Bernstein, Aaron, Naturwissenschaftliche Volksbücher, Bd. 6/11, 1897

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72577 das auf das Atmen von ſo großem Einfluß iſt, und das
Gähnen zu veranlaſſen, welches eigentlich nur eine eigen-
tümliche Atembewegung iſt.
Wie innig das Atmen mit den Vorſtellungen des großen
Gehirns zuſammenhängt, ſieht man beim Seufzen, ſobald man
eine Zeitlang von einem traurigen Gedanken eingenommen ge-
weſen iſt.
Auch hier iſt der Reiz auf das verlängerte Mark
wahrſcheinlich, indem das Seufzen ebenfalls nur ein eigen-
tümliches Atmen iſt.
Bielen Menſchen iſt es möglich, künſtlich eine Art Ge-
dankenloſigkeit in ſich hervorzurufen, um leicht einſchlafen zu
können.
Ein langweiliges Buch thut hierin denjenigen gute
Dienſte, die dieſer Kunſt nicht fähig ſind;
aber auch die Ein-
bildung, oder richtiger der unbewußte Vorſatz, an nichts denken
zu wollen, ſetzt der Thätigkeit des Gehirns Schranken und
ruft — freilich nicht immer — den Schlaf herbei, der, wenn
er gut iſt, die Ruhezeit des großen Gehirns bildet.
XXV. Gedächtnis- und Erinnerungs-Vermögen.
Das Gehirn beſitzt eine eigentümliche Fähigkeit, eine
Vorſtellung, die es einmal ſtark gefaßt hat, eine ganze Zeit-
lang in ſich zu bewahren.
Hierauf beruht die Fähigkeit des
Gedächtniſſes.
Da man überhaupt nicht weiß, was im Gehirn
während des Denkens vorgeht, ſo iſt es außerordentlich ſchwer,
das Gedächtnis richtig zu erklären.
Man hat indeſſen Urſache
zu vermuten, daß hierbei etwas Ähnliches vorgeht, wie bei
den Sinnen, namentlich beim Sehen und Hören.
Es iſt nämlich jedermann bekannt, daß, wenn man in
ein recht ſtarkes Licht ſieht und ſchnell das Auge ſchließt

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