Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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646 dxc
647 dxci
648 dxcij
649 dxciij
650 dxciiij
651 dxcv
652 dxcvi
653 dxcvii
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Von mancherlei wunderbaren
Man brauchet diſes zů vyl dingẽ/ fürnemmlich aber wann man zů win-
Im winter zů
reyſen.
terzeit über feld reyſet.
dann man machet roßbaar auß leder/ in wölche gar
kein lufft kommen mag.
in der ſelbigen ſeind vier große fenſter auß laute-
rem horn bereittet.
in dem ſom̃er thůt mães an diſem orth auff da der wind
gegen der Sonnen weyet/ in dem winter beſchleüßt man die/ vñ machet in
dem reüchfaß/ auß vorgemelter matery/ ein lieblichẽ geruch.
In mitler zeit
bedarff man keines feüwr/ vnd ſeind die fenſter ein klein offen.
Die Römer
gebrauchen Eſſeden vnd karren an ſtatt der roßbaar.
man zeücht diſe mitt
einem roß.
ſie ſeind aber nitt an allen orthen kommlich zůfüren/ ſonder an
einer ebnenn ſtraaß/ ghond ſie ſchneller/ leichter/ vnnd kommlicher.
aber
durch die rauchen orth iſt ein roßbaar beſſer.
es iſt auch offenbar/ daß man
diſe karren eben ſo wol als die roßbaar beſchlieſſen mag.
Diſe ding ſo zů den
farben gehörig/ ſeind minder notwendig/ doch ſoll man ſie auch nit vnder-
laßenn.
ein yedes holtz wirt vonn der feüchte ſchwartz. die aber/ ſo vorhin
ſchwartz/ werdenn am aller ſchwertzeſten/ als des nußbaum.
welches aber
weyß iſt/ das wirt grůn/ als võ weydbäumen.
dañ ehe daß die abgehauwen
äſt faulen/ überkommen ſie mancherley farb von der feüchte/ vnder welchẽ
die grün am nechſten bey der feüle iſt.
Solliches ſey geſagt vonn gezierden
der gemachen.
Der milch feißte oder raun/ ſo die Venediger brauchen/ vnnd der milch
Milchraum.haupt neñen/ iſt nitt allein geſund/ ſon{der} auch lieblich zůeſſen/ welche mich
Iohannes Fermentius ein tugentreicher mann/ der Venediger legat/ hat
gelernet zůbereiten.
nimb ein gůte milch/ vnd thůn ſie in ein lang vnd eng
geſchirr/ nach dem der milch vyl iſt/ alſo daß die milch in dem geſchirr vier
oder fünff fach ſeye gegẽ der breitte zů oberſt.
diſe ſetz über ein brẽnet feüwr/
ſo kein rauch gibt/ biß daß ſie ſeüdet/ doch ſoll ſie wol bedecket ſein/ daß gar
kein dampff/ ehe dann ſie ſeüdet/ vnnd zůletſt im ſiedẽ möge harauß ghen.
dann ſetz die auff ein dryfůß/ vnnd leg feüwrige kolen/ ſo weder flam̃ noch
rauch haben/ darunder/ vnnd laß ſie vier vnnd zwentzig ſtund darunder
ſthen.
wann ſie lenger da beleiben/ wirt ſie dicker/ vnnd magſt mehr feißte
vnd beſtendiger ſüßigkeit bekommen/ alſo daß etlich biß in drey tag die ſel-
bigen beleiben lond.
dann ſie geſthet oben auff/ vnd mag an einem trocknẽ/
kalten/ vnd lüfftigen orth fünffzehen tag oder lenger friſch bleiben.
Die gemach werden kalt wann man die wend mit bintzſteinen beſtreicht.
Kalte ge-
mach.
dann ſie behaltenn vnnd gebend kein werme.
es iſt vorgeſagt daß die kelte
nicht ſeye.
Es ſeind aber alle element von ihnen ſelbs kalt. ſolte auch etwas
ſo kein leben hatt/ warm ſein.
nein zwar. doch ſagẽ wir/ daß der glatt bintz-
ſtein kalt/ vnnd die wullen warm iſt.
dann was die himmeliſche werme be
haltet/ achten wir warm zůſein/ als die federen/ wullen/ beltz/ vnnd ſeind
aber diſe ding alle/ wann man es recht bedencket/ der thierẽ kleidung.
ſeind
ſie aber darumb warm/ weil ſie dünn vnnd durch tringet:
zwar nein/ dann
der bintzſtein iſt noch durchtringender.
oder weyl ſie dick ſeind? noch vyl
minder/ dann der Porphyrit vnnd marmor ſeind vyl dicker.
oder beſchicht
es weil diſe weich?
daß iſt auch nit. dañ die ſeyden/ flachs/ Algenkraut vnd
pappen ſeind weich vnnd kalt.
deßhalben beſchicht es darumb/ weil die fe-
der auß einer verbrennten trückne/ welche noch nit dürr worden/ vnnd die
wollen auß einer feüchte kommet.

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