Bernstein, Aaron, Naturwissenschaftliche Volksbücher, Bd. 1/5, 1897

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34957 einem beſonderen Körper verdanken, der etwa in ihnen ſteckt,
ſondern daß es nur Stoff ſelber iſt, der die Anziehung ausübt.
Die Anziehungskraft, die wir jetzt betrachten, liegt in den
Maſſen, in den Summen aller Atome eines Körpers.
Wenn die Erde eine ſtarke Anziehungskraft beſitzt, ſo
beſitzt ſie dieſe nur deshalb, weil ſie ſelber ein großer Haufen
einzelner Atome, eine ungeheure Sammlung ſolcher kleinſten
Teile iſt, aus welchen alle Dinge der Welt beſtehen.
Es ſteckt
alſo die Anziehungskraft nicht in einer beſonderen Eigenſchaft
einzelner Atome, ſondern in der Geſamtzahl aller Atome.
Hieraus folgt, daß die Sonne, deren Anziehungskraft viel
größer iſt als die der Erde, dieſe nur deshalb beſitzt, weil ſie
an Maſſe größer iſt;
daß der Mond, der weniger Anziehungs-
kraft hat als die Erde, nur darum ſchwächer anzieht, weil
er weniger Atome beſitzt als die Erde;
und hieraus läßt ſich
der Schluß ziehen, daß jede Maſſe eine Anziehungskraft
ausübt auf eine andere, und zwar je größer die Maſſe, deſto
größer iſt die Anziehungskraft.
Dieſe Wahrheit erkannte ſchon der große Newton ſelber
und da er wußte, daß die Maſſe eines Dinges von der Summe
der Atome herrührt, die dieſe Maſſe bildet, ſo zog er den
ganz richtigen Schluß, daß man aus der Anziehungskraft jedes
Himmelskörpers auch ſeine Maſſe berechnen kann.
Neuere Unterſuchungen haben dieſe Wahrheit nicht nur
beſtätigt, ſondern haben auch den ſchlagendſten Beweis hiervon
geführt, den man zu Newtons Zeiten noch nicht geben konnte.

Dieſe Beweiſe beſtehen darin, daß man ein außerordentlich
feines Inſtrument anwendet, um zu zeigen, daß nicht eben die
Erde allein eine Anziehungskraft hat, ſondern auch jeder be-
liebige Gegenſtand, den wir auf der Erde ſehen, und nur weil
jeder Gegenſtand auf der Erde bloß einen unendlich kleinen
Teil der Maſſe der Erde bildet, nur darum iſt ſeine An-
ziehungskraft ſo äußerſt unbemerkbar und erſt durch jenes

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