Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen
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ſachen/ Das erſt bůch.
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            mitt der Sonnen/ Widerumb wie der gantz leib leidet/ wann das hirn ver
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            letzet iſt von wägen der ſinnen/ die von dem hirn ſich in alle glider außthei-
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            lend/ alſo beſchicht der Welt mitt dem verletzeten Mon. </s>
            <s xml:space="preserve">Deßhalben iſt ein
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            Sympathia vnnd gleichförmigkeit in der Welt/ wie auch in menſchlichem
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            cörper/ es ſtimmen auch alle theil der ſelbigen miteinandern. </s>
            <s xml:space="preserve">Das hertz be-
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            deütet denn lufft/ das hirn das element deß waſſers/ die läbern die erden/
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            die geburt glider bedeüten die Sonn vnnd das liecht. </s>
            <s xml:space="preserve">Diſes mag man baß
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            wüſſen dann leren/ aber baß leren dann ſchreyben.</s>
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            <s xml:space="preserve">Es ſind aber ettliche ſo man vermeinet ein Sympathia vnnd gleichför-
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            migkeit zů haben/ vnd habends doch nitt/ als ancken/ kreiden oder glett/
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            vnd das weiß im ey/ dañ diſe ſtuck alleſamen/ ſo man ſie mitt andern feüch-
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            tigkeiten ſeüdet vnd vermiſchet/ ſo ziehend ſie allen wůſt an ſich/ aber es be
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            ſchicht nitt auß einer gleichförmigkeit/ ſonder es ſind diſſe ſtuck alle kläbe
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            rächt/ vnnd weil man die ſeüdet bleibend ſie alſo. </s>
            <s xml:space="preserve">dieweil nur von wegen
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            der werme diſe vndereinan{der} vermiſchet/ mögẽd ſie von wegẽ jrẽs hertten
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            ankläbens/ nitt von einander abgeſündert werden/ vnd reinigend alſo die
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            feüchtigkeit von allem vnflath/ vnnd das auch recht vnnd ſchnell/ weil der
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            wůſt ſich ſelbs zůſammen zeücht/ dieweil er kläberecht iſt/ als des honigs/
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            vnnd deß zuckers.</s>
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            <s xml:space="preserve">So yemand diſes fleiſſig bedencket/ vnd mercket daß das hertz/ ſo es al-
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            lein iſt/ inn dem leib wie die Sonn ſcheinet/ ſo es aber eins auß den dreyen/
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            ſo bedeütet es denn lufft/ der wirt leichtlichen verſthen die gleichförmigkeit
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            der welt vnnd des menſchlichen cörpers.</s>
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            <s xml:space="preserve">Etliche aber ſind einandern vereinbaret von wegen der gantzẽ einhellig
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            keit vnd liebe/ als in der geburt/ deß ends willen/ als wann die thier zůſam
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            men kom̃end/ ia auch wañ ettliche/ der gewächſen/ als vor von den Palm-
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            beümen meñlin vnnd freüwlin geſagt iſt.</s>
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            <s xml:space="preserve">Es iſt aber auch die zähende weis/ durch wölliche die gemüter jnen ſelbs
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            änlich werden/ mitt zim̃licher Sympathia vñ gleichförmigkeit/ da iſt auch
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            die waare ſeligkeit/ weil die inn den tugenden beſthat/ dann diſes iſt ein har
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            money vnnd zůſammen ſtim̃ung/ wie auch inn dem him̃liſchen geſtirn. </s>
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            ſo ſtim̃endt auch die ſeytenſpil zůſammen/ inn dem ſo die ann ſich nemmen
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            das vor n itt vorhanden was ja auch die durchtringenkeit der wäſenlichen
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            cörpern. </s>
            <s xml:space="preserve">Dann alles was inn {der} Welt iſt/ beſchicht mitt gemeinen krefften/
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            als inn einem leib/ vnnd zů einem end.</s>
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            <s xml:space="preserve">Solliches iſt etwan vor auch angezeigt/ dieweil võ natur in gemein allen
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            dingen eingepflantzet iſt/ das eines auff das ander volge/ eintwäders von
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            wägen der gemeinen entſpringung/ oder das eines dem anderen diene. </s>
            <s xml:space="preserve">So
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            yemand diſes wol behaltet/ mag er auch wol die eigenſchafft der antipa-
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            thia vnnd widerwertigkeit verſthen/ dann ein yede gleichförmigkeit iſt inn
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            der widerwertigkeit beſtimmet/ deßhalben habend weiſe leüth viel auß den
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            todten cörpern genommen/ ſo den läbenden zů wider gewäſen/ dann einem
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            yeden ding iſt nichts meer zůwider/ dann eben es ſelb/ ſo es todt/ oder ver-
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            derbt/ oder überflüſſig iſt. </s>
            <s xml:space="preserve">doch můß ich von ſollichen dingen ſchweigen/
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            dann ich bin zů weit hinauß gefaren.</s>
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            <s xml:space="preserve">Es habend aber auch die Cantharides vnnd grüene käfferlein/ ein an-
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            tipathiam oder widerwertigkeit vnnd gegenleiden mit der blaaſſen/ vnnd
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            ein mehrhaß mitt der lungen/ doch iſt gnůg allein diſe zwey zů einem exem
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