Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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ſachen/ Das ſechzehend bůch.
Wann das gemüt gedenckt der ſtatt/
So in dem leib vol wůſtes iſt/
Gantz laſter hafft zů aller friſt.
Es iſt auch nit minder natürlich/ wann eim alle gedancken vnnd hoffnung
entgangen/ daß man zů dem beyſchlaff kommen müge.
dann wann diſer
wohn in dem gemüt beſtetiget/ wirt einer durch diſe hilff bald der liebe ent-
lediget.
Alſo dienet hargegen zů der liebe/ wañ ſich der meñlich ſaamen meh
ret/ das weib früntlich/ vnnd alle ſchamm vergangen iſt.
Es hat aber gemeinlich alle natürliche Magia oder zauberey/ in menſch
Magiaregel.en jren vrſprung den mehren theil auß enderung deß leib vnnd gemüt.
Die
gemüter enderen ſich auß begirden/ hoffnung vnnd liebe gar faſt vnd nutz
lichen.
dann die forcht vnnd der ſchmertz endert wol noch mehr/ aber on al-
len nutz/ wie auch das leyd vnd traurigkeit.
Der leib aber von der narung/
faſten/ ſalbung/ vnnd reüchung.
alſo ſagt man daß man durch eyßenkraut
ſafft zů fründſchafft/ gunſt/ weyßagung/ vnnd heilung der krancken kom
met.
Ich welte aber nit gern einem ſo vyl zů geben. es iſt aber gewüß daß die
Magi in allen jren weltlichen vnnd geiſtlichen geſchefften die reüchung an
gerichtet/ weil diſe nit zů den Gotteren oder teüflen/ ſonder zů dem oberen
theil eines gůten gemüt/ namlich zů dem hirn gehörig/ von welchem ende-
rungen/ hoffnung/ vrtheil/ vnd rathſchleg kommend.
Deßhalben wol mögen müglich ſein/ daß Ioſephus angezeigt/ namlich
Eleazari wun
derzeichen.
daß vor Keißer Veſpaſiano vnnd deßen ſünen ein vnſinniger geſund wor-
den/ als man diſem allein ein ring für die naßen gehebt.
dann weil man ei-
nen der geſtalt ertöden mag/ iſt nit zů verwunderen daß man einen auch
möge geſund machen.
wie wol in einer ſchedlichen artzney etwas mehr krafft
dann in einer heilſamen ſein můß.
diſes hatt auch on allen betrug mögen zů
ghen.
ob aber diſes beſchehen/ will ich hie nicht von ſagen. Es iſt noch ge-
wüſſer daß man die pferd vnſinnig machet/ wann man mit Laſer ſafft jnen
die naſen beſtreicht.
ja diſes beſchicht auch den menſchen. vnſer Laſer aber
iſt zů ſchwach/ oder es můß ein anders ſein.
dann Laſerpitium was vorzeyt
ten ein kraut.
Daß man aber von Antei grob ſagt/ wie deßelbigen äſchen ein regen ge-
machet/ biß man die wider begraben.
Vnd daß bey Troaden der Minerua
heilthum nit ſolte faulen.
Auch in Veneris tempel bey Papho nit regnen.
vnnd daß bey den Peloneen ein bildnuß geweſen/ ſo gar erſchrockenlich/ al
ſo daß diſes niemand on große forcht vnnd ſchrecken anſehen mochte/ wo
hin diſes auch geſehen/ habe es alles betrübet/ vnd mit getümmel erfüllet/
iſt zum theil erdichtet/ vñ zum theil auß langem brauch vnd falchem wohn
ſeinen vrſprung genommen.
Man mag vyl ding bey den abergleübiſchen/ vnnd bey dem gemeinen
volck/ ſo voll forcht vnnd vnwüßenheit iſt/ erdencken/ vorab in diſer kunſt.
Es ſagt Octauianus Horatianus/ wañ man die raupen nemme/ welche an
reben gefunden/ vnnd auß diſen grüne geſtalten mache/ ſo lang nit ange-
rürt werden/ daß ſie vyl ſeltzames mit den reben anzeigen.
Es iſt aber kein
vrſach hie zů vernemmen/ weil es erdichtet iſt.
dañ was verderbt/ hatt das
leben nit mehr.
es kommet aber alle geſtalt von dem leben. eintweders von
der welt ſehl oder leben/ oder vonn deß werckmeiſters/ wie dann alle kunſt-
lichen ding ſeind.
o{der} es iſt ein eigen leben/ welches noch ſeiner eigen geſtalt

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