Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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Vorred.
keiten begriffen. Die ordnung aber der gantzen welt/ vnnd aller dingen
ſo darinnen beſchriben/ inn den vier büecheren von dem Fato oder Göttli-
licher ordnung.
Die anfeng aber vnd gründ aller nateürlichen vnnd künſt
lichen ſachen/ hab ich/ als ein gemeine Hiſtory/ inn den ein vnnd zwentzig
büecheren der Subtiliteten außgerichtet.
Deßhalben iſt noch überig gewe-
ſen/ daß ich vonn einem yeden inn ſonderheit inn nochuolgender lehr et-
was handlete/ wölliche ich dann inn ſiebenzehen büecher abgetheilet.
Inn wöllichen für anders diſes an dem ſchwereſten geweſen/ daß ich alſo
mancherley Hiſtorien komlich möchte an einanderen hencken.
dann es we-
re das exemplar vnnd vorbild dem werck gar vngeleich/ wann die ding ſo
inn der gemeinen Hiſtorien vorhin begriffen/ gantz ordenlich vnnd vnzer-
theilich auff einanderen volgten/ vnnd aber die lehr ſo von deß vorgenden
theilen handlet/ vnnd faſt ein figur der bildtnuß iſt/ ſolte ſtuckweiß geord-
net werden/ alſo daß keines auff das ander volget.
Demnoch daß ich inn einem yedem die waarheit anzeigen/ vnnd etwas
neüwes erfinden/ bedorfft einer größeren weyßheit (wie vor gemeldet) dañ
man bey mir finden möchte.
Vorab wann das lob welliches vylen alten/
von wegen eines yeden erfindung/ zůgeben/ mir einigenn ſolte zůgemeſſen
werden/ weil ich vyl ding erfunden hette.
Darumb ob wol eigener rům
ſchandtlich/ vnnd eytele ehrgeitigkeit vngebürlich/ vnnd gantz thorechtig
ſeine eigene ſachen loben vnnd außzeſtreichen/ will ich doch etwas als von
frömbden anzeigen.
dieweil ich vor eroffnet/ daß mein gemüt etwas wey-
ters fürgefaren/ dieweil auch ſollicher dingen erkanndtnuß/ einer größe-
ren weyßheit vnnd beſſerenn natur/ dann nur einem ſchlechten vnd tödt-
lichen menſchen zů gehörig.
Deßhalben wie es einem ehrgeytigen anſthet ihm ſelbs inn ſeiner erfin-
dungen gefallen/ vnnd einem eytelen ſich darinnen zů loben/ alſo gehöret
es zů einem forchtſammen/ die ding nitt dörffen preyſen/ wölliche er ent-
pfangen hatt.
dieweil doch das höchſt lob eines yeden werck iſt/ gantz vy-
len nutzlich ſein/ vnnd den rechten Authorem vnd werckmeiſter erkennen.
Vorab wann der ſelbig vntödtlich geweſenn/ vnnd ein güetiger anzeiger
der verborgenen ſachen.
Zwar wann du inn deinem hauß verborgen biſt/
vnnd etwas ſchönes erfindeſt/ ſo freüweſt du dich hefftig/ vnnd diſes noch
vyl mehr wann es koſtlich.
wann es aber ein ſchatz/ an demm aller mehrſten.
Wie dann/ wann yemandt inn diſem vnſerem gemeinen hauß der gantzen
Welt etwas mögen erfinden/ wölliches bißhar ein gar lange zeyt verbor-
gen geweſen.
iſt es nitt ein lobwirdiger handel/ vonn wölliches wegen di-
ſer ſo es erfunden hatt/ ſich billich fröuwen/ vnnd dem ſo ihm ſolliches an-
gezeiget/ dancken ſoll?
Was ſoll ich vonn demm ſchnellen vnnd vylfaltigen lauff deß himmels
ſagen/ vonn der Cometen vnnd winden vrſachen/ vonn den Elementenn
vnnd was darinnen wohnet/ vnnd treffenlichen großen gewalt hatt/ von
den Gewechſen/ ſteinen/ thieren/ künſten/ völckeren geberden/ vonn
ſo vyl großwichtigen ſachen/ wölliche von den alten harkommen/ vnd wi-
der durch diſe verloren ſeind/ auch von ſo vyl heimlichẽ krefften der natur?
alſo daß wir möchten geachtet werden/ wir hetten dem ſchöpffer etwas wel-
len nochthůn.

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