Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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317cclxiſachen/ Das ſiebend bůch. tonderet/ ſonder ſie hörend. dañ wañ die menſchen vnder dem waſſer ſeind/
hörend ſie die ſtim̃en/ wiewol gar ſchwerlichen.
Deßhalben můß die ſtimm
durch dz waſſer vnd einbildũg biß zů den ohrẽ kom̃en/ alſo mögend der mer
theil fiſch ſolliche vermercken.
Wañ nun jnen der lufft von nötẽ zů dem ge-
hör/ hette die natur ſollichen in deß gehör inſtrument gethan/ wie auch inn
die blateren im bauch/ damit ſie entbor ſchwimmen möchten.
wo aber nit/
bedarff es deſſen.
deßhalben bekant daß die fiſch hören/ aber mit dollẽ ver
ſtand.
alſo haltet es ſich auch mit jren anderen ſinnen/ vnd dz nit allein von
wegen der geiſteren/ ſonder auch des waſſers dicke.
Alſo iſt auß des argumenten ſelbs genůgſam angezeigt/ daß ſie mit dem
lufft an ſich ziehẽ/ oder von jnen laßen.
nun wöllẽ wir auch andere ding be-
ſehen/ wie man ſolliches beweiſen mag.
ich ſag aber auß ſeinen eigenẽ argu-
menten/ vnder welchen das erſt/ daß ſie kein eigen inſtrument haben.
Dañ
ſo man die andere thier bedencket die nit athmen/ geth jnen der lufft nit zů
dem hertzẽ/ dañ durch eigene äderlin/ ſonſt wurde er ſie tödten.
diſe äderlin
ſthond den athmendẽ thierẽ an der lungẽ.
die fiſch aber haben we{der} lungen
noch äderlin.
demnach auch von der würckũg/ dan die thier ſo athmen/ die
bläyen ſich vff/ als die vögel vñ vierfüßige thier.
die fiſch aber bleyẽ ſich nit
auff/ mögen ſich auch gar nit voneinanderẽ thůn.
Es wurdẽ auch die men-
ſchen vnd an{der}e thier lenger vn{der} dem waſſer leben/ wañ lufft darunder we-
re.
ſie erſticken aber gleicher geſtalt in der zeit/ wie auch diſe/ ſo man erwür-
get hatt.
Die blůtloſen thier athmen nit/ ob ſie wol in dem lufft ſeind/ als
die würm/ wie vyl min{der} erſt die fiſch?
weil auch die fiſch kälter dañ die vier-
füßigen thier/ als nam̃lich blůtloß/ bedörffen ſie einer zwifachẽ külũg/ nam̃
lich des luffts vnd waſſers/ ob wol die blůtreichen thier/ ſo athmen/ allein
des luffts bedörffen.
welche thier auch vn{der} dem waſſer athmen/ als die Del
phin vñ meerkelber/ mögen nit lang darun der bleibẽ.
wann nun lufft dar-
under were/ wurden ſie nit erſticken.
zůletſt ziehen die fiſch eintweders das
waſſer allein an ſich/ welches die gãtze warheit/ vnd geth jnẽ doch dz waſſer
nit zů dem hertzen/ als den vierfüßigen thierẽ der lufft/ oder aber den lufft
vnd das waſſer miteinanderen.
weil aber ſollichs allein ettlichen fiſchen be-
gegnet/ als den Delphinen/ mag es nit in der gantzen arth alſo ſein.
o{der} aber
es wurden die bewegungen der tecklen ſo ob den fiſchſchoren ſthand/ vmb
ſonſt vñ vergebẽ ſein.
Es möchte ſich auch die natürliche werme nit bewegẽ
o{der} außbreitẽ.
dañ was ſich bewegt/ wirt von einẽ anderẽ bewegt/ oder aber
die fiſch ziehen allein den lufft an ſich.
es wurden aber diſe fiſch der menſchẽ
vnd füßigen thierẽ natur änlicher ſein/ dañ die Delphin vnd an{der}e blůtrei
che vnd vollkommene fiſch.
Wie aber auß dem handel ſelbs ein zweyfel/ al-
ſo entſteth auch auß dem zweyfel ein frag/ namlich ob ſich das hertz inn fi-
ſchen auch bewege wie in vns.
ich red aber von denen fiſchen/ ſo nit athmẽ.
dann der Orchas oder meerſchwein vnd Delphin hand ein mitle natur zwi
ſchen den fiſchẽ vnd anderẽ vollkom̃enen blůtreichẽ thierẽ/ ſo allein in dem
lufft lebẽ.
Weil aber we{der} Ariſtoteles/ nochdiſer welcher weitläuffig võ dem
handel geſchribẽ/ ſolliches gemeldet/ habe ich ein lebendigẽ ſchleyẽ ein meñ-
lin vffgeſchnittẽ.
wie ich nun in diſer ſach geeylet (dañ ich hat ſonſt zů ſchaf-
fen) hab ich das hertz auch zerſchnittẽ/ doch hůb ſich dz hertz nit deſtmin der
auff/ vnd ließ ſich nider/ wie in vierfüßigẽ thirẽ/ vnd lebt alſo der fiſch bey
zwey ſtunden/ wiewol ich die eingeweid faſt alle zerſchnitten hatt.

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