Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen
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ſachen/ Das acht bůch.
ſachen eroffnen. wie aber die ding beſchehen ſo warhafftig ſeind/ ſoll jetz an
gezeigt werden/ auß welchem dann offenbar/ wie vyl die kunſt zů einem gů
ten end vnd zeil helffen möge.
Zů erſten ſoll man in allen dingen den preiß der natur geben. Mein arth
warhaffte
träum.
aber hatt der waarhafftigen träum von beiden älteren her gewhonet/ daß
es ein wunderbarer handel zůſehen.
alſo zeigt auch Galenus von ihm ſelbs
vnd ſeinem vatter an.
Demnach iſt das orth/ wie dañ in Eſculapij tempel
die kranckẽ gewonlich warhaffte träum hattẽ.
Man vermeint daß diſer/ ſo
in einem ſchaaff fäl ſchlaaffe/ ware träum ſehen werde.
etlich habend auß
der vrſach in den greberen geſchlaaffen/ die anderen allein darbey/ als Ari
ſtoteles.
Man můß die vrſach oder den verſtand/ von welchẽich ſagẽ wird/
zů dem orch/ oder zů den gedancken richten.
Vorauß aber můß das gemüt
keinen anfechtungen ergeben/ vnd wolbey jm ſelbs ſein/ demnach auch ein
zimliche vnd ſchlechte ſpeyß brauchen.
darzů ſoll es auch begerẽ die warheit
zůerkundigen/ vñ durch keine begirdẽ dem einẽ theil anhangẽ.
zůletſt auch
Gott bitten/ dz er jm ſolliches eroffnen wölle.
wañ ſich auch yemand zů ge-
rechten vnd heiligen wercken richtẽ/ der wirt nit ein klein zůnemmen.
Das man aber von S. Helena ſagt/ iſt vyleicht warhafftiger die träum
zů@@langen/ dañ in dem cryſtall zůbeſichtigen.
Dieweil man aber die ding
ſo man allein obenanhin gehandlet/ nit wol verſteth/ ſonder diſe mit wöl-
chen man fleiſſig vmbgangen/ ſeind diſe träum ſo der menſch hatt/ wölche
nit verwirret/ ſonder jnen ſelbs gemäß/ vñ die das gemüt faſt beküm̃eren/
darzů die offenbaren ſo nach der verteüwten ſpeyß/ vnd nach einem ſchlech
ten nachtmal/ vnd wañ die Sonn auff geth/ die warhafftigeſten vnd kreff
tigſten.
an einẽ anderẽ orth haben wir auch hiezů gethan/ wañ die bildnuß
geſtracks gegen vns ſteth.
dann wañ der menſch erwathet/ machend ſie daß
ſich das gemüt gar faſt darab verwundert.
darumb beſchehen die waarhaff
te träum auß gewüſſen vrſachen/ wann die neün oberzelte ding vorhanden
ſeind.
Wann nun das orth/ die artzney/ oder die natur des menſchen auch
darzů kommen/ dieweil diſe ding nit in vnſerer macht/ mögen wir vyl ſiche
rer von dem handel reden.
Vnnd ob du wol alles außgerichtet/ můß man
doch nit alles annemmen/ ſonder das beſt außleſen.
dieweil nicht im men/
ſchlichen geſchlecht gantz vollkommen vnd außgemachet iſt.
Man ſol auch
kein zeil der ab ſtinentz vnd enthaltnng der ſpeyßẽ/ oder des heiligen lebẽs/
vnd der růw ſetzẽ/ dieweil diſes alles in mittelmeßiger geſtalt ſoll gehalten
werden.
doch ſoll in allen dingẽ der fleiſſigeſt abbruch/ darzů daß gebett vñ
rechte gedancken in viertzig tagen geendet werden.
Es ſeind aber die träum ſo man von jm ſelbs ſicht/ allwegẽ ſicherer dañ
die geſůchten/ wann alle andere ding ſonſt geleich ſeind.
dieweil die ſelbigen
auß gunſt vnd freygebigkeit der englen harzů kommen/ die anderen aber
faſt außgetrottet werden.
Darumb iſt am beſten/ wañ man die ding thůt/
vnd den träümẽ nit nach gedencket.
Dann wann man diſen ſo ernſtlich en
wie vylman
den träumen
zůgeben.
nachſtellet/ zeigend ſie zweyffelhafftige vnd falſche träum an/ als wann ſie
geben müßten das jnen nit gefallen/ oder wann jnen gezim̃et die begirigen
zůbetriegẽ/ oder Gottes verhencknuß vm̃zůkeeren.
doch mag man ſich de-
ren gebrauchen/ wañ man ſie von Gott begert/ vnd ſoll man jnen doch nit
ſo vyl glauben geben/ daß man alle nateürliche vrſachẽ hindan geſetzt/ ſich
auff die träum verlaße.
diſes ſteth einem weiſen vnnd frommen mann zů.

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