Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

Table of figures

< >
< >
page |< < (dcccvi) of 997 > >|
Außzug von allen
gend diſes kümmerlich anrüren. Die blaſen verletzend allein die ſcharpffe
artzney.
diſe tödten gar ſchnell. doch mögend die auch ſchnelliglich beſchedi
gen/ vnd ſpat vm̃bringen.
Die gifft aber ſo heimlich vnnd ſpat tödten/ be
ſchedigen die lungen/ leberẽ vnd magen/ daß man den betrug kümmerlich
mercken mag.
Was den magen beleidiget/ hatt ein ſtätigen ſchmertzen/ vñ
der mertheil ein oben außbrechen.
Was zů der lungen tringet/ macht den
hůſten vnnd ſchwindſucht.
welche der leberen zů farend/ die verderben das
geblüt/ bringend die gälſucht/ etliche die waſſer ſucht/ der mertheil ſtarcke
feber/ welche tödten.
Ich hab an einem anderen orth beſchriben/ wie auß
dreyzehen mannen/ ſo in der ſtatt Galarathe zůgaſt geladen/ ihren eylff ge-
weſen/ ſo gifft getruncken/ welche alle zů vngewüſſer zeit geſtorben/ ob wol
etliche vnder jnen geweſen/ ſo vorhin ghen Rom gezogen/ vnd wider kom-
men ſeind.
Diſen hübſchen fund hatt man auß der ſelbigen ſtatt gebracht.
Wir wellen zů anderen zeiten etliche zeichen anzeigen/ bey welchen man
Oiffes zeichẽ.erkennen mag/ daß der menſch gifft getrunckẽ/ wiewol er diſes nit vermer-
cket.
auff dißmal aber wil ich allein die fürnemſten eroffnen. Zům erſten
wann man eines ſtinckenden geſchmacks inn der ſpeyß entpfindet.
vnnd ob
wol nichts ſtinckents vorhandẽ/ vermeint man doch es ſeye ein geſtanck zů-
gegen.
Alſo ghet es auch inn den grauſamen geſchmacken zů. Wann auch
on ein ſichtbare vrſach ſchmertzen vorhanden an der leberen/ oder magen/
oder ein engſtigũg inn der blaſen/ oder ſchnelles blůtſpeyen/ ſo von jm ſel-
ber kommet.
Wann auch die langſamen ſchwindſucht vorhanden/ iſt ein
zeichen daß man gifft getruncken.
vnnd wann ſich die farb an dem gantzen
leib verenderet/ welcher man nit helffen mag.
Ich will aber hie nit von den
kranckheiten handlen/ ſonder mehr was ſubteyl iſt/ inn diſer handlung an
zeigen/ nammlich wann kein böſer geruch oder geſchmack vorhanden/ vnd
man diſer beider entpfindet/ dann diſes iſt des giffts anzeigung.
Solliches
kommet von der Melancholey/ welche diſe geſtaltenn ein bildet.
wie es ſich
dann auch mit dem geſicht begibt/ bey denen ſo von einem tobenden hund
gebiſſen.
dann das langwerend gifft machet diſe ſchwartze feüchtigkeit. Hie
entſthet aber ein großer zweyfel/ weil vyl ding vorhanden/ ſo den tod ettli-
che jar lang auffenthalten mögen/ vnnd doch gifft ſeind/ daß wir nit auch
etwas inn der ſpeyß brauchend/ ſo zů dem tod vrſach gibt/ wiewol gar ſpat/
daß man es für kein gifft haltet.
Wann etwas der geleichẽ vorhanden/ wirt
es der ſchwummen art haben.
Weil aber mancherley kranckheit/ in vyler-
ley alter/ temperaturen/ gewonheit zůleben/ künſtẽ/ ſtercke/ vnd anlaßen/
auch vyl ein ander end dann die andere nemmen/ wer wolte bald diſen ſcha
den vermercken mögen?
Alſo ſeind auch vyl wilde kreüter/ welche wir onge
fahr eſſend/ dann es ſeind vyl ding verborgen.
es werden auch vyl ding von
den Salamandren/ ſchlangen vnd krotten vergifftet.
das kraut Chamele
on iſt den ſeüwen/ wölfen vnnd meüſen/ ein gegenwertiges gifft.
mag diſes
nit auch mit der zeit ein menſchen hinnemmen?
dann was ſchedlich iſt/ das
bringet mit der zeit vmb.
zwar der leym ſo an deſſen wurtzel wachſet/ tödtet
die menſchen.
Was auch den gewüſſen todt bringt/ vnd aber getemperiert
wirt/ haltet man für ein langwerendes gifft.
Es ſeind auch etliche gifft/ welche allein durch ihr anrüren ertödten. dañ
Hunds ſchaü.wann eines tobenden hunds ſchaum einem an das orth kommet/ welches
etlicher geſtalt verwundet/ oder von welchem allein die haut abgezogen/

Text layer

  • Dictionary

Text normalization

  • Original

Search


  • Exact
  • All forms
  • Fulltext index
  • Morphological index