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ſolchen Geiſtesflug folgt, ſo ſieht man, wie frühere Erfah-
rungen, ſowohl Geſehenes als auch Gehörtes und Erlebtes,
das Band ſind, an welchem der Geiſt wie an einem Leitſeil
gelaufen iſt.
rungen, ſowohl Geſehenes als auch Gehörtes und Erlebtes,
das Band ſind, an welchem der Geiſt wie an einem Leitſeil
gelaufen iſt.
Um eiumal ein Beiſpiel derart anzuführen, wollen
wir eine Reihe von Vorſtellungen herſetzen, die ein Menſch im
Geiſte durchläuft, ohne am Anfang zu ahnen, wohin er kommt,
und ohne am Ende zu wiſſen, wie er darauf gelangt iſt.
Denken wir uns, ein Menſch ſieht ein wenig Honig, und da-
bei fällt ihnt ein Bienenkorb ein; beim Bienenkorb weilen
ſeine Gedanken bei der Bienenkönigin, von dieſer kann er, ohne
es eigentlich zu beabſichtigen, auf eine andere Königin kommen,
die Königin Victoria von England; bei dem Namen Victoria
fällt ihm die Sieges-Göttin Victoria ein, die auf dem Branden-
burger Thor in Berlin ſteht, vom Brandenburger Thor wandern
ſeine Gedanken in den Tiergarten; vom Tiergarten nach dem
Goldfiſchteich, von den Goldfiſchen gerät er auf den Gedanken
an den Stör, bei dieſem fällt ihm Caviar ein, beim Caviar
verſetzt er ſich nach Rußland, von Rußland fällt er auf dic
Kreuzzeitung, bei der Kreuzzeitung aufs eiſerne Kreuz, bei
dieſem auf die Befreiungskriege, und wenn er bei dieſem
Gedanken wieder auf die Siegesgöttin Victoria über dem
Brandenburger Thor verfällt, ſo kann er die dunkle Vor-
ſtellung haben, daß er erſt ſoeben an dieſe gedacht hat, ohne
daß er weiß wie? Das fällt ihm auf, er möchte wiſſen, wie
er darauf gekommen, er beſinnt ſich und findet, daß er anfangs
nur von Honig ausging, und begreift es nicht, wie und in
welcher Weiſe er vom Honig wiederholt bei der Sieges-Göttin
Victoria angelangt ſein könnte; und doch hat ſein Geiſt nicht
willkürliche Sprünge gemacht, ſondern an der Hand einer zwa@
loſen, aber doch zuſammenhäugenden Reihe von Vorſtellungen
eine Art regelmäßigen Gang durchlaufen, einen Gang, der
ſehr künſtlich und geſucht ausſieht, wenn man ihn darſtellt,
wir eine Reihe von Vorſtellungen herſetzen, die ein Menſch im
Geiſte durchläuft, ohne am Anfang zu ahnen, wohin er kommt,
und ohne am Ende zu wiſſen, wie er darauf gelangt iſt.
Denken wir uns, ein Menſch ſieht ein wenig Honig, und da-
bei fällt ihnt ein Bienenkorb ein; beim Bienenkorb weilen
ſeine Gedanken bei der Bienenkönigin, von dieſer kann er, ohne
es eigentlich zu beabſichtigen, auf eine andere Königin kommen,
die Königin Victoria von England; bei dem Namen Victoria
fällt ihm die Sieges-Göttin Victoria ein, die auf dem Branden-
burger Thor in Berlin ſteht, vom Brandenburger Thor wandern
ſeine Gedanken in den Tiergarten; vom Tiergarten nach dem
Goldfiſchteich, von den Goldfiſchen gerät er auf den Gedanken
an den Stör, bei dieſem fällt ihm Caviar ein, beim Caviar
verſetzt er ſich nach Rußland, von Rußland fällt er auf dic
Kreuzzeitung, bei der Kreuzzeitung aufs eiſerne Kreuz, bei
dieſem auf die Befreiungskriege, und wenn er bei dieſem
Gedanken wieder auf die Siegesgöttin Victoria über dem
Brandenburger Thor verfällt, ſo kann er die dunkle Vor-
ſtellung haben, daß er erſt ſoeben an dieſe gedacht hat, ohne
daß er weiß wie? Das fällt ihm auf, er möchte wiſſen, wie
er darauf gekommen, er beſinnt ſich und findet, daß er anfangs
nur von Honig ausging, und begreift es nicht, wie und in
welcher Weiſe er vom Honig wiederholt bei der Sieges-Göttin
Victoria angelangt ſein könnte; und doch hat ſein Geiſt nicht
willkürliche Sprünge gemacht, ſondern an der Hand einer zwa@
loſen, aber doch zuſammenhäugenden Reihe von Vorſtellungen
eine Art regelmäßigen Gang durchlaufen, einen Gang, der
ſehr künſtlich und geſucht ausſieht, wenn man ihn darſtellt,
