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Grad ſchmilzt, geſchieht es bei Blei erſt mit 410, bei Eiſen mit
1250 Graden, und während Waſſer ſchon bei 100 Grad in Dampf
verwandelt wird, iſt es bei Oel erſt mit 375 Graden der Fall.
1250 Graden, und während Waſſer ſchon bei 100 Grad in Dampf
verwandelt wird, iſt es bei Oel erſt mit 375 Graden der Fall.
Verwickelter noch als in dieſen Erſcheinungen ward die
Lehre von dem Wärmeſtoff, wenn man auf die Entſtehung
desſelben zurück ging.
Lehre von dem Wärmeſtoff, wenn man auf die Entſtehung
desſelben zurück ging.
Von der Sonne machte man ſich die Vorſtellung, daß ſie
einen Vorrat von Wärmeſtoff beſitze, den ſie nach allen Räumen
der Unendlichkeit ausſtreue. Schwieriger war es ſchon ſich zu
erklären, woher dieſer Stoff komme, wenn irgend ein Gegen-
ſtand in Brand verſetzt wird; man nahm daher an, daß dieſer
Stoff auch in andern Körpern eingeſchloſſen ſei und frei werde,
ſobald chemiſche Vorgänge, — und die Verbrennung iſt ein
chemiſcher Vorgang — ſtattfinden. Zu dieſer Vorſtellung von
dem eingeſchloſſenen und freiwerdenden Wärmeſtoff mußte man
auch ſeine Zuflucht nehmen, wenn man die Erſcheinungen beim
Feſtwerden oder Gefrieren von Flüſſigkeiten und ebenſo die
Vorgänge bei der Verwandlung von Dämpfen in Flüſſigkeiten
betrachtete. Um die Entſtehung von Wärme durch Elektricität
zu erklären, war man zu ſehr geſuchten und künſtlichen An-
nahmen genötigt, nach welchen der Wärmeſtoff durch elektriſche
Ströme in Leitungsdrähten geweckt werde. — Noch unbe-
friedigender waren die Erklärungen für das Entſtehen von
Wärme durch Bohren, durch Hämmern, durch Reibung, denn
in letzterer Beziehung haben Verſuche dargethan, daß auch zwei
Stücke Eis, die man unter der Luftpumpe und völligem Ab-
ſchluß jeder Möglichkeit einer Wärme-Quelle ſich au einander
reiben ließ, ſo viel Wärme hervorbrachten, daß das Eis zu
ſchmelzen begann. — Wo da der Wärmeſtoff herkommen ſollte,
war um ſo rätſelhafter, als man nach derſelben Theorie ge-
nötigt war anzunehmen, daß bei der Bildung des Eiſes der
im Waſſer gebundene Wärmeſtoff entflohen und an die Um-
gebung übergegangen ſei. —
einen Vorrat von Wärmeſtoff beſitze, den ſie nach allen Räumen
der Unendlichkeit ausſtreue. Schwieriger war es ſchon ſich zu
erklären, woher dieſer Stoff komme, wenn irgend ein Gegen-
ſtand in Brand verſetzt wird; man nahm daher an, daß dieſer
Stoff auch in andern Körpern eingeſchloſſen ſei und frei werde,
ſobald chemiſche Vorgänge, — und die Verbrennung iſt ein
chemiſcher Vorgang — ſtattfinden. Zu dieſer Vorſtellung von
dem eingeſchloſſenen und freiwerdenden Wärmeſtoff mußte man
auch ſeine Zuflucht nehmen, wenn man die Erſcheinungen beim
Feſtwerden oder Gefrieren von Flüſſigkeiten und ebenſo die
Vorgänge bei der Verwandlung von Dämpfen in Flüſſigkeiten
betrachtete. Um die Entſtehung von Wärme durch Elektricität
zu erklären, war man zu ſehr geſuchten und künſtlichen An-
nahmen genötigt, nach welchen der Wärmeſtoff durch elektriſche
Ströme in Leitungsdrähten geweckt werde. — Noch unbe-
friedigender waren die Erklärungen für das Entſtehen von
Wärme durch Bohren, durch Hämmern, durch Reibung, denn
in letzterer Beziehung haben Verſuche dargethan, daß auch zwei
Stücke Eis, die man unter der Luftpumpe und völligem Ab-
ſchluß jeder Möglichkeit einer Wärme-Quelle ſich au einander
reiben ließ, ſo viel Wärme hervorbrachten, daß das Eis zu
ſchmelzen begann. — Wo da der Wärmeſtoff herkommen ſollte,
war um ſo rätſelhafter, als man nach derſelben Theorie ge-
nötigt war anzunehmen, daß bei der Bildung des Eiſes der
im Waſſer gebundene Wärmeſtoff entflohen und an die Um-
gebung übergegangen ſei. —

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