Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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ſachen/ Das vierzehend bůch.
es ſeye niemand anderſt/ dem wir etwas ſchuldig ſeyend/ vnnd den wir ver
ehren/ oder jm dienen ſollend.
Wann wir diſes mit reinem gemüt haltend/
machen ſie vns rein vnnd ledig von ſünden.
Ich weiß nit wer der teüffel iſt/
ich erkenn vnnd lieb jn nit/ ich bett allein Gott an/ vnnd dienen jm allein.
Doch ſoll man diſe ding nit dem gemeinen mann fürhalten/ vnnd den vn-
uerſtendigen offenbaren.
dañ wann man ein wohn von den teüfflen bekom
met/ vñ ſich auff diſe künſt begibt/ thůt man dẽ teüffel die ehr/ wölche Gott
zůgehört.
Wann ſie auch den waarſageren mehr glaubten/ dann man aber
thůn ſoll/ begiengen ſie treffenliche große laſter.
Deßhalben ſollend diſe ſo Gott warlich lieben/ allein Gott erkennen. di-
ſes ſeind die/ wölche ehr vnd gůt verachten/ vnd die waarheit höcher dañ jr
ſelbs eigen leben halten.
diſes wolt ich mit vnzalbar orthen der geſchrifft be
weyſen/ wann es nit bey den geleerten als heitter am teg wie die Soñ were.
deßhalben achten ich beſſer/ wañ ich mich zů nutzlicherẽ ſachen wende. doch
hab ich allein diſes acht genommen/ daß die waarſager in dem mögend be-
trogen werden/ wann ſie vermeinen ſie haben ein rein gemüt/ vnd dz liecht
Gottes in jnen/ vnd haben aber das ſelbig nit.
deßhalben wann ſie jnen zů
vyl zů geben/ füren ſie ſich ſelbs vnd ander leüth/ ſo jnen glaubend/ in tref
fenliche große irthumb.
wann ſie aber diſes liecht habend/ mögen ſie gar nit
irrẽ.
doch ſoll man ſich von {der} vrſach wegẽ/ nim̃er auff dz weyſſagẽ ergebẽ/ wã
man von dẽ handel durch kunſt/ liſt/ vñ weyßheit mag verſtendiget werdẽ.
Alſo ſeind neünerley weg waar zů ſagen. Ein Mathematiſche ſo nach deß
Neünerley
waarſogung.
him̃els lauff gerichtet/ diſes iſt in denẽ ſo man gewonet nutzlich/ als nãlich
daß morgen die Sonn wirt auffghen/ vnd in denen wölche vns verborgen
gantz wunderbar.
als namlich wann einer anzeiget/ daß nach taußet iaren
wurde ein finſternuß werden.
Demnach ein kunſtliche/ als in der artzney/
aſtrologey/ phyſionomey/ ſchiff kunſt/ vnd ackerbauw.
darnach ein wun-
derbarliche/ als auß den geburten/ eingeweiden/ blitzgen/ vogelgeſchrey/
zeychẽ am him̃el/ erdbidẽ/ ochſen geſchrey/ waſſerflüß/ vnd anders dergelei
chen.
Auff diſes ein betrugliche/ wañ einer durch ein betrug die waarheit er
faret/ wie wir ſolches in bücherẽ von {der} weyßheit angezeigt/ da wir von dem
hanen geſchrey gehandlet.
alſo legẽ etliche vn{der} die ſchlaffendẽ ein Magnetẽ
als wañ ſie die heimlichkeitẽ ſollẽ anzeigẽ/ deßhalbẽ wañ {der} den ſtein hinweg
thůt/ gibt ſich diſer an der that ſchuldig.
Doch ſeye von diſen ſo vyl geſagt/
vnd will nun von den fünff eigentlichen reden.
Der erſt iſt göttlich/ wölcher auch von Gott erforderet wirt. du ſolt aber
Götliche weyſ
ſagung.
in allẽ weyſſagungen wz art die ſeyen diſes mercken/ dz du allein nach denen
dingen forſcheſt/ wölche durch nateürliche vrſach o{der} weyßheit nit mögen er
kundiget werden/ dẽnach dz du diſes mit reinẽ hertzen vnd gůter conſcientz
vollbringeſt.
Darnach dz du dich mit ſpeyß vñ trãck nit überfülleſt. dz man
auch nit zů verſůchen/ ſonder die waarheit zů erfaren/ damit vm̃gange.
Es
ſeind auch in Göttlicher weyßſagung drey andere ſtuck notwendig.
dz es ein
gůter vnd wichtiger handel ſeye/ vnd dz du allen haß nebend ſich gelegt ha-
beſt/ er gehöre dann billich diſem ſo vnrecht gehandlet hat.
Deßhalben ſolt
du dein gemüt zů Gottrichten/ dich jm entpfelen/ vnd die bücher der heili-
gen geſchrifft auffthůn/ vnnd demnach was dir on gefahr begegnẽ/ durch-
leſen/ vnd fleyſſiglich außlegen.
wañ ſich aber ſolches gar nit zů der frag rei-
met/ ſol du wüſſen daß dir diſe weyſſagung nicht nutzlich iſt.

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