Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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Von mancherlei wunderbaren
Baldrian die abſchabetẽ von Cypreß holtz/ maulberbaum rindẽ/ vnd bey-
fůß oder rote bucken.
wunderbare
artzney
Es ſeind auch etliche ding ſo man mehr für ein zauberey dañ ein artzney
haltet/ doch iſt gnůgſam etliche ſchlechte zůerzellen.
die ameyſen eyer vnnd
keſtenen blůſt machen zůfurtzen/ der rauch von küm̃ich machet bleich.
da-
rumb brauchet jhn Portius Latro/ daß man vermeinte er ſtudierte deſter
fleißiger.
man ſagt auch wann man den wein trincket/ in welchem ein Stel-
lio oder geſprengte erdſpinnen faſt faul worden/ ſoll es eim ein fleckechtig
angeſicht machen/ ich hab diſes nit erfaren.
Es iſt noch gläublicher daß man von den Cyclamẽ oder erdapflen ſagt.
dann wann man ſie in wein legt/ vnd den wein harnach trincket/ machet er
truncken.
etliche thůnd ſaltz vnder den wein/ etliche vermeinen es brinde dz
ohrenſchmaltz ſolliches zůwegen.
Es vermeinend vyl daß der weyſſen See
blůmen wurtzel dem beyſchlaaff vnnd der liebe gar vyl ſchade.
es mag wol
ſein/ weil die blům auch ſolliches zůwegẽ bringt/ die doch vyl ſchwecher iſt.

diſes thůt die winden oder ſchafmüle auch.
von der Campher iſt an einẽ an
deren orth geſagt.
Alle ſtarcke ding ſo ſtinckend/ machend erſchrockenliche treüm/ als bo-
nen/ linſen/ vnd kölkraut/ doch wirt auß langem brauch alles milter/ da-
rumb vermeint man es werde diſes durch etlicher kreüter als löuwenfůß/
vnd Geyßbart ſaamen/ eines quintlin ſchwer/ krefftiger zůwegen bracht.
doch ſeind auff diß mal ſolliche kreüter wiewol ſie võ Dioſcoride beſchribẽ/
vnbekañt.
Man ſoll aber diſes für ein regel behaltẽ/ daß alle ding ſo ſchwe-
re träum machend/ auch das gemüt bewegend/ vnd eytele bildnuſſen erwe
ckend/ als do iſt nachtſchatten/ Mandragora/ ſcherrling/ judenkirſen/ Me
lantza/ magſaamen ſafft/ vnd gewandtbonen.
doch můß man in der nacht-
ſchatten arth die auß leſen ſo bletter habend/ wölche den Baſiliẽ gleichen.

es ſeind aber diſe faſt vnſchedlich wann die kranck heit auffgehöret/ daß übe
rig aber alles ſo von den thieren genommen/ außgenommen des Polypen
haubt/ ſeind ſchedlich vnnd zauberwerck.
Dieweil aber allein dem menſchen das hertz zablet/ vnd er deſſen ſtendli
Das hertz be
wegt ſich auff
wier weg.
gen oder ſo er vff dem ruckẽ ligt entpfindet/ ſo zablet jm der ſpitz daran.
es
iſt aber ſolliches wider die natur/ dieweil er vnbeweglich iſt.
Wann es jm a-
ber ſtendligen zablet/ vnd rucklichen nit/ ſo bewegt ſich daß hertz auß ſeinẽ
orth/ vnd leidet der ſpitz etwas not/ doch nit ſo faſt.
Wañ er aber diſes kei-
nes wegs entpfindet/ ſonder ſo er auff der lincken ſeiten ligt/ ſich allein die
flügel faſt bewegen/ wirt ſolliches auff dem rucken nit beſchehen.
Wann er
ſich aber vmbweltzet/ vnd mit der lincken hand die ſeiten anrürt/ vnd aber
nit entpfindet/ ſo zablet das hertz/ vñ bewegt ſich auß der ſtatt.
Wañ man
aber mit der hand entpfindet dz es ſich ſchnell bewegt/ vnd aber nit ſo man
ligt/ ſo zablet es nur ein klein/ vñ iſt das hertz vnbeweglich.
Dann in einem
beweglichen hertzen/ iſt ein yede hertz zablung größer.
es zablet aber vmb
dreyerley vrſachen wegen.
von dem gifft/ bläſten/ oder des geblüts beweg-
ung/ als in den forchtſamẽ.
Den Melãcholicis iſt diſer zůfaal gar gemein/
von der forcht wegẽ/ dann der geyſt wirt erhebt/ vnd von diſem dz geblüt.
demnach weil der mertheil auch das miltz bekümmert wirt.
Damit den knaben vnd meitlinen kein haar am heimlichen orth wachſe/
Haar vertrei
ben.
ſo beſtreich die ſcham mit Tymen blůt/ dañ es iſt kalt vñ dick/ wann man

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