Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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Von mancherlei wunderbaren
größer/ beſchicht auch ſeltzamer/ dann weinẽ. diſes iſt auch mehr dann wü
ſten/ nüeſſen/ vnd ein ſcheiß laſſen wann eim gefalt.
Ich will von den letſtẽ
geſchweigen/ weil ſie offt beſchehen/ vnd allein des erſten/ ſo ein ſeltzã wun-
der vrſach anzeigen.
Der ſchweiß kom̃et wie man ſicht von der hitz. die hitz
aber von erhaltung deß athems/ o{der} von der übung/ von dem trib/ forcht/
vnd nach dem beyſchlaaff.
darũb iſt diſes nicht anders geſagt/ dann er ha-
be ein weiche linde haut gehabt/ ſubteile feüchtigkeit/ vnnd ſtarcke anfech-
tung des gemüts/ wölche er zů üben lang gewonet.
Als ich noch ein knab geweſen/ gedenckt mir noch wol/ daß ich ein Teüt-
Teüiſchen
tranck.
ſchen Haubtman geſehen/ ſo dem Frantzoſen gedienet/ wölcher gewonlich
den wein hinab ſchlucket/ vnd ſein gurgel nie verenderet noch bewegt.
An-
dere ſeind/ die hend vnnd füß ſtarck binden/ vnnd trinckend vyl krüg voll
auß/ wölches ſie für vnnd für wider hinauß harnend.
doch hab ich diſes an
einem anderen orth gedacht/ aber noch nie angezeigt/ daß ich einen man ge
ſehen/ welcher vmb ein kleine belonung/ gleſer/ eyſne nägel/ vnnd vyl an-
dere ding gefreſſen/ welche er bald hernach wider hinauß gekotzet/ wann er
die bruſt ein klein trucket.
eben der ſelbig fraß etwan bey den achtzig großer
rauwer knoblauch.
Deren leüteu magen iſt wie ein ſack/ vnnd fallet hinab
als durch einen teüchel.
Doch iſt noch etwas züchtiger/ daß ihren etlich der thieren ſtimm köñen
an ſich nemmen/ du wurſt ſelbs ſagen du horteſt einen hund/ ſchaff/ ſauw/
oder roß ſchreyen.
es ſeind deren mehr/ dann man bey dem Ouidio findet/
wañ echter die verß von der thieren geſchrey des Ouidij ſeind.
Diſe lernend
ſollichs von ju get auff/ vnd richten alſo jre lungen vnd kälen/ ein jede ſtim̃
an ſich zůnemmen.
doch můß man auch den athem nach gewiſſer maß/ vnd
die zungen nach gelegenheit bewegen.
Der Firmus/ wölcher einer auß den Römiſchen tyrannen zů zeiten Ga-
Groſse ſter
cke.
lieni/ was alſo ſtarck/ daß er ein amboß vff dz hertz legt/ vnd ließ mit ham-
meren darauff ſchlagen/ dannenhar er auch ſein nam̃en bekom̃en.
Gratia-
nus/ des keiſers Valentiniani vatter/ iſt Funatius vnd ein ſeyler genannt
worden/ darũb daß jm/ als er noch ein jünglin geweſen/ fünff kriegßknecht
nit mochten ein ſeyl/ mit gewalt auß den henden ziehen.
Ein anderer iſt ge-
weſen der zů der liebe gereitzet/ wañ man jn wol geißlet hat.
Philinus/ wie
Theophraſtus bezeüget/ hatt inn allem ſeinem leben allein milch ſpeyß ge-
braucht.
er hatt vileicht vermeinet/ er wölle deſter lenger leben. Etlich ha-
ben ſich allein {der} feygen vnd waſſers beholffen/ vnd ſeind ſtarck vnd geſund
geweſen/ doch hatt jr ſchweiß ſeer übel geſtuncken.
Es begibt ſich auch nit allein vyl wunderbares in der natur ſo den men-
Kranckheit
wacht from.
ſchen begegnet/ ſon{der} auch in jren geberden vnd zůfälen.
dann etlichen hatt
des leibs kranckheit zů der ſeelen heil gedienet.
wie man ſolliches bey künig
Ptolemeo dem anderẽ ſicht/ welcher in ſeiner geſundheit ſein brů{der} Argeen
ertödet/ vnd den anderẽ brůder Magẽ mit krieg überzogen.
Sein ſchweſter
Arſinoe/ vñ ſein hauß frauwẽ hatt er in dz cllend verſchickt/ vnd jre kinder/
ſo ſie von dem erſten mañ gehabt/ getödet.
darumb hatt man jn billich/ für
das wi{der}ſpil/ Philadelphen vnd lieb haber {der} geſchwiſtertẽ genennet.
Wie er
aber in ein langwürige kranckheit gefallen/ hatt er ſich gar vff das ſtudie-
ren ergeben.
Strato von Lampſacen iſt ſein leerer geweſen/ vnnd hatt jm
Demetrius Phalereus zů dem ſtudierẽ gerathẽ/ darũb hatt er harnach ein

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