Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen
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Von mancherlei wunderbaren
Planten oder gewechſen/ doch ſeind diſe den gewechſen etwz neher/ wie har
gegen die wallfiſch den vierfüßigẽ thieren.
die andere fiſch ſeind faſt gleich
weit von diſen beiden/ wie ſie dann auch von jnen vnderſcheiden.
Wir wöllen auch vnder die größeren wunderwerck des meers diſes erzel
Naupliẽ oder
farkuttel
weyſs.
len/ ſo von dem Nauplio oder farkuttel geſagt wirt.
dañ diſes thier iſt dem
ſepien gleich/ vnd ſchleiffet allein auß gemeinſchafft {der} natur mit dem Nau
tilo oder ſchiff kuttel in ein ſchnecken hauß/ vnd wañ das meer ſtill iſt/ laßt
es ſeine rüder hinab/ vnd iſt ein ſchiffman.
wañ aber der wind wäyet/ ſtre-
cket es diſe auß/ vnd ſpannet ſeine ſegel/ füret alſo ſein geſellen/ vnnd wirt
auch von jm gefüret.
Geleicher geſtalt iſt gewüß das die Cancellen vnnd
krebs arten auch in der geſpitzten berlin ſchnecken heüßlin ſchlieffend/ vnd
lebt alſo on alle geſtalt/ weil es wie die geſpitzten ſchnecken mit einer ſpitzen
ſchalen bedecket.
vnd geth aber der krebs herauß. diſes thier wohnet nit bey
anderen/ ſonder ſchleifft allein inn fremb de wonungen.
es hatt auch diſes
thier ein haubt wie die hart ſchäligẽ/ zwey lange düñe vnd gele hörner/ dar-
zů krebs ſcherẽ.
doch iſt die lincke größer dañ die recht/ weil ſie in der geſpitz-
ten ſchnecken whonungen ſeind/ vnd der lincken mehr bedörffen.
dann wie
die füß an menſchẽ größer weder die hend/ alſo iſt auch diſe lincke ſcher/ mit
welcher ſie geth.
Dañ es iſt vor angezeigt daß die ſchalechte ſich vff die recht
ſeitten bewegen.
darumb iſt von nöten daß ſie ſich auff die lincke ſcher ſtütz-
en.
über die ſcheren hatt es auch auff yeder ſeiten zwen füß ſo zimlich groß-
die es herfür ſtrecket/ vnd über diſes noch zwen ander klein vnnd harig/ ſo
es verbirgt.
darzů ein langen vnd weichen ſchwantz/ welchen es in die ſcha-
len zeücht.
alſo daß bekannt/ daß es an geſtalt einem Aſtacen gleicher/ dañ
krebs iſt.
wiewol es den nammen vom krebs entpfangen. ich acht es laß al-
lein den vorderen leib ſehen/ vnnd ſeye der ſchwantz verborgen.
dann weil
diſer weich/ hatt er einer leichtẽ decken/ in wölchen er ſich einziehen möcht/
wie dann die geſpitzten ſchnecken habẽ/ bedörffen.
darzů einer beweglichẽ/
weil es füß hatt.
Zů auſſereſt am ſchwantz hatt es zwey dünne/ weiche vnnd
kurtze gefider bey ſeitz ſthen.
vnder dem ſchwantz ligen die eyer ordenlichen
zertheilt/ auß welchen wie gläublich/ diſe arth wachſet.
zů auſſereſt an dem
ſchwantz iſt ein außgang ſeines vnraths/ wie gnůgſam offenbar.
Solliches
zeigtt Rondelletius an/ welcher deſſen vyl baß acht genommen/ dann diſe
vylicht/ ſo es Ariſtoteli angezeigt.
wann er nun gewachſen/ alſo daß er nit
mehr inn ſein ſchalen mag/ ſůcht er ein größere vnnd läre/ inn welche er
harnach ſchleifft.
Es iſt noch vyl ein andere arth/ ſo Pinnophylax genennet/ als wann es
Pinnophylax
ein gefider
liebhaber.
das gefider liebet.
dann diſes whonet nit allein in lären muſchelen/ ſonder
auch in Pinnenſchnecken.
darzů nit allein in pinnenſchnecken/ ſonder auch
in etlichen meerſchnecken/ ſchalen/ vnd der ſchalen ſpälten/ darzů zwiſchen
den ſteinen/ vnd in den ſchwümmen.
dann ſie ſeind faſt klein/ nitt über ei-
ner bonen groß/ darzů weich/ darumb haben ſie einer decke vnd werme be-
dörffen/ vnd whonen bey den pinnen vnnd oſtreen oder purpurſchnecken.
ſie ſchaden jnen auch nit/ vnnd werden nitt geſchediget. auff dem rucken
ſeind ſie roth/ am übrigen leib weyß.
darumb haben ſie ein großen vnder-
ſcheid von den Cancellen/ weil die Cancellen den Aſtacen vnd nit den kreb
ſen geleich ſeind.
weil diſe auch kleiner/ vnnd wie geſagt/ bey anderen who-
nend/ die Cancellen aber die wonung gar inn habend.

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