Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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Von mancherlei wunderbaren
welche ſich doch enderẽ. Vor zeyttẽ was das weyß ſenff kraut alſo angenem̃
in der ſpeyß/ daß es die Griechen (wie Plinius bezeügt) Euzomon geneñet/
vnd ein beſonder wolgefallen daran hatten.
zů diſer zeytt aber will es nie-
mand in der ſpeyß brauchen/ die weil es vylicht ein andere art (dañ es ſeind
auch bey vns in diſem kraut mancherley gattungen) oder das ſie vylicht al
lein den ſaamẽ gebraucht habẽ.
Es gedenckt auch Apicius deßen kümerlich
ein mal o{der} zwey/ ſo er doch die ruthen on vnderlaß fürbilder.
wie angenem̃
aber diſe ſeye/ mag ich nit wüßẽ/ doch enderen ſich auch die geberden/ land-
ſchafft/ vnd Religion.
Damit ich aber wider zů vnſerem handel kom̃e/ ſagt
man daß ein bonen/ ſo neün tag in öl gelegen/ ſoll in zwo ſtundẽ blüen/ wañ
ſie in ein warm brot ſtecket.
diſes ſeind wol wũderbar ding/ aber nit faſt
nützlich.
doch iſt die rechnung vnd vrſach gůt/ ourch welche mã auff gleich-
förmige oder widerwertige ding kom̃en mag.
Alſo wañ man die frucht oder
ſaamen in ſüße/ ſcharpffe/ gůte/ vnnd angenem̃e artzney legt/ behalten die
frücht ſo dar von kom̃en/ der ſelbigen krafft.
daßelbig iſt zů beweyßen/ wie
lang ſie es aber behalten/ iſt vngewüß.
Wañ du auch roſen das gantz jar behaltẽ wilt/ ſo ſchneid die blůmẽ vmb
Roſen das
gantz i@r zů
behalten.
den abẽd wañ ſie halb offen ſeind mit einẽ eyßẽ ab/ vnd rür ſie mit der hand
nit an.
wañ die nacht heiter iſt ſo laß ſie vnder dem him̃el/ zůmorgen thůn ſie
in ein vergleſtet irdẽ geſchirr/ vermach es wol/ vnd vergrabs in das trockẽ
ſand.
Ein andere weyß/ die dürre roſen netz mit roßwaſſer/ dañ vergrab ſie
fünff tag in einẽ irden geſchir.
Anderſt/ bind ein faden vmb die abgeſchnite
ne traubẽ/ thůn ſie in ein rhor/ beſchleuß es oben mit wachs vnnd vergrab
ſie.
doch mag ſolliches durch Palladij erfarnuß vyl beßer bereitet werden/
dañ mã ſoll die abgebrochene traubẽ in ein grün rhor/ ſo noch jm grũd ſthet
ſetzẽ/ vnd den knopff võ einander ſchneidẽ/ dañ den knopff wider laßen zů-
ſam̃en ghen.
wañ du dañ deß traubẽ bedarfſt ſo ſchneid das rhor ab/ nim̃ jn
herauß/ vñ leg den in warm waſſer.
Deß geſchmack woluſt ſthet in vyl din-
Geſchmacks
luſt.
gen/ doch mögend ſievier puncten gezogen werden.
wann du noch zwey
ſtuck darzů thůſt/ haſt du ein vollkommen werch.
das erſt iſt ein erwellung
der ſubſtantzẽ/ vnder welchen die vögel am fürnempſten geachtet/ vñ vn{der}
diſen ein qualea o{der} wachtel/ ligt nicht darã es ſeye ein rechte wachtel o{der} nit.
nach diſen ſeind ſo Girardinen geneñet werdẽ/ vñ von dem reiß leben/ es ha
bẽ die Dreſſen ein kleinẽ vn{der}ſcheid von jnen der größe halben.
vn{der} den klei
neſtẽ iſt ein ſchnepff.
vn{der} dẽ großẽ ein Indianiſcher pfaw vñ phaſian. Ein
pfauw iſt köſtlicher/ ein rebhůn geſün{der}.
vorzeitẽ warẽ es die Phönicopteri
auß der adler geſchlecht vnd kramat vogel.
Vnder den fiſchen hieltvor
zeitẽ den Accipenſer/ ſo die ſchüpen für ſich keeret/ am beſtẽ/ welcher mit ge-
krönten dienerẽ vnd trom̃eten für tiſch getragen ward.
Zů diſer zeit ſeind es
die ſtören/ äl/ forenen/ vñ barben/ von welchen wir vorhin gehandlet/ vñ
diſes billich/ dieweil diſer aller geburt/ leben/ vñ geberdẽ wũderbar ſeind/
dz man ſie wol für ſeltzam haltẽ/ ſo mit beſonderer freyheit der natur bega-
bet wordẽ.
die anderen bekom̃en jr anſehẽ/ wañ ſie ſeltzam oder neüw ſeind.
Vnder den vierfüßigẽ thieren halt man den haſen noch für das beſt/ dem-
nach ein wild ſchwein.
dem anderen haltet man in einer yeden arth die
whal für die beſten/ als die feißten vor den mageren/ die mennlein vor den
weibleinen (außgenommen inn diſen orten/ da die eyer den fiſch angenem
machen/ als in Meerforen/ Gamarẽ/ vnd Maijen) die jungen vor den al-

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