Bernstein, Aaron, Naturwissenschaftliche Volksbücher, Bd. 1/5, 1897

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            techniſchen Hinderniſſe fort, ſo würde eine mit ſo gewaltiger
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            Kraft geſchleuderte Kugel wirklich einen kleinen Mond vor-
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            ſtellen, der in anderthalb Stunden um die Erde läuft.</s>
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            <s xml:id="echoid-s4664" xml:space="preserve">Und nun wird es wohl Jedem klar werden, was es
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            eigentlich mit dem Lauf des Mondes um die Erde für eine
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            Bewandtnis hat, und wie ſehr nahe verwandt das Fallen eines
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            Steines auf die Erde mit dem Lauf des Mondes und anderer
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            Geſtirne des Himmels iſt.</s>
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            <s xml:id="echoid-s4666" xml:space="preserve">Der Mond wird in Wahrheit von der Erde ſo angezogen
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            wie ein Stein, wie ein Apfel oder wie ſonſt irgend ein Gegen-
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            ſtand, den wir auf der Erde ſehen. </s>
            <s xml:id="echoid-s4667" xml:space="preserve">Er wird nur viel ſchwächer
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                <variables xml:id="echoid-variables27" xml:space="preserve">A C B F D E G M</variables>
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            als dieſe Gegenſtände ange-
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            zogen, denn der Mond iſt
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            60 mal entfernter vom
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              punkt</emph>
            der Erde als die Gegen-
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            ſtände, die ſich auf der Ober-
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            fläche der Erde befinden und
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            wir wiſſen ja bereits, daß bei
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            einer 60 maligen Entfernung
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            vom Mittelpunkt der Erde die
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            Anziehung im Quadrat, das heißt 60 mal 60, alſo 3600mal
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            ſchwächer wird. </s>
            <s xml:id="echoid-s4668" xml:space="preserve">Würde eine allmächtige Hand den Mond in
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            ſeinem Laufe aufhalten und ihn dann loslaſſen, ſo würde er
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            ſich nicht in ſeiner Bahn um die Erde fortbewegen, ſondern er
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            würde ſich geradewegs zur Erde zu bewegen anfangen, von
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            welcher er angezogen wird. </s>
            <s xml:id="echoid-s4669" xml:space="preserve">In der erſten Sekunde würde er
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            nicht fünf Meter auf ſeinem Wege zur Erde machen, ſondern
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            nur ein paar Millimeter; </s>
            <s xml:id="echoid-s4670" xml:space="preserve">allein mit jeder Sekunde würde die
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            Geſchwindigkeit zunehmen, wie die Zahl der Sekunden mit ſich
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            ſelbſt multipliziert und die Berechnung zeigt, daß der Mond in
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            8830 Sekunden, alſo in etwa drittehalb Stunden, auf die Erde
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            ſtürzen würde, und zwar würde er mit einer ſolchen Ge-
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            ſchwindigkeit an die Erde anprallen, daß er in der letzten </s>
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