Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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ſachen/ Das acht bůch.
ſeines haußgeſinds. In einem gůten land/ vnder einem gewaltigen künig
oder beſtendigen oberkeit mit altem haußrath vnnd gerüſteten hauß be-
gaabet ſein.
Er ſoll wenig vnd gůte freünd/ vnd gar nicht vnehrlich an jm
haben.
Er ſoll wüſſen was zů fröuden diene/ vnnd nach keinem dann ge-
genwertigem trachten/ vnnd auch inn ſollichem/ allein das wenigeſt/ deſ-
ſen man ſich täglich behelffen.
Inn diſen dingen ſteth allein ein menſchli-
che glückſeligkeit ein zeit lang/ vnnd vyl mehr dann das Epicuriſch leben.
welche auch ſo vyl lenger weret/ nach dem des menſchẽ leben baß angerich-
tet vnnd glücklich iſt.
Es iſt noch ein andere/ aber falſche glück ſeligkeit/ als ein beyſſige haut/
wann einer rach girich/ ein büler/ oder den reich thummen nach ſtelt.
dann
wann ſie etwas hertzlichen begeren/ vnnd ſolliches überkommend/ meinen
ſie ſich glückſelig/ ſo ſie gantz arbeitſelig in dem werck/ do doch kein wolluſt/
vnnd der tugent gar nit gemeß/ weil doch mencklich bekennt/ daß menſchli
glück ſeligkeit in deren yetwederem beſtande.
Es iſt ein großes laſter/ wann yemandt etwas böſes vollbringet/ auß
was ein laſter
ſeye.
hoffnung eines zůkünfftigen gůten.
wann aber kein hoffnũg vorhanden/
iſt es ein vnſinnigkeit.
Doch wer den beyde ſo etwas böſes vollbringend/
durch die Melancholey getriben/ darumb haltet man diſe für vnſinnig.
was ſie auch thůnd/ ſeind ſie bereitet zůleiden. Inn den narren vnd ketze
ren iſt ſolliches offenbar.
inn den übeltheteren aber erzeigt ſich ſolliches/
erſt neüwlich in einem neüwen vnd vngebreüchlichen exempel.
Dann als einer vnſerẽ fürſten Gonzagen verrathen wolt/ vnd den fein-
wunderbare
hiſtorien.
den in die hend geben/ auch hernach gefangen/ hatt er ſich ſelbs treffenlich
ſeer verwundet.
doch haben die knecht fleiſſig acht gehabt/ daß er ſich nitt
ertödte/ ſonder bey leben belibe.
wie man ihn nun vff ein roß geſetzet/ vnd
zů dem fürſten gefüret/ hatt er von ihnen erlanget/ daß ſie ihm ein mantel
für das angeſicht hiengen/ von wegen der kelte.
wie ſolliches beſchehẽ/ hatt
erihm ſelbs mit den zänen die zungen ab gebiſſen/ vnnd durch ſeer vyl blů
ten vmb das leben gebracht.
hatt alſo nit allein durch ſein ſterbẽ verhütet/
daß er ſeine mittgeſellen nit verriethe/ ſonder nit mehr begert zůleben.
Darumb dörffend ſich die alten nit ſo ſeer rümen/ wie ihnen etliche ſelbs
den tod angethan/ weil ſich auch zů vnſeren zeitẽ grauſame wunderthaten/
vnnd noch größere verloffen.
daß halben iſt diſes ein ſchandtlicher menſch
geweſen/ der ein ſolche ehrloſe that auß hoffnung des gewins vnderſtan-
den.
er iſt auch grauſam vnd vnmenſchlich geweſen/ weil er ein ſolliche boß
heit inn ſinn genommen/ demnach auch ein todtſchleger an ihm ſelbs/ weil
er ſeine gedanckẽ in das werck bracht/ alſo daß kein grauſamer wildes thier
gefunden wirt.
wölche aber on hoffnũg etwz gůtes/ ſolliches vnderſthand/
ſeind nit ſchandtlich/ ſonder allein vnſinnig vnnd narren/ ſo doch die ande
ren vnſinnig vnd boßhafftig ſeind.
darumb ſeind diſe einer großen ſtraaff
wirdig/ die anderen aber auff das höchſt eines ſchlechten todts allein.
auch
nit deſſen von wegen ihrer that/ ſonder daß ſie niemand beſchedigen/ oder
mit ihrer angenommen thorheit vrſach geben/ etwas ſchandtliches zůuoll-
bringen.
Alſo vyl ſey geſagt von des menſchen anfechtungen/ die im gemüt
jren vrſprung habend.
Sie haben aber jren anfang auß dem leib/ von ei
Melancholey
würckung.
ner feüchte/ ſo des blůts trůſen iſt.
diſe ſtercket auch die ding/ võ wölchẽ ſie
entſtanden/ als die forcht/ gedanckẽ/ aberglaubẽ/ faſten/ vnd arbeit/ dann

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