Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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Von mancherlei wunderbaren
lauff mögen eben diſes erkennen das Vergilius angezeigt/
Chriſtus ver-
kündet.
Kommet zů vns gar tugetreich/
Die eyſen welt wirt bald zerghen/
Vnd dann ein gulden welt entſthen.
Alſo zeigt Apollo an er werde nach dem fleyſch tö dtlich ſein/ große wun-
der thůn/ vnd doch nach dem todt wider aufferſthen.
Alſo auch Sybillen/
er werde die lammen gerad/ die ſtummen redend/ die blinden geſechend ma
chen/ große ding vollbringen/ den wegdem ewigen leben anzeigen/ vnd
doch vnbillich von der welt verſpottet/ vnnd gemarteret werden.
vnnd vyl
anders dergeleichen.
Deßhalben damit ich in gemein daruon rede/ mag man wol von zůkünff
tigen dingenn weyſſagenn/ vnnd iſt ein můtmaſſung daruon/ oder faſt ein
kunſt.
ia wann man diſes mit dem weg der erkanndtnuß vergleichen/ iſt es
ein gewüſſe kunſt.
ſo vyl aber vns vnnd das end belanget/ iſt die můtmaſ-
ſung betruglich.
dann diſer handel haltet ſich alſo.
Der obereſt verſtand oder regierer deß geſtirn iſt wie ein liecht/ vnd deß
weyſſagers gemüt wie ein ſpiegel.
wann nun diſer vonn allen bewegnuſſen
rein/ werdend zůkünfftiger dingen bildtnuſſen darinnen widerſcheinen/ al
ſo daß ſie von den anſchauwenden mögen vermercket werden/ vnd nit von
dem gemüt/ wie auch der ſpiegel die bildtnuſſen nitt entpfacht/ ſonder ſie
ſpringend von dem hinweg.
es enderen ſich aber die bildtnuſſen ſo offt/ wie
auch die ſpiegel.
dann wann diſe brochen/ vngeleich/ rauch/ oder wüſt/ wer
dend auch vnuollkommene/ zerbrochene/ krumme vnd wüſte bildtnuſſen.
auß diſem entſthet daß ſie nit alle/ noch zů yeder zeyt mögẽ weyſſagen. doch
mag man diſe auch etwan nach allem begeren erlangen/ etwan aber ſeind
ſie gar vngereimbt/ vnd die ſich niendart zů der frag ſchicken.
Wañ aber yemand hie fürwurffe/ diſes were wi{der} vnſer heilige geſchrifft/
wie die weyſ
ſagung an zů
nemmen.
wölliche dergeleichen weyſſagungen den teüfflen zůgibt/ vnnd achtete man
ſolte bey den waarſageren nitt rath ſůchen/ dieweil ſolliches von den teüf-
flen harkeme.
antworten wir/ daß wir auff nateürliche ding ſechend/ vnnd
wann die gründ vnnd anfeng mitt dem handel ſtimmend.
Dann Chriſti
wort iſt waarhafftig/ vnnd wölliche darein geſchriben/ weil ſie wöllen Phi-
loſophi gehalten ſein/ ſeind torechtig erfunden.
Dann wer möchte Lactan-
tium annemmen/ weil er nitt zůlaſſet daß die erd rund/ vnnd leüth ſeyend
ſo die füß gegen vns wendend?
daß er auch ſo liederlich mit dem handel vm̃
ghet/ wölliches doch das gröſt wunderwerck Gottes iſt?
Deßhalben weil
vnſere heilige vätter dẽ gemeinen volck geprediget/ haben ſie vnſerem glau-
ben das anſechen vyl mehr entzogen/ dann geben.
wie auch Auguſtinus in
dem bůch von der ſtatt Gottes/ auch Tertullianus/ Iuſtinus/ vnd Lac-
tantius/ wölliche die kirchen faſt alle für argwöniſch haltet.
es iſt nicht fei
ners in ihren bücherenn dann der heiden Götterenn eytelkeit/ wann ſie
von diſem gelaſſen/ ſagend ſie auſſerthalben heiliger geſchrifft/ vnnd gůte
ſitten zů pflantzen/ nicht gůtes.
dann es gehört die Philoſophey nicht zů ih
rem handel.
Es iſt vyl nutzlicher man wüſſe daß allein ein Gott ſeye/ von wölchẽ al-
les gůtes kom̃et/ in wölches krafft alles bſchicht/ vñ in ſeinẽ namẽ wz gůts
gehandlet wirt.
vnd wañ einer ſchon ſonſt fälet/ ſündet er nicht. deßgeleichẽ

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