Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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ſachen/ Das fünffzehend bůch.
wann diſes bekannt/ vnd er darauff verharret/ mag man jn wol haſſen als
einen gottloſſen/ vngerechten vnnd ſchedlichen mann deß menſchlichen ge
ſchlecht/ wölcher ein boßhafftiger vñ halßſtarriger knecht Gottes iſt.
doch
ſoll man diſes allzeyt gedultiglichen leiden.
Es iſt aber von diſem heitterer
in den bücheren von den ewigen heimlich keiten geſagt worden.
Nun wöllen wir zů den Göttlichen weyſſagungen kom̃en/ wölliche auch
Götliche wyſ
ſagung.
ein zwifachen vrſprung/ wie die andere habend/ der gůten vnnd der böſen.
wir haben aber von den gůten teüfflen/ oder Götterẽ/ oder geiſteren/ oder
anblaſungen nechermalen meldung gethon.
Vnder den böſen iſt das Del-
phicũ ſo Apollo zů gehört das fürnemmeſt.
dann es was in Phocide darbey
Boetia der berg Parnaſſus ſich in zwen gibel erhebt/ namlich Thitoria vñ
Hyampeo.
Zů obereſt auff dem einẽ was Niſa dem Baccho/ auff dem ande
ren Delphos dem Apollini/ vnd zů niderſt Cyrrha bey dem meer geweycht
vnd zů geeignet/ wölches alles ſtett geweſen.
Es was auch diſer tempel gar
verrümpt vñ gab herrliche weyſſagung/ wölcher zů Delo einer Inſlen auß
den Cycladen geweſen.
Man gab auch in dem traum in vylen templẽ weyſ-
ſagung/ als in Amphiarai tempel/ vnd in Serapen bey Canopen/ vnnd in
Eſculapien bey Pergamen/ vnnd in der kirchen Paſiphaes/ vnd in Ardali
altar/ vnd in Narbaca bey den Hyrcaneren/ vnd in Iſidis tempel bey den
Egyptieren/ vnd in Melopidis in Bubaſten.
Diſe beſchabẽ zum theil von
natur/ zum theil durch anblaaſung/ oder von dem teüffel/ oder durch zůſa
men fügung deß gemüt/ noch dem vnd einer die götter mit teinerem gemüt
verehret/ ob er wol betrogen ward/ weil er die knecht für den herren vereh-
ret.
Es ſeind auch vyl ding durch der prieſterſch afft betrug erdichtet. Doch
ſeind vns diſe ding nit von nötẽ zů wüſſen/ ſonder vyl mehr noch zů fragẽ/
wie man ſie haben möge.
Es hat aber hie eben die geſtalt wie in anderen opf
feren/ wann man mit reinem gemüt Gott verehren will.
Man ſoll aber nit
mehr fragen dann ſich gebüret.
Die überigen ding alle ſeind voll ſchmertzẽ/
gefahr/ lugen/ aberglauben/ abgötterey/ ſtinckend/ traurig/ ſchantlich vñ
eytelkeit/ wölches ein gewüſſe anzeigung der Heidenſchafft.
Die nateürlichen aber entſthond auß ſpeyß/ tranck/ hüle/ waſſeren/ reü
Nateürliche
weyſſagung.
chung/ kranckheit/ ſteinen/ geſtirnen/ vnd auffmerckung der geſichtẽ.
wañ
diſe on verehrung der teüfflen vnd alles aberglaubẽ beſchehẽ/ ſeind ſie nutz
lich.
In ſpeyſen/ wann ſich einer vor allen thieren enthaltet. In tranck/ wañ
einer deß wein oder milch müſſig ghet.
In hülenẽ/ von wegen deß lufft der
erden.
In waſſeren/ die von jnen ſelbs entſpringen/ wölche durch die erfa-
rung bekanndt werden/ wie vor zeytten bey der hüle Trophonien/ vnd vor
zeytten Helicona.
In reüchung/ als in dem weyrauch. In kranckheitẽ/ als
in der Melancholey (das gemein volck vermeinet es ſeye der teüffel/ ob wol
ein offenbare vrſach alles böſen.
etliche vermeinen diſe ding beſchehen von
dem teüffel/ ſo doch die kranckheit nit von Gott/ ſonder die geſundtheit kõ
met.
es iſt aber vyllicht etwas darhinder/ damit die ſeel/ als in dem ſchlaaff
von dem jrrdiſchen band gelediget wirt) darzů in geſteinen/ von wöllichen
wir als auch von auffmerckung deß geſtirn/ etwas redẽ wöllen.
Es iſt aber
nicht ſo krefftig als die geſichten/ vnd geſpengſten.
Wann auch et-
liche Cometen auffghond/ werdend vyl waarſager/ von
wölchem an ſeinem orth ſoll geredt werden.

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