halten. dañ
es fälet offt/ wie der mertheil ſollicher dingen.
Diſes iſt allzeit gewüß/ wañ
die brüſt gar voll milch ſeind/ ſoll man glaßgutterẽ in waſſer warm machẽ/
an die wertzlin hencken/ ſo ſangend ſie nit anderſt dann wann das kind da-
ran lege.
Es iſt auch bekannt/ daß die ammäler vnnd maſen durch jr eigen
ſaamen ſich verbergen/ vnd zů nichten werden.
Das feber wirt entzündet vnd geth an/ wann man die gehürnet hirtzen-
22@leber zůma
@hen.
kefer in öl ſeüdet/ vnnd den pulß damit beſtreicht.
dañ es iſt etwan gar gůt
wañ das feber einẽ ankommet/ als in dem ſchlag oder zipperlein/ ſo ſie auß
einer kalten materiẽ entſthand/ auch zů zeitten in der fallenden ſucht.
Wa-
rumb aber ſolliches beſchehe/ ob es allein von der werme harkeme/ oder vyl
mehr auß einer beſonderẽ eigenſchafft/ dieweil diſes auch von dem Euphor
bien beſchicht/ wiewol er auffbrennet/ gehört nit an diſes orth zů diſputierẽ.
Wañ man wullkraut auff ein orth legt/ zeücht es blateren vnd geſchwulſt
auff/ oder wann man das orth reibt mit raſpiolen bulfer.
Wann man aber
Triackers/ oder kümmich/ oder eßig darüber ſtreichet/ ſitzt es wider nider.

Vber die ding ſo doll machen/ gehörend auch ander ſtück/ damit {der} menſch
die marter nit entpfinde/ als nãlich Epichſafft/ ſchellkraut ſafft/ ſaffran/
růß/ menſchenmarck vñ feißte/ wañ man es über die pulßadern ſtreichet/
wie auch der eidochſen öl.
wañ man auch den wein trincket/ inn wölchẽ acht
tag der ſaamen von der meerportzelẽ gelegen/ dañ diſe ding machen dz der/

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