Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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ſachen/ Das acht bůch.
Es iſt aber des todts einbildung gar gewaltig/ wann diſe ſtarck/ ſol man
ſie zů der anderen ſtatt ſetzen.
Was aber ſeine vrſach hatt/ vermeinet man
mehr vermögen/ dann daß man es der einigen einbildung ſolte zůmeſſen/
als der marter erwartung/ der fürſten forcht/ vnnd wann man über die
krefft vnderſthen will.
dann diſe ding bringend ein zitteren/ vnnd auch et-
wan den tod/ wann die lebliche geiſter erklüpffet/ wie dann gemeinlich inn
den heüffen beſchicht/ ſo in großer forcht ſeind.
Wer wolte zweiflen dz etlich
geweinet/ ſo offt ſie gewöllen/ dieweil auch die kinder lang weinend/ vorab
wann man ſie vnbillich geſchlagen.
Alſo ſchwitzend etlich gleicher geſtalt/ wann ſie ihnen ein große hitz fürbil
Einbildung
krafft.
den/ andere ginend/ andere lachend auch wider jrẽ willen/ weil ſie jnẽ ſelbs
die ding einbilden/ ſo würdig zůlachen.
dann diſe krafft iſt dem willẽ gehor
ſam/ alſo auch der merentheil ſo denẽ geleich ſeind.
doch begegnet diſes den
forchtſamen vnd ſo ſolliches gewhonet/ auch die ein feüchte natur habend/
vyl mehr/ deßhalben auch den kinden vnd weyberen.
dañ in diſen ſeind die
ding alle.
demnach auch in denen inn welchẽ ſtarcke bewegung des gemüts
vnd der ſinnen.
Welchen aber etwas nach der natur manglet/ die haben ge-
meinlich etwas anders überflüſſig/ auch über die natur/ oder dz die natür-
liche ding übertriffet/ als den blinden das gehör/ oder der tact vñ angriff.
Welche aber etwas zů vyl haben/ vermeinet Ariſtoteles ſie mögend ſolli
ches nit brauchen.
es beſchicht wol ſolliches der mehrteil/ aber nit allwegen.
dann es ſchribt Celius Rhodiginus er habe ein armen man zů Bononien
geſehen/ welcher an yetwederer hand darzů an yetwederem fůß ſechs finger
gehabt/ welcher doch alle finger kum̃lichen braucht/ vnd nit anderſt/ dañ
wann er an beiden henden vnnd füßen nur fünff finger gehabt.
doch man-
glet diſen der mehrteil etwas an deren orthen/ weil ſie ein breſthaffte geburt
gehabt.
darzů ein wunderbare vnnd vnglückhaffte als eines vnvollkome-
nen gemüts.
Man vermeinet es bleibend die geburt/ wañ man die graßwürm leben-
dig/ ehe ſie die erden berüren/ an den halß hencket.
ſonſt habend wir vorhin
von dem Adler ſtein geredt.
doch iſt gleüblicher daß die knöpff/ ſo am eiche-
nen miſtel wachſend/ ſolliche ſchmertzen ſo von bläſten beſchehend heilend/
welche man den krampff nennet.
Man můß diſe auff den ſchaden legen/ da
mit er bald hinweg fare.
diſes holtz iſt mit einer ſubteyle feüchte begabet/ o-
der hatt ſonſt ein verborgene vrſach.
Alſo ſagt man auch/ wañ der fiſch Squatina den weyberẽ auff die brüſt
gelegt/ ziehe er ſie alſo zůſammen/ daß ſie der iunckfrauwẽ brüſt geleich wer
den.
Rondelletius ſpricht er habe ſolliches erfaren. der Squatina hatt ein
kalte vnnd trockne natur/ ſo der menſchlichen natur faſt zů wider.
darumb
glaubt ich ehe daß diſes von einem friſchen beſchehen möchte.
auch von al-
len kröſplechtigẽ dingẽ/ alſo gleicher geſtalt in der kinderen burdsglideren.
Es kommend kein haar auß den brüſten (die weil wir einmal der brüſten
meldung gethon) es habe dann die ſeügan ſolliches gefreßen.
doch bezeüget
Rondelletius er habe den weyberen ſehen würmlein zů den brüſten hinauß
kommen.
darzů ein nadlẽ zů dem arm hinauß/ als ſie lang dariñ verborgen
gelegen.
Ich hab ietz lange zeyt in meinem harn würmlein geſehẽ. doch will
ich nit darwider ſein/ daß in der zeyt der ſeügũg auch ware haar zů den brü
ſten kom̃en mögẽ/ weil die anziehende krafft dañ zů mal faſt ſtarck in jnẽ iſt.

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