Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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ſachen/ Das dreizehend bůch.
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              <pb o="dlxxix" file="0635" n="635" rhead="ſachen/ Das dreizehend bůch."/>
            etliche biſem kernlein vnder einem geſchirr/ ſo in der mitte ein kenel hatt/
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            vnnd entpfacht den rauch in einer gleßenen gutter/ auff welche man ein an
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            dere ſtellet voll waſſer/ vnnd thůt es alſo zůſammen/ damit wann ſie beid
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            warm/ dz waſſer ein lieplichen geruch bekom̃e. </s>
            <s xml:space="preserve">zů letſt behaltet man dz waſ-
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            ſer in deren gutterẽ ſo den rauch entpfangẽ/ vñ thůt einwenig biſem darzů.</s>
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            <s xml:space="preserve">In dem winter machet ein roßbaar den weg lieplichen/ vnnd in dem ſom
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            mer ein karren. </s>
            <s xml:space="preserve">man mocht die karren zů Keyßer Auguſti zeytten alſo kom̃
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            lich füren/ daß ſie hie zwiſchen kondten in dem brett ſpilen. </s>
            <s xml:space="preserve">es ſollen zwey ho
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            he reder ſein/ ſo hotzlet es deſterminder. </s>
            <s xml:space="preserve">dañ vier reder nem̃end ein größere
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            weyte ein/ weyl ſie noch der lenge zwifach ſeind/ deßhalben hanget der wa-
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            gen vnnd ſpringet ſchnelliglich hin vnd wider. </s>
            <s xml:space="preserve">Wann aber allein zwey klei-
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            ne reder ſeind/ ſo den laſt nit mögen tragẽ/ ſeind ſie weder ſchnell noch kom̃-
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            lich. </s>
            <s xml:space="preserve">Solliches beweiß ich alſo. </s>
            <s xml:space="preserve">es ſeye ein rad wölches halb Diameter ſeye
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            A B/ vñ ein anders welches Diameter F G. </s>
            <s xml:space="preserve">es ſeye aber
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            das vierfach A B/ F G/ vñ gãgen beyd ein gleiche weit-
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            te/ als nam̃lich ſeye {der} halb diameter F G/ vñ ſey in dem
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            A B die weite B C/ vñ in dẽ F G dz G L/ ſo iſt zwiſchen
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            diſen C vnd H. </s>
            <s xml:space="preserve">durch welche ſol man võ den Centrẽ vñ
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            mittel punctẽ A C D F H K liniẽ ziehẽ. </s>
            <s xml:space="preserve">alſo iſt bekañt/
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            dz C B {der} achteſt theil an A B iſt. </s>
            <s xml:space="preserve">alſo iſt C A acht theil/
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            vnd faſt ein ſechzehend theil an einẽ gantzẽ/ darũb iſt C
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            D auch ſo groß. </s>
            <s xml:space="preserve">Weil aber H G der halb theil an F G/
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            vnd F G zwey ſeind/ weil es gleich iſt dem L G/ vñ der
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            viertheil A B/ ſo wirt dz B G eines ſein. </s>
            <s xml:space="preserve">deßhalbẽ wirt
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            H F eines ſein/ vnd drey viertheil/ alſo wirt H K der viertheil an einẽ ſein.
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            <s xml:space="preserve">weil dann die neigung an C D der ſechzehend theil an einem iſt/ vnd H K
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            der viertheil/ wirt der karren mit dem rad F G viermalen mehr hotzlen/ dañ
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            mit A B. </s>
            <s xml:space="preserve">Darumb wirt der karren mit hohẽ rederẽ allenthalben leichtlichẽ
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            dohar faren/ alſo daß ſich dz brettſpil gar nit verwenden mag. </s>
            <s xml:space="preserve">Es iſt aber
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            auch offenbar/ ye größer ſie ſeind/ ye ſtercker ſie auch ſein ſollẽ. </s>
            <s xml:space="preserve">vnd ye ſter-
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            cker/ ye ſchwerer. </s>
            <s xml:space="preserve">darũb müſſen auch mehr joch rößer daruor geſpãnet ſein. </s>
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            Es mag aber ein roßbaar von den mauleßlen ſanffter getragen werdẽ/ al-
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            ſo dz ſie im winter allenthalben beſchloßẽ/ gleſene fenſter haben/ vñ wol be
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            reüchet ſeyen/ ſo mag man on ſchaden allerley wolluſt darinn entpfahen.</s>
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            wegfart.</note>
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              <variables xml:space="preserve">a e c b d f k g</variables>
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            <s xml:space="preserve">Was in dem winter blůmen vnd frücht herfür bringẽ/ ſoll heiß/ feißt vñ
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            ſubteyl ſein/ als die treberten ſeind ſo kein haut haben/ vñ dz überblibẽ iſt
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            an den oliuẽ/ wañ die ſtein daruõ gethõ/ darzů der miſt. </s>
            <s xml:space="preserve">Alſo vergrabt man
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            an dem erſten tag October die vnfruchtbarẽ negelein vñ violẽ gewechs/ vñ
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            anderer der gleichẽ mit ſampt der wurtzel/ dañ kom̃en blůmẽ in dem winter
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            herfür. </s>
            <s xml:space="preserve">alſo beſchicht auch den erdbeeren vñ melonẽ/ doch mögend diſe vm̃
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            jrer größe wegẽ nit zeittig werdẽ. </s>
            <s xml:space="preserve">ſie werdẽ aber onfruchtbar oder witling/
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            wañ mã allgemach die ſchoß ab ſchneidet. </s>
            <s xml:space="preserve">dañ wañ der gewechſen krefft gar
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            erſchöpffet/ mag man jre frucht vñ blůmẽ zů einer anderẽ zeit richtẽ/ darũb
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            ſterbẽ ſie gleich mit ſampt jrer neüwẽ frucht. </s>
            <s xml:space="preserve">Alſo beſteth die gantze rechnũg
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            in vier gebotten. </s>
            <s xml:space="preserve">wañ man die ſchoß darinnen behaltet/ an eine warmẽ ſtatt
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            thůt/ feißte narũg zů legt/ die ſich aller dingẽ recht zů dem gewechs ſchickẽ.
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            <s xml:space="preserve">Alſo thůn ich die vrſachẽ der geſtalt zů allẽ dingen/ dieweil diſe allein im̃er-
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            werend ſeind/ dañ die erfarnuß hab ich allein der leer halben hinzů geſetzt/</s>
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