Cardano, Geronimo, Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

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Außzug von allen
der erden vergleichen möge/ oder vnder der erden verborgen ſeye. Weil a-
ber die erden ein wonung der thieren/ darzů ein centrum vnd mittelpunct
der welt/ vmb wölliches ſich alles geſtirn bewegt/ hat ſie ein zimliche größe
bekommenn/ wiewolauch diſe mit deß himmels vmbkreiß zů vergleichen/
kümerlich ein punct mag genennet werden.
Es ſeind mancherley waſſer/ wölliche durch ihre gelegenheit vnnd größe
Mancherley
waſſar vö der
gelegenheit.
vnderſcheiden werdend.
wölliches zůſammen geloffen vnnd geſaltzen iſt/
wirt das Meer genennet.
Wann diſes ſueß iſt/ heiſſet es ein See. wann es
gar nitt bewegt wirt/ iſt es ein pfütze.
In diſem můß der lätt werden. wann
es aber nit tieff/ heiſſet es ein Weyer.
wann es laufft/ heiſſet es ein fluß von
dem flieſſen har.
wann diſes entſpringet/ iſt es ein Bronn. wann diſes vonn
dem regen oder ſchnee geſamblet/ iſt es ein verſigender o{der} angender Bach.
darumb flieſſend diſe bäch nitt alle zeyt. wann aber deſſen wenig iſt/ heiſſet
es ein bächlin.
Die aller dieffeſte pfützen iſt Alcyonia in der Corinther land
ſchafft/ wölliche allein drey ſtadia vnnd roßleüff vmb ſich begreiffet/ vnnd
hat doch Nero vyl ſeyl zůſammen gebunden/ die manches ſtadien lenge ge
habt/ ein bley daran gehencket/ vnd gar kein boden finden mögen/ alſo vyl
dieffer würbel begriff ſie.
Die Meotiſche pfütze iſt geſaltzen/ darzů auch groß/ darumb iſt ſie faſt
verrümbt geweſen.
Alſo habend wir nun genůgſam/ noch meinem vrtheil
der flüſſen vrſachen/ vnnd wie ſie dahar lauffend/ angezeiget.
wo har aber
diſe kommend/ hat man offt gezweyfflet/ weil ſo vylfaltiges vnnd immer-
werendes waſſer daruon lauffet.
Deßhalben vermeinet Ariſtoteles es wachſe. Salomon haltet es komme
Der flüſſen vr
ſprung.
auß dem meer/ vnd lauffe wider darein/ etlich meinend es meere ſich durch
die rägen vnnd ſchnee/ die anderen es komme von den bronnen har/ wölli-
che vnder der erden entſpringend.
Daß aber diſe nitt inn den bergen wach-
ſend/ daß auch nitt alles waſſer auß dẽ lufft harkom̃e/ iſt darauß bekañdt/
weil die Tanais inn demm weytten Moſcouitiſchen feld entſthet.
weil aber
das waſſer nitt harauff lauffet/ es komme dann von hohem gebirg vorhin/
můß diſes von anderen orthen entſpringen.
Es mag auch nitt auß dem meer in ein ſolliche höhe kommen/ wie dann
etlicher bergen gibel ſeind.
es hatt auch kein vrſach warumb diſes nit allent
halben harfür breche/ ehe dann es zů dem gebirg kommet.
Es wurdend
auch die flüß zů keinen zeyttenn geminderet/ vnnd möchte das meer nitt
zů ſo vyl flüſſen groß genůg ſein/ ſonder wurde etwan außgetrocknet/ die-
weil doch der größer theil waſſer durch der Sonnen werme verzeeret wirt.
es wurde auch die bewegung vnder der erden/ die erden erſchütten/ wie vor
geſagt.
es hatt auch kein vrſach warumb ein fluß von diſem/ vnd nit vonn
dem anderen berg harkomme.
Es iſt auch nitt gleüblich daß es alſo lauter vnnd rein von dem ſaltz vnd
bitterkeit werde.
Diſes mag auch nitt allein von demm ſchnee werden/ die
weil das waſſer auch von den bergen lauffet/ wann gar kein ſchnee darauff
iſt/ vnnd kein regen vorhanden.
Es iſt auch vngleüblich daß ein ſolche men
ge waſſer/ wölliche on vnderlaß daruon faret/ wachſen möge.
Was ſoll man dann ſagen? Es komme von allen diſen vrſachen har. vnd
iſt aber die wachſung vnnd der vrſprung an dem fürnemmeſten/ dann der
lufft wirt zů waſſer/ demnoch ſo fürderend auch die ſchnee vnnd die rägen

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