Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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Von mancherlei wunderbaren
vngereimbt vñ grobe verß/ wölche in jrer Menſur nit recht geordnet ſeind.
Wann aber der gewalt etwas kleiner/ wirt allein ein gemeine red vnd kein
verß darauß.
Weil aber diſe krafft zů anfang bey Apollo oder in der hüle größer was/
kamend jre weyſſagung auch mitt verßen dohar.
deßhalben ſeind die verß
nit von deß dampff oder Gottes krafft kommen/ ſonder er treib die döchte
ren/ ſo diſem Gott zůgeeignet/ noch ihrer natur auß beſonderem eingeben
zůkünfftiger dingen/ alles harauß zůſagen.
Daß aber der dãpff treibe waar
zů ſagen vnd auch verß zů machen/ iſt kein vngereimbt ding.
dann der wein
thůt diſes auch/ ehe dann die trunckenheit zů dem end gebracht.
Es iſt aber nach ein zweyffel ob diſe waar geweſenn/ vorab weil die Py-
thia nit von ihnen ſelbs/ ſonder von anderen geweyſſaget.
wir mögend nitt
ſagen daß Apollo ein vrſach der ſelbigen geweſen/ dieweil wir noch nitt be-
ſchloſſen/ ob der geleichen Götter oder teüffel vorhanden.
Deßhalben wañ
du diſes in deß himmels krafft richteſt/ wirſt du mencklichem genůg thůn.
dann es regieret über die hüle vnnd dochter/ weil ſie ein iunckfrauw belei-
ben ſolt/ die krafft Veneris/ der Sonnen/ vnd Saturni.
auß wölchẽ auch
die waare weyſſagerin in verßen ihre weyſſagung angezeigt.
man hatt auch
von diſen har den Poeten den nammen der weyſſagung zůgeben.
Alſo hatt
ſich begeben weil ein Göttliche krafft darhinder/ daß in den weyſſagungen
die waarheit etwz größer oder kleiner befundẽ/ nach dẽ ſich die iunckfrauw
geenderet.
Vnnd wann auch die zeyt geenderet/ daß zů letſt diſe krafft gar
veraltet.
darzů daß ebẽ ein iunckfrauw auß mancherley lauff deß geſtuns/
mancherley klarheit/ waarheit/ vnnd wolredenheit der verßen in dẽ waar-
ſagen erzeigte.
darumb iſt diſe krafftan Venus geſtirn ſo recht geſtandẽ ge-
weſen.
Wann auch in der Iunckfrauwen geburt/ vnnd der hüle anfang/ dz
geſtirn beſſer gerichtet/ gieng auch alles rechter von ſtatt.
Alſo iſt die weyſſagung von dreyen dingen harkommen. Auß der erden
krafft/ ſo das gemüt getriben/ auß himmeliſcher krafft in der Iunck frau-
wen/ vnnd auß himmeliſcher krafft in der hüle.
dann wann man baß in die
hüle hinein kam/ machet diſer dampff daß auch ein wachender in die verzu
ckung kam.
Wann aber ein wachender verzuckt wirt/ ob ſie wol ongefahr be
ſchicht/ zeiget ſie doch mancherley ding an/ wölches dann in Pythia durch
das geſtirn/ zů der waarheit vnd zůkünfftigen dingen gerichtet ward.
Deßhalbenn iſt auß diſem offenbar/ warumb die weyſſagung der mehr-
theil waar/ vnnd doch nitt allwegen?
vnnd warumb ſie etwan heiter/ et-
wan dunckel geweſen?
Warumb vonn anfang vnnd noch veyl zeytten/ die
verß geredt wurden/ zům theil von einer krafft deß himmels/ namlich von
Veneris geſtirn/ wölliches dann Poetenn vnnd weyſſager gemeinlich ma-
chet/ Zům theil weil es bey den altenn inndem brauch alles mitt verßen
an zů zeigen/ als Orpheus/ Heſiodus/ vnnd Parmenides/ wölche auch die
Philoſophey mit verßen beſchribẽ.
Zů letſt warumb diſe krafft nit einmals/
ſonder allgemach nachgelaſſen/ zů erſt in ein gemeine red/ dann in vngerei
mete antwort.
Dieweil nit allein der hüle krafft durch das alter verderbt/
ſonder auch die welt/ wölliche dazůmal vnder Anaelis vogtey geweſen/ vñ
von dem auff Sachielen kommẽ.
Wie aber Venus zů dem Marti tretten/
alſo ward auch Saturnus mit dem Iupiter vermiſchet.
Auß diſem iſt offenbar/ daß etliche ſtein vorhandenn/ wölliche den men-
Durch ſtein
weyſs zůſagẽ.

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