Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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Außzug von allen
geriben werdend/ überkommend ſie ſolliche werme/ daß ſie kaum leidtlich
ſeind.
Man findet deſſen gar große ſtuck. Dann zů Rom inn Sant Peters
kirchen ſeind ſechs ſeül auß demm ſtein gemachet.
Zů Cöln iſt auch ein O-
nyx/ breiter dann einer zwerch hand/ vonn wöllichem vor zeyten Albertus
jetz Agricola ſagt/ daß er weiſſe adern habe/ wie zwey junge heüpter/ er hat
auch ſchwartze/ geleich wie ein ſchlang/ auß einem haupt in das ander ſtei-
gende.
In demm kinbacken der anderen iſt ein Mören kopff/ mitt einem
ſchwartzen bart/ die überige farb iſt wie ein finger nagel.
Es iſt auch ein geſchlecht Onyches das man nennet Chalcedonium/ von
der ſtatt Bithynie alſo genennet/ der himmelblauw iſt/ der aller köſtli-
cheſt/ der ander auch himmelblauw/ aber doch oben bleich vnnd dunckel/
zů vndereſt ſchwartz/ heiſſet Nicolus/ machet den tragenden traurig vnd
freuel/ bringet auch erſchrockenliche treüm/ dann er zwinget die geiſter al-
ſo/ daß er traurigkeit vnnd trübſal machet.
Der dritt iſt eyſenfarb zů obereſt/ vnnd vnden ſchwartz/ mitten weiß/
wirt geheiſſen Oculus oder aug.
Es möchte einer fragen wohar ſolliche figuren demm edelgeſtein har-
kemend?
dann es iſt nitt gleüblich daß ſie ongeferdt/ all mitt einanderen/
alſo werdend.
Dieweil/ wie wir da vnden wöllen anzeigen/ vyl auß einẽ ge-
ſchlecht gleichlich figuren habend.
Darumb ſagen ich daß zweyerley figu-
ren ſeind.
Die erſten ſeind von natur alſo gewachſen/ die anderenn gema-
chet.
Die von natur alſo gewachſen ſeind/ die habend ihre krafft/ vnnd ihre
bedeütung.
Alſo hatt man ein ſchwartzen ſtein gefunden/ geleich wie ein kugel/ wölli
Ein wunder-
barer ſtein.
cher obenhar geſtümplet geweſen/ zů obereſt aber hatt er ein ſchlangen ge-
habt/ als wann ſie dahar gemolet were/ zů vndereſt war er bleich/ vnd nier
gendt durchſchein.
Wöllicher diſen Alberto geſchencket hatt/ ſagt daß bey
demm ſtein mehr dann fünff hundert ſchlangen zůſammen kommen ſeyen.
Dann inn einer matten/ wölliche zwiſchen demm Schwaben gebirg liget/
iſt er funden worden vnnd daſelbſten die ſchlangen vmbgebracht vnnd zů
todt geſchlagen/ vnder wöllichen er lag/ vnd von den kriegßleüten deß Für
ſten mitt ſampt demm großen ſchlangen kopff auffgehebt/ vnnd heim ge-
tragen worden.
So iſt nun zů můtmaßen/ daß der ſtein ſolliche krafft von natur in ihm
gehabt/ das er die ſchlangen zů ihm zuge.
Es iſt auch zů glauben/ daß bey
der ſtatt Veron oder Dieterich Bern/ vnnd inn den vmbligenden felde-
ren/ ſtein funden werdend (als Leo Baptiſta Albertus ſagt) in wölche Sa
lamonis ſigel/ oder weißwurtzen auff ihnen gemalet bringend/ wölliches
nitt vngefahr/ ſonder nateürlich alſo worden iſt/ darumb habend ſie auch
ihr ſondere krafft.
Von den gemacheten ſteinen zweyfflet man nitt nur ein wenig. dann es
kan nitt wol ein vrſach gefunden werden.
nichtsdeſterminder aber habend
ſie etlicher maßen ihre tugent vnnd krafft.
Solliches iſt aber mehr mitt ex-
emplen/ dann mitt vrſachen beweret worden.
Die vrſach möchte ſein/
daß ſolliche krafft vnnd tuget demm ſtein angeboren/ wölliches die vnuer-
ſtendigen der figur zůmeſſend/ als Galenus vonn einem geſchnitzeten Ia
ſpide ſagt.
Oder es hatt alſo müeſſen ſein. dann keiner hatt diſen (damit ich
ein exempel gebe) der nitt ſicher ſeye geweſen vor ſeinen feinden.

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