Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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Vorred.
in mannliche thaten/ ſonder in die einige weyßheit geſetzet. dann wie er von
den Götteren redet/ ſpricht er alſo.
Sie habend allezeyt das beſt leben/ wie
wir ſolliches nur ein kleine zeyt habend.
es iſt aber die betrachtnuß für ſich
ſelbs am beſten/ vnnd vmb ſo vyl mehr/ ye herrlichere vnnd beſſere ding
durch diſe erkennet werden.
Deßhalben iſt die contemplation/ vnnd deren dingen ſo inn vns ſeind
bedenckung am aller beſten/ vnnd faſt lieblich.
Es iſt noch ein größere zeüg
nuß vorhanden/ wölliche er zů dem glückſeligeſten Künig Alexander (als
vorgemeldet) geſchriben/ auff diſe weyß.
Es iſt vyl ſchöner vnd ſther einem
Künig beſſer an/ wann ſein gemüt recht vnderwiſen iſt/ dañ die geſtalt ſei-
nes leibs/ wölliche mit koſtlichen kleideren bezieret/ zů beſichtigen.
dann es
iſt nichts herrlichers in menſchlichen ſachen/ dañ dem gůten rath wol noch
kommen.
diſes iſt das einig ding/ mitt wölchem wir andere thier übertref-
fen/ vnnd daß wir von dem eewigen Gott/ als ein fürnemmes ſtuck erlan
get haben.
dann ſo es luſtig iſt mitt leiblichen augen etwas zů beſichtigen/
iſt es noch vyl wunderbarer/ wann man etwas mit den augen deß gemüets
beſchauwen mag.
deßhalben habend wir ein ſolche freüd ab vnſeren erfin-
dungen/ daß wir vns in gefahr vnſers lebens für diſe gebend/ als für vnſe-
re kinder.
Vnnd widerumb an einem anderen orth. Noch dem vnnd ein ye-
der ein auffrechtig gemüt hat/ vnnd ſein leben mit vernunfft vollbringet/
alſo iſt er auch Gott am liebſten.
dann weil die Götter ſich ab der beſten ſach
ſo in vns iſt/ vnnd ihnen auch am gleichförmigeſten/ beluſtigen/ iſt billich
daß ſie diſen vyl gůtthat beweyſen/ wölche ſie lieben vnnd verehren/ vorab
weil diſer handel auch ihnen angenem iſt.
es ſoll aber niemandts zweyfflen/
dann daß diſe ding alle bey einem weyſen mann ſeyend.
Alſo iſt der weyß
mann Gott am liebſten/ vnd ſoll billich darumb am glückſeligeſten genen-
net werden.
Wann du aber vylicht den nam̃en vnnd gůten lümbden bedencken/ wer
dẽ nit minder von Ariſtotele dañ von Alexandro meldung gethon.
Ia man
ſagt allein von Alexanders loblichen thaten/ wölche er zů ſeinen zeyten be-
gangen/ vnnd von demm ſchandtlichen niderlag Darij.
ſo doch vyl andere
weyſe meñer/ die mit ſampt Ariſtoteli gelebet/ treffenlich gepriſen werden/
als Speuſippus/ Xenocrates/ Demoſthenes/ vnd Eſchines.
Was haben
wir aber auch von dem Alexandro noch überig/ dann allein die bloſſe vnd
einfache gedechtnuß ſeines nammens vnd weidlichen thaten?
ſo aber Ari-
ſtoteles in ſeinen büecheren gantz vnd gar lebet?
was iſt doch an jm abgan-
Ariſtotelis
vnd Alexan-
ders verglei.
chung.
gen/ dann dz etliche bücher verloren ſeind?
dann was ghond jn der leib vnd
die entpfindtliche ſinn an?
alles das er erkeñet/ was er geliebet/ ja was den
gantzen Ariſtotelem begreiffet/ iſt noch alles vorhanden/ lebet/ vnd wonet
bey vns.
Wann man das alter bedencket/ wöllicher Künig mag dem Or-
pheo verglichen werden?
diſer hat noch erſchaffung der welt (wie man ſagt)
zwey tauſent vnd ſiebẽ hundert jar gelebet.
man weißt aber noch in den ver-
ſen von ſeinem treffenlichẽ gemüt zů ſagen.
ſonſt iſt aller Künigen gedecht
nuß/ wölche zů der ſelbigen zeyt gelebet/ verloren.
Iſt nit der großmechtig
Triſmegiſtus von wegen ſeiner weyßheit/ vnnd nit von wegen ſeines Kü-
nigreichs vnd prieſterthumb/ auff heütigen tag verrüembt?
Alſo mag man
fein ſehen/ wann alles mit einanderen verglichen/ daß nicht nützers iſt/ zů

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