Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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ſachen/ Das ſechßt bůch.
geſ alt/ zeit die frucht zůeſſen/ krafft vnd natur von der einpflantzung vñ
ver miſchung mit anderẽ/ eintweders von dem orth/ oder bauw/ oder wañ
die ſaamen oder ſchoß alſo lang in der erden beleiben/ welche etwan auß ei-
nem beſonderen ſafft naß geweſen/ biß ſie augen auß ſtoſſen oder blüen.
Al-
ſo iſt man beredt/ daß die frücht/ ſo herfür kom̃en/ der roſen oder vyolẽ ge
ruch/ doch ringer geſtalt mögen haben.
Was für gewächs aberbäumen werden/ als die rocellen/ ruten vnnd
wie die kreü-
ter zů bäum@
werden.
köl/ die werden gefürdert wann man ſie anhefftet/ vñ fleiſſig ſeübert/ dem
nach fürſicht/ damit ſie im Sommer vor kälte/ winden vnnd wetter ſicher
ſeyend/ im Winter aber ſoll man ſie mit ſtrauw bedeckẽ.
Man ſoll auch nit
allein die bletter vnd kleine ſchoß/ ſonder auch die äſt wañ man ſie ſeübert/
abhauwen.
ſolliches iſt die gemein rechnũg mit allen. Man ſoll jnen auch
vyl narung zů legen/ wie den jungen thieren/ als von miſt oder wůſt/ vnd
daſſelbig mit waſſer begieſſen.
Gleicher geſtalt geth es auch mit dem wach-
ſen zů/ darzů daßdas laub allzeit grůne/ die frucht groß werde/ vnd zů ei-
nem baum gerathe.
Wie aber ſollichs allein denen gewächſen zůgehört/ ſo
lang lebend/ alſo begreiffet es alle andere inn ihm/ dann welches gewechs
einem baum wirt/ das behaltet auch das laub/ mehret ſich/ vnd bringet
größere frucht.
Demnach werden ſie ye lenger ye größer vñ ſtercker/ es thůt
auch an dem anfang wol/ wann die erden weich/ vnnd gůt wetter iſt.
Auß
widerwertigen dingen aber werden die bäum zů geſteüd/ als wir inn den
wilden bäumen ſehen.
Geleicher geſtalt enderen ſie ſich auch an der farb vnnd an der größe.
Straßburg was das köl vnd capißkraut vmb S.
Lucien tag am gröſten.
im Niderland waren ſie purpur farb wie die ſchönen violen/ gantz lieblich
anzůſehen/ alſo daß ſich mencklich verwunderet/ einer ſollichen ſchöne in
ſo ſchlechter ſpeyß/ wiewol man ſagt die weiſſen ſeyend beſſer.
Etliche ſeind
rot von den weintrůſen/ die andere von großer hitz/ als von dem mangolt
geſagt iſt.
es ligt aber nicht daran/ ob die hitz inwendig/ oder alleinring
darumb ſeye.
Es iſt ein gemeine red/ wañ man die krebs an die weydbäum/
oder auch andere bäum hencket/ treibe es alles viech hinweg/ dz ſie diſen nit
ſchaden mögen.
diſes beſchicht zům theil von wegẽ der wüſten geſtalt/ zům
theil von wegen des ſtinckenden geruchs.
dañ alles viech fleücht eines yedẽ
todte thiers geruch/ {der} mertheil auch eines lebendigen/ wañ es ſeiner artiſt.
Damit die feygen bald zeitig werdẽ/ thůn jm alſo/ wañ diſe zů jrer rech
Feigen bald
zeitig.
ten größe kom̃en/ ſo ſtich ein nadlẽ dardurch/ vñ ſalb ſie mit öl/ demnach be
deck ſie mit ölbletteren/ vñ bind ſie wol zů.
dañ wann die werme nit von der
wäſſerigen feüchtigkeit verhindert wirt/ machet ſie die frucht bald zeyttig.
Sollichet hatt Petrus der Aponẽſich Conciliator erfarẽ Etliche ding wer
den auß einer beſonderbaren eigenſchafft gemehret/ als die eppich wurtzel
von dem fenich/ vnd diſes wũderbarer geſtalt.
Alſo laßt ſich etliches kom̃-
lich vnder ein anders ſeyen/ etliche ding aber verderben/ wañ man ſie mit
anderẽ ſeyet.
Der geſtalt beſchicht auch dz etliche gewechs an{der}e zůlaßen/ vñ
etliche an{der}e auß wi{der} wertiger vrſach nit zů laßen.
Ein yeder eingepflantzter
baũ/ der frucht bringt/ behaltet ſein eigene geſtalt/ am geſchmack/ geruch/
ſubſtãtz vñ größe hat er ein mitle art zwiſchẽ jm ſelbs/ vnd diſem ſo er einge
pflãtzet iſt.
Wañ diſe in jrer natur ein großẽ vn{der}ſcheid habẽ/ lebẽ ſie ſchwer
lich.
wañ ſie auch erwachſen ſeind/ verderbẽ ſie bald/ o{der} werdẽ vnfruchtbar.

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