Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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420ccclxiiijVon mancherlei wunderbaren geſündert/ iſt es nit gůt zů künſten/ noch zů der menſchen gemeinſchafft/
ſonder verſteth göttliche ding.
Welche aber an dem vnderen theil gar kreff
@ig vnd ſteiff angehenckt/ iſt geſchickt etwas außzůrichten.
Darumb iſt ge-
wiß daß niemand zů allen dingen geſchickt.
wann erſt ein brauch darzů kom
met/ ſo mit der natur ſtim̃et/ werden ſie wunderbar.
wa nit/ werden ſie mit
telmeßig.
wann der gebrauch nit darzů kom̃et/ werdẽ ſie gar vnadelich. Da-
rumb übertrifft ein jedes land in denen ſachen/ in welchẽ es vyl leüt hatt/
ſo dem ſelbigen ernſtlich obligen.
Man findet auch etliche vnder anderen/
die von wegen des aberglaubẽs o{der} des warẽ Gottes dienſt/ oder auß eigen-
ſchafft jrer natur/ o{der} auß krafft jres gemüts/ oder auß gebet des Pſalters/
ſo Dauid gemachet/ ein beſonder liecht in jren ſeelen eingoſſen haben/ oder
nit.
Es iſt gewiß daß die reinen vnd nüchteren leib/ auch ſolliche gemü-
ter/ der zůkünfftigen dingen wiſſenheit überkommen.
Doch ſeind diſe die
fürnembſten menſchen/ die an gehör/ oder geruch/ oder an einem anderen
auſſeren ſinn übertreffen.
oder auch an gedechtnuß vnd verſtand/ welches
dann mehr zůuerwunderen.
vyl minder aber diſe/ die an ſtercke oder leibs
ringfertigkeit fürnem ſeind.
diſe aber ſo wol mögen eingedenck ſein/ ſeind
denen am nechſten/ ſo ein gůten verſtand habend.
doch iſt diſes nitt nur
ein tugent.
Von des menſchen wunderwerck/
Das xliij. Capitel.
ES übertrifft der menſch die anderen thier nit minder an wun-
derwercken/ dann am leib vnd gemüt.
S. Auguſtinus zeigt von
etlichen menſchẽ an/ ſo jr haar habẽ mögẽ fürſich zů der ſtirnen
vnd wider hinderſich ziehẽ/ mit vnbeweglichem haubt/ welches
zwaar zůuerwunderen.
dann es mag kein krafft inn dem haar
ſein/ ſonder man můß alle vrſach zů der haut lidweiche vnd ſtercke richten.
Man ſagt von einem prieſter ſo Reſtitutus genennet/ welcher ſo offt jm ge-
fallen/ für tod gelegen on alles athmen.
er entpfand auch nitt allein deren
nicht/ ſo jn raufften/ ſonder auch deren nit ſo jn zupfften.
wann man ihn
auch zů dem feüwr hielt/ that ihm das brennen nit weh.
diſes möchten vyl
für ein wunder vnd vngläublich halten/ ſo nit wüſtẽ/ daß ſolliches bey den
Türcken offt beſchehe.
vnd vyl minder/ wann wir auch etwas der gleichen
von vns anzeigen.
Ich hab vier ding von natur an mir/ ſo ich biß har niemand eroffnet/
11Cardani vier
wunderbare
eigenſchafftẽ.
welche alle nach meinem verſtand wunderbar ſeind.
Das erſt iſt/ daß ich/
ſo offt ich will/ auſſerthalb den ſinnen verzuckt wird.
Ich will anzeigen/
wie ſolliches zůgang/ vnd wie ich deſſen empfinde.
dann es geth mir nit wie
dem vorgemeldten prieſter/ der ſelbig entpfand keines großen ſchmertzẽs/
vnd hatt kein athem/ wie angezeigt.
doch höret er die ſtimmen als von weit
nuß.
vmb mich ſteth es nit alſo. dann ich höre die ſtimmẽ gar wol/ verſthen
aber nit was man ſagt.
Ich weiß nit ob ich ein großen ſchmertzen entfinden
wurd/ dann ob man mich ſchon hert zupffet/ darzů den großen ſchmertzen
des Podagra/ entpfind ich gar nit.
Ich mag aber nit lang alſo bleibẽ. Wañ
es mich ankommet/ oder vyl mehr wann ich es thůn/ entpfinden ich ein ab
ſünderung bey dem hertzen/ als wann die ſeel hinweg füre/ vnnd beſchicht

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