Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen
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Außzug von allen
Es můß auch ein große zertheilende krafft an jm haben/ vnnd harge-
gen auch etwas widerwertigkeit mit dem gifft/ welche beyde inn dem laſur
ſafft erfunden werden.
Deßhalben was das gifft vertreiben ſoll/ müſ-
ſend metalliſche gifft ſein/ doch nit ſo ſtarck/ demnach warm/ vnnd ein zer-
theilende krafft habenn/ darzů dem gifft etwas widerſthen.
Alſo mag zů
dem ſelbigenn ein dienſtliche matery ſein/ das Myſi/ auripigment/ laſur-
ſafft/ gentiana/ vergiffter ſchlangen feißte/ vnnd Aconitum oder Wolffs
kraut.
Wann aber einer auß diſen zů vyl jrrdiſch were/ mag man durch des
feüwrs krafft ein ſtarck öl darauß ziehen/ welches gantz ſicher vnd durch o-
ben außbrechung das gifft vertreibt.
Was aber angeſtrichẽ/ můß gemeinlich metalliſcher art vnd ſtarck ſein.
diſes zeigt die erdẽ an/ welches die landſtreicher auß der Inſel Melitea brin
gend/ wider die ſchlangen biß vnnd ſtich.
doch ſagend ettliche ſie habend er-
faren wann man ein öl auß ſcorpionen/ ſchwebel/ chamelea/ vnnd hypperi-
co machet vnnd auff ſtreichet/ erledige es von dem gifft vnd peſtelentz.
Sy
nemmend lebendige groſſe ſcorpionen in den hundßtagen/ dann zů der ſel-
bigen zeyt iſt diſes thier faſt trocken/ wie alle andere.
das gifft hatt aber ein
trockne art in den ſchlangen/ wie wir wellend anzeigen.
diſe machend ſie in
einer bratpfannen bey einem feüwr warm/ biß ſie ſchwitzen.
wañ nun öl dar
über geſchüttet/ zucket es der ſelbigen ſchweyß an ſich.
doch iſt auch in di-
ſem öl ein metalliſcher ſchwebel.
Wann man nun auß der Metalliſchen erden ein öl machet/ wirt es tref-
fenlich gůt wider alles gifft ſein.
dann was dem gifft widerſthen ſoll/ můß
ein Metalliſche/ vñ des giffts art an jm habẽ.
Was nun das gifft purgiert/
můß an ſeiner ſubſtantz gifft ſein.
alſo wann die Rheubarbara die gallẽ nit
purgieren/ oder durch den ſtůlgang auß füren mag/ wirt ſie zů einer gallẽ.
diſes heiſſet man einer gleichen ſubſtantz ſein/ welches darein mag verkeert
werden.
Hie möchte aber wider yemand zweyflen/ wie man doch das gifft
allein durch anſtreichen außtreibẽ möchte?
vñ ob diſes das fürnemeſt ſeye?
Zwar ich achte es nit für das fürnemeſt/ dann wann du über diſes auch ein
triackers oder milch/ oder nuß ſafft/ ſo durch das feüwr herauß gezogen (di
ſes wirt an der farb wie ein waſſer/ aber nit an geruch oder geſchmack) oder
wann du etwas beſſers haſt/ als vyleicht dz antidotum/ welches der land-
ſtreicher für gifft verkaufft/ weil ich diſes bůch gebeſſeret/ magſt du etwas
nutzlicher außrichtẽ.
Diſes darff ich wol ſagẽ/ wañ man etwz auff die pulßa
deren ſtreichet/ oder von auſſen har darzů thůt/ das ſeye vyl köſtlicher vnd
beſſer/ dañ welches man trincket.
allein außgenom̃en/ daß dz gifft noch in
dem magen ligt.
Zů diſem iſt die milch/ laugen/ öl/ nuß waſſer/ welches wir
vorhin ein ſafft geneñet/ vñ wz oben herauß zůbrechẽ machet/ trefflich gůt.
Deßhalbẽ ſeind die hilff ſo võ auſſen harzů gethã treffenlich gůt/ wi{der} giff
tige biß/ {der} anglen ſtich/ gifftige ſalb/ vñ gifft trãck/ welches zů dem hertzen
tringt.
darũb laßẽ ſich etliche in lebendige eſel ſtoßen/ welchẽ dz eingeweid
harauß genom̃en wordẽ.
dañ die werme zeücht dz gifft herauß/ vñ nim̃et jm
ſein krafft.
Es tödtet auch das gifft/ weil ſein krafft zů dem hertzen trin-
get.
was man nun auff ſtreicht/ das tringet ſchnelliglich zů dem hertzenn/
vnnd behaltet faſt ſeine krefft all.
Was man aber trincket/ über diſes
daß es ſpat würcken mag/ vnd langen verzug hatt/ zů erſt inn dem magen/
dann inn den aderen die zů der leber ghond/ harnach inn der läber/ zůletſt

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