Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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Von mancherley wunderbaren
ches zůgange. namlich auß einer zwifachen bewegung deß geſtirn vnnd der
natur.
vnnd alſo auch warumb diſe krafft in den hülenen vollmechtig/ vnd
warumb ſie abgenommen/ auß was vrſachen auch die menſchen waarſager
vnnd Poeten geweſen/ warumb auch vyl habend von der weyſſagung hilff
bekommen/ vnnd der mehrtheil/ ſo ſolliche mißbraucht/ in treffenliche ge-
fahr gefallen.
daß auch etliche auß truglichen künſten die waarheit angezei-
get/ vnnd auß wat vrſach.
Nun iſt nach überig daß wir anzeigen/ warumb die leüth ſo weyſſagen/
weyſſager ver
ſthond nit wz
ſie thůnd.
verzucket/ vnnd ein beſondere andacht bekommẽ.
dann weil das gemüt zů-
künfftige ding ſechen ſoll/ vnnd das ſelbig durch die ſiñ mehr bewegt/ můß
die ſinnliche krafft mehr bedecket werden.
als nãlich wann man in der nacht
die kleinen getöß mehr hören mag dann im tag/ dieweil im tag das klein ge-
töß durch das groß bedecket wirt.
Wie mögend aber die ſinn überfallen wer
den/ vnnd die ſchwechere krafft deß gemüt beleiben/ dieweil die große bede
cket krefft/ auch die kleinen bedecken ſolten?
dañ allein wie im ſchlaff die ent
pfindtliche geiſter růwen/ vnnd die innerliche bewegt werdend.
darumb iſt
in denen bücheren angezeiget/ ſo wir von dem gemüt vnnd ſeel geſchriben/
daß alle vnſere gedancken mit der geiſteren bewegungen geſchehen.
vnd da@
umb verſthet vnd entpfindet man in dem aller tieffeſten ſchlaff gar nicht.
Wann aber der menſch verzucket/ ſo ſchlafft er nit/ ſonder es erſchüttet ſich
allein die auſſerliche krafft.
vnnd beleibt deß geſtirns bewegung ſo das ge-
müt übertriffet/ alſo dz die ſeel/ wölche in anderẽhandlungẽ bewegt vñ her
ſchet/ hie bewegt vnd überwunden wirt/ darzů dẽ gewaltigerẽ gehorſam̃et/
auß wölchem volget daß alle weyſſagung on alle eigne erkañtnuß ſein můß.

Wir ſagend durch den traum waar/ vnnd ſechen doch nit was zůkünfftig/
ſonder allein diſes durch wölliches wir zůkünfftige ding anzeigen.
es ſechen
aber etliche eben das ſelbig auch/ doch iſt dann etwas anders auß dem men
ſchen worden.
Aber in gemein mag der wachend menſch/ vnd der alles erkeñet nit weyß
ſagen.
Dann weil die weyſſagung iſt ein entpfindung deß vnerkañdtlichen
ding/ nach der vernunfft vnnd verſtand/ vnd aber der entpfindtlich ſinn
allein die ding ſo vorjm ſeind erkennet/ vnnd das gemüt was der verſtand
gefaſſet/ volget wann das gemüt weyſſaget/ ſo es bey jm ſelbs iſt/ daß es die
ſelbigen ding erkennet.
Weil aber diſes nit ſein mag/ volget daß die ſo auſ-
ſerthalben der kunſt weyſſagen/ nit erkennẽ was ſie vorhin anzeigen.
Wañ
nun yemandt nit erkennet/ ſo ſchlaffet er oder iſt verzuckt.
Du ſprichſt aber
wöllicher durch ein gewüſſe rechnung/ als durch die Geomantey/ zůkünff-
tige ding ſagt/ oder verſthet was er redt/ vnnd ſchlaffet nit/ iſt auch nit ver
zucket.
Ich antworten daß diſe ſo alſo weyſſagend/ wol die außlegung ver-
ſthond/ ſo vyl ſie ſich auff die außlegung richten/ aber den handel an jm ſel-
ber nit.
es thůt ſich aber das gemüt zů diſem als zů einer figur/ vnnd nim-
met die figur an ſich/ vnnd wirt aber der handel ſelbs mit der figur verglei
chet.
Dieweil es dann in einer würckung iſt/ wölliche auch gegen ihm wür-
cket/ wirt es betrogen/ vnnd vermeinet diſes zů wüſſen/ wölliches er aber
nitt weißt.
Dann die erſt handlung die von dem waarſager beſchicht/ iſt jm allzeytt
vnbekanndt.
aber es iſt nit von nötẽ dz die ander alſo ſeye. es iſt aber die erſt
handlung ein vergleichung {der} ſeel gegẽ {der} figur.
darũb iſt diſe vnbekañt. dañ

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