Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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Von mancherlei wunderbaren
Dann ettlich träum habend jr weiſſagung von einer nateürlichen vrſa-
chen/ welche alſo ſchandtlich zůuerläugnen/ wie ſchedlich ſie ſeind zůunder-
laßen.
Dergleichen habend Hippocrates vnd Galenus angenommen/ wie
wol ſie auch die anderen nit verachtet.
Die alten habend diſen brauch ge-
habt/ daß ſie die forchtſamen träum niemand eroffnet/ ſonder jnen ſelbs al
lein erzellet/ darzů abgetriben vnnd abgewendet.
wie ſolliches zůgangen/
mag man auß Perſio wol verſthen/ als er ſagt/
Damit du ſolchs ernſtlich erlangſts/
In Tibers fluß heimlich verſchwangſts
Das haupt gar frü ein mal oder zwey/
Die nacht mit waſſer reingeſt darbey.
Darumb hatt man billich allwegen gefragt wie die träum waar ſeyend?
vnnd wannen har diſe bedeütẽde ding? Es geth eintweders zů/ wie an dem
himmel/ auß beſonderer krafft der thieren/ oder gewechſen/ oder ſonſt
ein gewüſſer arth geſtaltẽ ſthond/ als der ſchlangẽ oder roſen.
diſe vrſachen
aber ſchaden nach der würckung jrer natur/ oder ſeind nutzlich.
darũb zei-
gend die einbildungen/ ſo nit von der ſpeiß oder feüchte/ ſonder auß kraffe
des geſtirns/ oder anderen vrſachen entſtanden/ on daß diſe vrſachen mit
dem menſchen vermiſchet ſeyend/ deßhalben würt der menſch alſo geſiñet.

Wann einer ſicht daß er ein fluß trincket.
iſt der fluß ein krefftige vrſach/ ſo
ein yeden beſonderen menſchen wirt hinnemmen.
dann das trinck en zeiget
an/ daß er werde hinein zů den innerlichen glideren kommen.
alſo bedeütet
er daß diſe gewaltige vrſach die eingeweid bewegen werde.
dieweil aber der
menſch ſolliche bewegung nit erleydẽ mag/ zeiget es jm den todt an.
Sonſt
iſt noch ein andere arth daß die geyſter elnem ſolliches anzeigen/ doch nitt
ſo gar offenbar/ damit ſie nit Gottes will verhinderen/ oderkein komliche
re inſtrumenten haben/ ſolliches anzůzeigen.
Dann wir vnderweiſen die
hünd vñ rößer/ wañ ſie aber reden könten/ wurdẽ ſie haben wöllenm/ m@n
möchte ſie vyl baß vnderweyſen.
o{der} damit ſie vns in die knechtſchafft brin-
gen/ wann wir die träumaußleger vmb rath anſůchen/ o{der} weil ſie nit förch
ten daß man ſie ſtraffen möge/ wann ſie jrren.
Die dritt weyß iſt/ daß ſolliche krafft nit in der bildnuſſe/ ſonder inn des
außlegers gemüt ſteth/ auß anzeigung des geyſt.
darumb ſagend auß jnen
nit alle ein ding vorhin.
Als Iulio Ceſari getraumet/ er were bey ſeiner mů
ter gelegen/ haben jm die waarſager angezeigt/ er werde der gantzen welt
herr werdẽ.
Es hatt aber Hippias ein Athenienſer/ wie er der Barbaren ge
zeüg in Marathonen gefüret/ auß dem ſelbigen traum nit mehr erlanget/
dann daß jm ein zan außgeſchlagen auffder erden gelegen/ vnnd alſo nits
mehr beſitzung der erden erlanget/ dañ der zan groß geweſen.
Darũb ſteth
diſe krafft in des waarſagers gemüt/ dañ er hat ſolches von einẽ geiſt.
Die
erſt rechnũg iſt gewüßer/ die ander leichter/ die drit dienet beidẽ zů gleich.
Wann aber yemand von denen fürwürffe ſo die träum begeren/ antwor
ten wir/ daß diſe ihr gantz gemüt auff diſen handel gewendet/ vnd entpfin
den bald auch der geringſten vrſachen.
dann als lang der menſch lebt/ wirt
er etlichen vrſachen/ ja gar vylen vermiſchet/ wann er entpfindet daß diſe
vorhanden/ mag er auch des himmels würckung verſthen.
dann vnſer ſeel
iſt als ein ſpiegel.
Damit ich aber wider zů dem handel komme/ dieweil die träum nateür-

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