Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen
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Von mancherlei wunderbaren
handlet. Es werden ettlich lachen welche Plinium in dem xxviij bůch jm
warumb man
deſs ſchmertz
en nit entpfin-
det wann man
an die geſchla
gene hãd ſpeü
wet.
vierten capitel leſen/ ſo die vrſach nit verſthond.
wañ einẽ ſeines ſtreichs võ
weitnuß oder an {der} nehe gereüwet/ ſoll er an die hãd ſpeüwẽ.
dañ das geſchla-
gen thier entpfindet alſo gleich ſeines ſchmertzen nit mehr.
er ſagt auch diſes
für ein gantze warheit.
er ſagt auch man möge diſes wol an einem vierfüſſi-
gen thier erfaren.
hargegen wann man vorhin an die hand ſpeüwet/ ſoll der
ſtreich etwas herter ſein.
Diſes hatt zwo vrſach. die ein daß diſer ſo nach dem
ſtreich vorleid vnnd reüw an die hand ſpeüwet/ gemeinlich in dem ſchlagen
an ſeinem gemüt ſchwancket/ vnnd alſo nit faſt hert ſchlecht.
dann auß dem
ſelbigen trib/ nach vnſeren můtmaſſen/ iſt ein groſſer vnderſcheid in den
ſtreichen/ ſo vns heimliche krafft gibt oder die ſelbigen entzeücht.
Wann
er ſchon nit ſpeüwet/ beſchehe diſes auch.
darũb iſt die ſpeüwung ein zeichen
deß reüwen.
der reüwen aber des geringen ſtreich. die vrſach iſt der vernũfft
offenbar/ aber denn ſinnen verborgen.
Sonſt iſt noch ein andere vrſach/
nam̃lich die zeytt ſo darzwiſchen fallet.
dann wann der ſtreich beſchehen/
můß der ſchmertz abnemmen.
es iſt auch der ſchmertz kein beſtendig ding/
ſonder hatt für vnnd für ein neüwe enderung vnnd zů nemmung/ wie das
feüwr.
dann diſes iſt in den diſputatzen von der artzney angezeigt worden.
Welches auch offt beſchicht/ wirt von den vnerfarnen der Philoſophey für
ein gewüſſe regel geordnet.
Deßhalben kommet auch ein Sympathia o{der} mitleydenheit vnd krafft
deß reüwenden gemüt/ vnd der welt/ welches alle ſeine theil zůſammen hal
tet/ herzů/ ſo wirt alles wunderbarer vnnd krefftiger/ aber nitt warhaffti-
ger werden.
Hie iſt wider ein frag/ ob auch etliche ding wann ſie getragen/ etwas ver
mögen/ als des myrti ſteüdlein wider die müde/ deren ſo über land reißen/
vnnd der Puniſch wehrmůt wider den ars wolff/ wie Cato geſchriben.
Ich
weiß aber gewüßlich wol/ dz diſe gar nicht helffen/ weil ſie kein ſolliche krafft
oder gar wenig an jnen haben.
Daß aber das geblüt ſo von dem waſſer ge-
Blůt mitt blůt
zů ſtellen.
reiniget/ vnnd an der ſonnen gedorret/ vnnd gebuluert/ das geblüt ſtelle/
weil es auch von einem menſchen kommet/ iſt gleüplicher/ vnd diſes auß ei
ner ſympathia/ vnnd mitleydenden natur.
dann die natur hatt ein abſcheü
hen/ wann etwas/ ſo jren geleich/ in ein widerwertige art geendert.
Es iſt auch nicht vngerümpt daß die kinder allein durch daß an ſchau-
wen der großen krotten/ vorab ſo auß den erdhülenen/ oder greberen kom-
men/ bezaubert werden/ vnd alſo durch ein vnbekante kranckheit ſterben.
Es hatt aber Varro geſchriben/ wann man vyl krotten in waſſer ſeüdet biß
zů dem dritten theil ein/ vnnd man harnoch denn leib mit weſchet/ wirt er
glatt vnnd kaal.
doch můß diſes nit gleich beſchehen. es iſt auch kein wunder
daß die hennen gar nit růwen wan mann diſen eines ohren wey haupt an-
hencket.
es iſt auch diſes nit on vrſach. darzů wann man der ſchwalmen eyer
mit öl beſtreiche/ wañ ſie fünffzehen tag gebrůtet/ bring der ſchwalm weyße
iunge harfür/ welche doch mit der zeytt jre feder enderen vnnd wie die ande
reſchwalmen ſchwartz werden.
Man ſagt es ſeye geprobiert/ daß von eines
adler federen/ welche vnder die ganß feder gelegt/ gemeinlich geredt wirt.

namlich daß ſie diſe verzeert durch die natürliche antipathia vnnd wider-
wertige natur.
Mann ſagt daß das geſaltzen waſſer mitt dem weyſſen vom ey geſtande.

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