Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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page |< < (ccclxxxi) of 997 > >|
ſachen/ Das acht bůch.
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              <pb o="ccclxxxi" file="0437" n="437" rhead="ſachen/ Das acht bůch."/>
            daß man die kranckheit vonn dem ſchwachen abzuge/ oder daß man durch
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            die werme deß ſterckeren das ſchwecher erhalten. </s>
            <s xml:space="preserve">dann auff ſo vyl weg mag
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            on aberglauben das ein geartzet/ vnd dem anderen ſein geholffen worden.</s>
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            zeichen der
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            wunden.</note>
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            <s xml:space="preserve">Man fraget auch warumb der zwibelen weinen machet? </s>
            <s xml:space="preserve">es beſchicht nitt
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            von der ſcherpffe wegen/ dañ der knoblauch vnd pfäffer thůnd ſolches nit/
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            ſo nach ſcherpffer oder räſer ſeind. </s>
            <s xml:space="preserve">wañ man einem ölanſtreicht/ bewegt es
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            die trähen/ allein weil es zäch iſt. </s>
            <s xml:space="preserve">weil aber der zwibelen ſcharpff/ beſchwere
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            er die augen/ vnd weiler zäch/ zeücht er die feüchte harauß. </s>
            <s xml:space="preserve">Was thüt dann
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            die zäche (dann Rhodiginus ſchreibt ſolches von dem zwibel) daß ſie zů wei
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            nen machet? </s>
            <s xml:space="preserve">das aug hat vyl geiſter/ darumb löſet ſich daß ſelbig zům offte
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            ren malen auff. </s>
            <s xml:space="preserve">wann nun das verhinderet/ kommet die zů bald harfür/ o{der}
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            ſie werden zůſamen getribẽ/ vnd lauffet waſſer harauß. </s>
            <s xml:space="preserve">durch die zäche wirt
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            es verhindert/ durch die kelte zůſamẽ getriben/ vnd kom̃et eylend vor freü-
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            den/ leyd oder hitz deß hirnes harfür. </s>
            <s xml:space="preserve">vnnd auß denen vrſachen allen lauf-
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            fend trähen zů den augen harauß.</s>
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            get trähen.</note>
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            <s xml:space="preserve">Es kom̃en auch etwan wunderbare kranckheit/ vnd vnder anderen hatt
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            ſich begeben in dem jar M C C C C lxxxj. </s>
            <s xml:space="preserve">daß ein meitlin vorachtzehen ja-
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            ren alle tag bey den ſechs vnd dreyſſig pfund geharnet. </s>
            <s xml:space="preserve">vnd braucht doch nit
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            mehr in ſpeyß vnd tranck dann ſieben pfund. </s>
            <s xml:space="preserve">Darũb hat es ſich begeben daß
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            alle tag bey dẽ neün vnd zwentzig pfund von jr kom̃en. </s>
            <s xml:space="preserve">Wie ſie auch ſechtzig
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            tag alſo verharret/ hat ſie in ſo vyl zeyt über die ſubſtantz an ſpeyß vñ tranck
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            M D CCxl. </s>
            <s xml:space="preserve">pfund von jren gelaſſen. </s>
            <s xml:space="preserve">wölches dañ vyl ſchwerer dañ dz meir
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            lin gewegen/ wañ es ſchon gar zů harn worden. </s>
            <s xml:space="preserve">dann dz meitlin mocht auff
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            das höchſt nit über C C L. </s>
            <s xml:space="preserve">pfund wegen/ wiewoles nit biß in die C L. </s>
            <s xml:space="preserve">kom-
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            men. </s>
            <s xml:space="preserve">darumb hatt Iohans Marlian gefragt wie doch ſolliches beſchehen
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            möchte. </s>
            <s xml:space="preserve">vnd gibt antwort/ daß der lufft ſo allenthalben in pulßadern gewe
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            ſen/ ſich in ein wäſſerige ſubſtantz verkeert habe/ wañ diſe außgetriben/ ſeye
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            ein anderer nach genolgt/ ſo auch alſo verenderet/ vnd der gſtalt für vnnd
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            für. </s>
            <s xml:space="preserve">doch iſt diſes das aller gröſt/ daß diſes meitlin nach dem zwen monat
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            fürkommen/ von Doctor Franciſcen Buſten geheilet worden. </s>
            <s xml:space="preserve">Man mag
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            auch glauben weil zů den ſelbigen zeyten die gůten künſt nach verborgen/
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            darzů mit diſen die Griechiſche bücher/ ſie ſeye geartznet nach der ordnung
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            vnd leer Raſis/ in dem neünten bůch zů Almanſoren/ vnnd deß Auicenne.</s>
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            harnet.</note>
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            <s xml:space="preserve">Ich hab wol diſes etwã von meinem vatter gehört/ doch hab ich nit vyl
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            darauff gehalten/ harnach hab ich die gantz hiſtorien beſchriben gefunden.
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            <s xml:space="preserve">Es hat mit auch einer angezeigt/ ſie ſeye getrucket/ doch hatt er deß bůchs
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            namen nit gewüſſer. </s>
            <s xml:space="preserve">Vnd ob wol Marlianus die matery eroffnet/ von wöl
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            cher der harn entſtanden/ dieweil ſolches leicht geweſen/ weil kein andere
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            ſein mocht/ hat er doch das ſchwerer nit angezeigt/ namlich durch was vr-
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            ſach es alſo beſchehen. </s>
            <s xml:space="preserve">Es iſt geweſen/ damit ich gleüblichen daruon rede/
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            die kalt vnd feücht vnmeſſigkeit/ mit einer ringferigen haut der aderen vñ
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            glideren/ durch wölche der harn lauffet/ namlich der nieren/ harngeng/
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            vnd blaſen. </s>
            <s xml:space="preserve">vmb wölcher vrſach alle bläſt/ ſo in dem feüchten lufft erhaltẽ/
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            in ein wäſſerige ſubſtantz verenderet worden. </s>
            <s xml:space="preserve">Vnd darumb iſt wol zů glau-
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            ben/ es ſeye dazůmal ein feüchte zeyt geweſen. </s>
            <s xml:space="preserve">dann man ſicht ſolches auch
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            an dem marmorſtein in der Thůmkirchen zů Meyland. </s>
            <s xml:space="preserve">Als nun ſolliche
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            zeyt nachgelaſſen/ iſt ſie mehr geſund/ dann durch die artzney worden/ wie-
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            wol diſe auch etwas gebolffen.</s>
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