Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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Hieronymi Cardani Doctors
der Artznei zů Meyland von Mancherlei wun/
derbaren/ nateürlichen/ vnd kunſtlichen ſachen/
Das fünfft Bůch. Von dem geſtirn.

Der ſteinen natur/ wachſſung/ vnd vnderſcheid/
Das xvij. Capittel.

ICH hab geſagt es ſeyẽ ſtein/ ſo mã anzündet
koolſtein.vñ die breñen/ wölche wir kolẽ neñẽ.
derẽ ha
bẽ wir ein theil zů Leon gſehẽ.
ſy ſeind dẽ ko
lẽ gleich vñ ſtinckẽ/ ſeind aber ſchwerer.
doch
brauchẽ ſolche allein die eiſẽ ſchmid.
dã es iſt
kein zweifel/ ſie machẽ dz feüwr etwz kreffti
ger/ wie wir in dẽ büchern {der} ſubtilitet ange-
zeiget.
Aber in Schottẽ/ dz iſt zů auſſerſt in
Britaniẽ gegẽ Mitnacht/ brauchet man di-
ſes allenthalbẽ/ auß mangel deß holtzes.
wir
haben vor geſagt dz bitumẽ dariñ begriffen
ſeie.
Die Schottlẽdiſche vnd Engellẽdiſche
ſtein aber/ wölche võ dañen in Franckreich
gfürt werdẽ ſeind leicht vñ lauter/ gebẽ auch ein glaſt.
etlich aber habẽ mehr
erdẽ.
Ich hab geſehẽ ein kleinẽ wagẽ mitt acht bar ochſſen hinweg fürẽ/ wöl-
ches nit allein anzeigt dz ſie ſchwer geweſen/ ſon{der} auch {der} ochſſen blödigkeit.
Wañ mã aber diſe ſo weit füret/ zeigẽ ſie gnůgſam jrẽ treffenlichẽ nutz an in
dẽ eyſen ſchmittẽ.
Man findet aber zům offterẽ mal (wie ich es geſechẽ) farbẽ
dariñen/ vñ ſchier wie guldene o{der} ſilbere ſchüppen.
Solches macht (wie ge-
ſagt) dz bitumẽ o{der} geſchwäblete kreyden dariñen iſt/ wölches vß mechtiger
hitz verbrent/ vñ alle feüchte feißtigkeit vn{der} {der} erdẽ verzeret/ deßhalbẽ wer
den etwan Metall o{der} ſchüppẽ von Metall dariñen.
Daß meer gſtad bringt
mancherley figurẽ in den ſteinẽ/ vñ vil mehr dañ andre örther in {der} welt/ an
bergẽ o{der} flieſſendẽ waſſern.
vñ diſes võ dreierley vrſach wegẽ. Die erſt/ weil
vil berg zů niderſt im meer/ an wölchẽ allerley geſtein wachßen/ ſo werffen
die wällẽ ſolche an dz gſtad.
Es wachſen auch vil vß krafft deß ſaltz o{der} bewe
gung/ wölche alle mitt {der} zeytt durch deß meers ab vñ zů lauffen/ o{der} wañ dz
meer erligt/ am gſtad bleibẽ.
dañ dz ſaltz treibt die ſtein zůſamẽ vnd erhaltet
die/ weil es ein großẽ theil feißtes in jm hatt/ darzů trücknet vñ wermet es.

Es macht aber die bewegũg einẽ ſchaum/ wölcher mitt dẽ ſand vermiſchet/
mancherley figurẽ {der} ſteinẽ fürbringt.
Demnach ſeind auch villerley theil {der}
thier/ nãlich bein/ zän/ haut vnd ſtein/ ſo in den fiſchẽ wachſſen/ alſo auch
{der} gewechßẽ/ als wurtzlen/ bletter/ frücht/ ſtöck/ rindë/ ſafft (als {der} Agſtein)
wölches alles durch bewegung (wie geſagt) vnd deß ſaltz natur/ zů ſteinetz
wirt.
Deßhalbẽ findet mã mãcherley figurẽ/ villerley gattung/ vñ ſo wun{der}
bar geſtein am geſtad deß meers.
man findet aber {der} ſchweren weniger/ weil
deß waſſers bewegung ſolliche minder erleidet.
darumb ſeind auch weniger
metall dann ſtein/ vorab weil kleine ſtücklin deß metall vnder treffenlichẽ
vil ſteinen verborgen ſeind.
Man findet auch vmb gleicher vrſach nitt vil
einerley gattung/ dann wo das meer erlägen iſt.

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